Kurzantwort: Ja, RCP8.5 hat Klimastudien, Risikobewertungen und manche Anpassungsplanung beeinflusst. Aber es ist schwer zu belegen, dass große Klimamaßnahmen allein „wegen RCP8.5“ beschlossen wurden. Klimapolitik stützt sich normalerweise auf mehrere Szenarien, beobachtete Erwärmung, Risikomanagement, gesetzliche Ziele und breitere IPCC-Bewertungen.
Was RCP8.5 überhaupt meint
RCP8.5 ist ein sehr emissionsstarker Klimapfad. In der Folgenforschung und in Bewertungsberichten wurde er häufig genutzt, um schwere Auswirkungen und Risiken am oberen Rand der möglichen Entwicklung zu untersuchen [3][
8]. Genau dafür kann ein solches Szenario nützlich sein: Es zeigt, was passieren könnte, wenn Emissionen sehr hoch bleiben und Schutzmaßnahmen unzureichend sind.
Wichtig ist aber: RCP8.5 war nicht als sichere Vorhersage gedacht. Carbon Brief fasst die ursprüngliche Einordnung so zusammen, dass RCP8.5 als „very high baseline emission scenario“ angelegt war und keine bestimmte Wahrscheinlichkeit oder Präferenz für dieses Szenario festgelegt wurde [8].
Wo RCP8.5 tatsächlich verwendet wurde
RCP8.5 tauchte vor allem in drei Bereichen auf:
- in wissenschaftlichen Studien zu Klimafolgen,
- in Risiko- und Schadensabschätzungen,
- in der Anpassungsplanung, also etwa bei Infrastruktur, Hochwasser- und Hitzeschutz, Meeresspiegelanstieg oder Küstenplanung [
1].




