KI zum ersten Mal zu nutzen, ist keine Frage von Technik-Vokabular. Entscheidend ist, der KI einen klaren Auftrag zu geben. Dieser Leitfaden bezieht sich auf Chat-Tools mit generativer KI. Die praktische Fähigkeit dahinter heißt Prompt Engineering: präzise Anweisungen, relevanten Kontext, Beispiele und Struktur so zu formulieren, dass ein KI-Modell eine konkrete, hilfreiche Antwort liefern kann.[8][
9]
Die Einsteigerformel: Ziel, Kontext, Vorgaben, Format
Wenn Sie nicht wissen, was Sie eintippen sollen, behandeln Sie Ihren Prompt wie ein kurzes Briefing:
Hilf mir, [Ziel].
Kontext: [Hintergrundinformationen].
Vorgaben: [Länge, Ton, Zielgruppe, Grenzen].
Format: [Stichpunkte, E-Mail, Tabelle, Checkliste, Zusammenfassung].
Diese vier Teile funktionieren, weil ein guter Prompt Hintergrundinformationen, klare Anweisungen und eine strukturierte Ausgabe vorgibt.[9]
| Prompt-Teil | Was die KI erfährt | Beispiel |
|---|---|---|
| Ziel | Welche Aufgabe erledigt werden soll | „Fasse diesen Artikel zusammen“ |
| Kontext | Welche Hintergrundinformationen wichtig sind | „Die Zielgruppe sind neue Mitarbeitende“ |
| Vorgaben | Welche Grenzen oder welcher Stil gelten | „Verwende einfache Sprache und bleib unter 200 Wörtern“ |
| Format | Wie die Antwort aussehen soll | „Gib eine Checkliste zurück“ |
Ein vollständiger Anfänger-Prompt könnte so aussehen:
Hilf mir, eine höfliche E-Mail an meine Führungskraft zu entwerfen, in der ich um eine Fristverlängerung um zwei Tage bitte. Kontext: Ich warte noch auf Rückmeldung aus einem anderen Team. Vorgaben: professionell, kurz und maximal 150 Wörter lang. Format: ein E-Mail-Entwurf.
Fangen Sie mit einer kleinen Aufgabe an
Der beste erste KI-Auftrag ist eine Aufgabe, deren Ergebnis Sie schnell prüfen können. Zum Beispiel:
- Sitzungsnotizen oder einen Artikel zusammenfassen
- einen Absatz klarer formulieren
- Ideen für ein Projekt sammeln
- ein Thema in einfacher Sprache erklären lassen
- eine E-Mail oder Nachricht entwerfen
- unordentliche Notizen in eine Checkliste verwandeln
Eine enge Aufgabe ist leichter zu beurteilen als eine sehr breite Anfrage. „Erkläre generative KI für Einsteiger in fünf Stichpunkten“ ist hilfreicher als „Erkläre KI“, weil die KI Aufgabe, Zielgruppe, Länge und Format kennt.
Aus vagen Prompts werden brauchbare Prompts
Schwache Prompts lassen die KI raten. Starke Prompts machen Aufgabe, Zielgruppe, Grenzen und gewünschte Ausgabe klar.
| Vager Prompt | Besserer Prompt |
|---|---|
| „Schreibe eine E-Mail.“ | „Entwirf eine höfliche E-Mail mit maximal 150 Wörtern, in der ich meine Führungskraft um eine Fristverlängerung um zwei Tage bitte, weil ich noch auf Feedback aus einem anderen Team warte.“ |
| „Erkläre KI.“ | „Erkläre generative KI für Einsteiger in fünf Stichpunkten, mit einem einfachen Beispiel und ohne Fachjargon.“ |
| „Gib mir Ideen.“ | „Gib mir 10 kostengünstige Ideen für einen Schulfundraiser und erkläre jeweils in einem Satz, warum die Idee funktionieren könnte.“ |
| „Mach das besser.“ | „Formuliere diesen Absatz klarer und professioneller, ohne die Bedeutung zu verändern.“ |
Das Muster ist simpel: Sagen Sie, was Sie brauchen, wofür es gebraucht wird, welche Grenzen gelten und in welcher Form Sie das Ergebnis möchten.
Diese Prompts können Sie kopieren
Etwas zusammenfassen
Fasse den folgenden Text für Einsteiger in fünf Stichpunkten zusammen. Verwende einfache Sprache und nenne die drei wichtigsten Erkenntnisse.
Text überarbeiten
Formuliere diesen Absatz klarer und professioneller. Behalte die Bedeutung bei, kürze ihn und vermeide Fachjargon.
Ideen sammeln
Gib mir 10 Ideen für [Projekt oder Thema]. Erkläre zu jeder Idee in einem Satz, warum sie funktionieren könnte.
Ein Thema lernen
Erkläre [Thema], als wäre ich 12 Jahre alt. Nutze ein einfaches Beispiel und vermeide Fachjargon.
Eine Aufgabe planen
Verwandle diese Notizen in eine Schritt-für-Schritt-Checkliste. Ordne die Schritte logisch und markiere, wenn etwas Wichtiges zu fehlen scheint.
Optionen vergleichen
Vergleiche [Option A] und [Option B] für [meine Situation]. Nutze eine Tabelle mit Vorteilen, Nachteilen, Kosten und passenden Einsatzfällen.
Mit Nachfragen wird die Antwort besser
Der erste Prompt muss nicht perfekt sein. Behandeln Sie die erste Antwort wie einen Entwurf und steuern Sie nach.
Nützliche Folge-Prompts sind zum Beispiel:
- „Mach es kürzer.“
- „Formuliere es einfacher.“
- „Nenne drei Beispiele.“
- „Stell mir drei Fragen, bevor du antwortest.“
- „Mach daraus eine Checkliste.“
- „Setze das in eine Tabelle.“
- „Mach den Ton formeller.“
- „Zeige Vor- und Nachteile.“
- „Welche Annahmen triffst du?“
Oft wird eine KI-Antwort erst durch diese zweite Runde wirklich brauchbar. Ist die Antwort zu allgemein, geben Sie mehr Kontext. Ist sie zu lang, setzen Sie eine Längengrenze. Passt der Stil nicht, nennen Sie Zielgruppe und Ton genauer.
Wichtige Antworten immer prüfen
Ein guter Prompt ist nur die halbe Miete. Einsteigertexte zum Prompt Engineering verbinden das Thema häufig mit sicherer KI-Nutzung, weil Nutzer weiterhin Fehler und Risiken vermeiden müssen.[9]
Bevor Sie eine KI-Antwort übernehmen:
- prüfen Sie Namen, Datumsangaben, Zahlen und Sachbehauptungen anhand verlässlicher Quellen
- lesen Sie den Ton noch einmal, bevor Sie etwas an andere Personen senden
- kontrollieren Sie, ob die KI Annahmen getroffen hat, die Sie gar nicht genannt haben
- geben Sie keine sensiblen persönlichen Daten, Kundeninformationen oder Unternehmensdaten ein, wenn Sie nicht sicher sind, wie das Tool mit Daten umgeht, oder wenn Ihnen die Erlaubnis fehlt
- behandeln Sie Ergebnisse als Entwürfe, wenn sie Noten, Arbeitsentscheidungen, Geld, Gesundheit oder rechtliche Pflichten betreffen könnten
Für Themen mit höherem Risiko ist dieser Folge-Prompt hilfreich:
Liste auf, wobei du unsicher bist und welche Informationen du bräuchtest, bevor du eine endgültige Antwort gibst.
Wo Sie Prompt Engineering weiterlernen können
Wenn Sie systematisch weitermachen möchten, helfen Einsteigerressourcen. Learn Prompting beschreibt seinen Einführungskurs als Angebot für nicht-technische Leser, die neu in generativer KI und Prompt Engineering sein können.[1] IBM stellt seinen Prompt-Engineering-Leitfaden als Sammlung von Tools, Tutorials und Praxisbeispielen für Lernende auf jedem Niveau dar.[
6] Der Prompting Guide strukturiert Inhalte rund um Grundlagen des Promptings, Prompt-Elemente, allgemeine Tipps, Beispiele und Techniken.[
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Ein Übungsplan für fünf Minuten
- Wählen Sie eine kleine Aufgabe, etwa eine E-Mail überarbeiten oder Notizen zusammenfassen.
- Schreiben Sie einen Prompt mit Ziel, Kontext, Vorgaben und Format.
- Lesen Sie die Antwort und bitten Sie um eine Verbesserung, etwa „kürzer“ oder „einfachere Sprache“.
- Fordern Sie ein anderes Format an, zum Beispiel Checkliste, Tabelle oder E-Mail.
- Prüfen Sie alles Wichtige, bevor Sie es verwenden.
Die zentrale Gewohnheit: Je genauer Sie Auftrag, Hintergrund, Grenzen und Ausgabeform beschreiben, desto eher bekommen Sie eine Antwort, mit der Sie arbeiten können.




