| Thema | GPT-5.5 | Claude Opus 4.7 | Was das bedeutet |
|---|---|---|---|
| Öffentliches Benchmark-Signal | Laut LLM Stats in 4 von 10 gemeinsam gemeldeten Benchmarks vorn. | Laut LLM Stats in 6 von 10 gemeinsam gemeldeten Benchmarks vorn. | Claude hat ein leichtes Gesamtsignal, aber keinen Rundum-Sieg; die Werte sind überwiegend selbst gemeldete High-Reasoning-Ergebnisse. |
| Stärkere Kategorien | BrowseComp, CyberGym, OSWorld-Verified, Terminal-Bench 2.0. | Finance Agent, GPQA, Humanity’s Last Exam, MCP Atlas, SWE-Bench Pro. | Die Aufgabe entscheidet mehr als die Platzierung auf einer Gesamtliste. |
| Preis | 5 US-Dollar Input und 30 US-Dollar Output pro 1 Mio. Token. | 5 US-Dollar Input und 25 US-Dollar Output pro 1 Mio. Token. | |
| Kontext und Ausgabe | OpenAI nennt ein Kontextfenster von 1 Mio. Token und maximal 128.000 Output-Token. | BenchLM führt ein Kontextfenster von 1 Mio. Token auf. | Beide werden mit 1 Mio. Kontext geführt; eine offizielle maximale Ausgabe liegt in den vorliegenden Quellen nur für GPT-5.5 vor. |
| Tools und Latenz | OpenAI listet Functions, Web search, File search und Computer use; die Latenz ist als Fast markiert. | BenchLM markiert Speed und TTFT-Latenz als N/A. | Aus diesen Feldern lässt sich nicht fair ableiten, ob Claude Opus 4.7 schneller oder langsamer ist. |
Das Muster ist wichtiger als die Frage, wer insgesamt auf Platz eins steht. LLM Stats verortet die Claude-Vorsprünge vor allem bei reasoning-heavy und review-grade Tests, darunter GPQA Diamond, Humanity’s Last Exam, SWE-Bench Pro, MCP Atlas und FinanceAgent v1.1. GPT-5.5 liegt laut derselben Analyse eher bei lang laufenden Tool-Use-Tests vorn, etwa Terminal-Bench 2.0, BrowseComp, OSWorld-Verified und CyberGym.
Für die Praxis heißt das: Wenn ein Produkt schwierige Schlussfolgerungen ziehen, Finanzdaten analysieren, komplexe Codefehler beheben oder Ergebnisse streng prüfen soll, sprechen die öffentlichen Signale eher für einen Claude-Test. Wenn der Workflow dagegen aus Webrecherche, Terminal-Schritten, OS-Bedienung, Tool-Aufrufen und mehrstufiger Agentenarbeit besteht, sollte GPT-5.5 sehr früh getestet werden.
Anthropic hebt bei Claude Opus 4.7 zusätzlich ein internes Research-Agent-Benchmark hervor: Das Modell erreichte dort über sechs Module hinweg gemeinsam den höchsten Gesamtwert von 0,715 und verbesserte sich im Modul General Finance von 0,767 bei Opus 4.6 auf 0,813. Das ist ein positives Signal für Claude Opus 4.7, ersetzt aber keinen direkten, öffentlichen Head-to-Head-Test gegen GPT-5.5, weil es sich um eine interne Bewertung und einen Vergleich innerhalb der Claude-Familie handelt.
Webreactiva nennt konkrete Vergleichswerte, die die Aufteilung gut illustrieren. Sie sollten jedoch zusammen mit den methodischen Warnhinweisen von LLM Stats und BenchLM gelesen werden.
| Benchmark | Vorderes Modell | Beispielwerte |
|---|---|---|
| Terminal-Bench 2.0 | GPT-5.5 | GPT-5.5: 82,7 %, Claude Opus 4.7: 69,4 %. |
| OSWorld-Verified | GPT-5.5 | GPT-5.5: 78,7 %, Claude Opus 4.7: 78,0 %. |
| BrowseComp | GPT-5.5 | GPT-5.5: 84,4 %, Claude Opus 4.7: 79,3 %. |
| SWE-Bench Pro | Claude Opus 4.7 | Claude Opus 4.7: 64,3 %, GPT-5.5: 58,6 %. |
| MCP Atlas | Claude Opus 4.7 | Claude Opus 4.7: 79,1 %, GPT-5.5: 75,3 %. |
Diese Werte passen grob zum größeren Bild: GPT-5.5 wirkt bei Terminal-, Browser- und OS-nahen Aufgaben stärker, Claude Opus 4.7 bei SWE-, MCP-, Reasoning- und Finanzaufgaben. Trotzdem sind sie keine finale Rangliste. Die öffentlichen Zahlen stammen nicht aus einem vollständig einheitlichen Testaufbau mit identischen Einstellungen, identischen Prompts und identischer Auswertung.
Bei den Listenpreisen ist der Unterschied klarer als bei den Benchmarks. BenchLM nennt für beide Modelle 5 US-Dollar pro 1 Mio. Input-Token. Beim Output liegt GPT-5.5 bei 30 US-Dollar pro 1 Mio. Token, Claude Opus 4.7 bei 25 US-Dollar. LLM Stats markiert Claude Opus 4.7 zudem als etwa 1,1-mal günstiger pro Token.
Für GPT-5.5 sind die API-Daten in den vorliegenden Quellen besonders konkret: OpenAI führt die Model ID gpt-5.5, positioniert das Modell für Coding und professionelle Arbeit, nennt Reasoning-Einstellungen von none bis xhigh, ein Kontextfenster von 1 Mio. Token, maximal 128.000 Output-Token, Fast-Latenz sowie Unterstützung für Functions, Web search, File search und Computer use.
Der Listenpreis ist aber nicht automatisch der Produktionspreis. Bei realen Anwendungen zählen auch Tokenverbrauch pro erledigter Aufgabe, Tool-Aufrufe, Wiederholungen, Fehlertypen und die Laufzeit bis zum fertigen Ergebnis. OpenAI empfiehlt für toollastige oder lang laufende Workflows ausdrücklich, GPT-5.5 gegen andere Modelle auf Accuracy, Token consumption und End-to-End latency zu benchmarken.
GPT-5.5 gehört nach vorn auf die Eval-Liste, wenn die Anwendung Browser-Recherche, Terminal-Arbeit, OS-Automatisierung, Computer-use oder viele Tool-Aufrufe kombiniert. Genau dort liegen laut LLM Stats die stärkeren öffentlichen Signale; zugleich nennt OpenAI in der Modelldokumentation mehrere Tool-Funktionen für GPT-5.5.
Claude Opus 4.7 ist der naheliegende Startpunkt für Aufgaben mit anspruchsvollen Schlussfolgerungen, Finanzanalyse, schwierigen Code-Reparaturen oder Review-Charakter. Die genannten Claude-Vorteile bei GPQA, Humanity’s Last Exam, SWE-Bench Pro, MCP Atlas und FinanceAgent v1.1 weisen in diese Richtung.
Wenn ein Workload außerdem sehr viel Output erzeugt, spricht auch der Listenpreis für einen frühen Claude-Test: BenchLM nennt 25 US-Dollar pro 1 Mio. Output-Token für Claude Opus 4.7 gegenüber 30 US-Dollar für GPT-5.5.
Öffentliche Benchmarks eignen sich gut, um die Testreihenfolge festzulegen. Sie reichen aber nicht als alleinige Einkaufs- oder Architekturentscheidung. Sinnvoll ist ein internes Eval mit echten Aufgaben, festen Prompts, identischen Daten, gleichen Tool-Rechten, dokumentierten Reasoning-Einstellungen und einer klaren Bewertung. Gerade weil LLM Stats auf selbst gemeldete High-Reasoning-Ergebnisse hinweist, sind solche kontrollierten Bedingungen wichtig.
Gemessen werden sollten mindestens Erfolgsquote, Fehlerarten, Tokenverbrauch, Wiederholungsaufwand und End-to-End-Latenz. Für toollastige oder lange Workflows nennt OpenAI ausdrücklich Accuracy, Token consumption und End-to-End latency als Vergleichsgrößen.
Die finale Architektur muss nicht zwangsläufig ein Entweder-oder sein. Wenn die eigenen Tests die öffentlichen Muster bestätigen, kann ein Router sinnvoll sein: schwieriges Reasoning, Finanzanalyse und komplexe Code-Reparaturen zu Claude Opus 4.7; Browser-, Terminal-, OS- und Tool-Workflows zu GPT-5.5. Diese Aufteilung entspricht eher der beobachteten Stärkenverteilung als eine Entscheidung nach einer einzigen Gesamtrangliste.
Der derzeit belastbarste Befund lautet: Claude Opus 4.7 hat in den öffentlichen Benchmark-Aggregationen ein leichtes Gesamtsignal, GPT-5.5 wirkt dagegen besonders stark bei lang laufenden Tool- und Agenten-Workflows. Die Datenlage ist aber nicht sauber genug, um einen absoluten Sieger auszurufen.
Für die Vorauswahl gilt daher: Reasoning, Finanzanalyse, SWE-Bench-Pro-nahe Aufgaben und MCP-Szenarien zuerst mit Claude Opus 4.7 prüfen; Terminal-, Browser-, OS- und Tool-intensive Agentenprozesse zuerst mit GPT-5.5 testen. Die eigentliche Produktionsentscheidung sollte auf den eigenen Daten, dem eigenen Kostenmodell, den Latenzanforderungen und einem reproduzierbaren internen Benchmark beruhen.
| Bei outputlastigen Workloads hat Claude Opus 4.7 beim Listenpreis einen Vorteil. |