Bevor Sie DeepSeek V4 mit Arbeitsdokumenten, Kundendaten oder persönlichen Informationen füttern, lohnt sich eine klare Unterscheidung: Die verfügbaren Quellen liefern keine Grundlage für die Behauptung, DeepSeek V4 „stehle“ Daten. Sie zeigen aber, dass DeepSeek personenbezogene Daten im Zusammenhang mit seinen Diensten verarbeiten kann [2] und dass bestimmte Inhalte, die Nutzer eingeben oder hochladen, erfasst werden können [
3].
Wichtig ist außerdem: Die hier zitierten Quellen sind keine eigene, ausschließlich für „DeepSeek V4“ formulierte Datenschutzrichtlinie. Die allgemeine DeepSeek-Datenschutzrichtlinie gilt für personenbezogene Daten, die DeepSeek im Zusammenhang mit Apps, Websites, Software und verwandten Diensten verarbeitet, sofern diese auf die Richtlinie verlinken oder Bezug nehmen [2].
Die kurze Antwort
Behandeln Sie DeepSeek V4 wie jeden externen KI-Dienst. Wenn Sie ein Passwort, einen API-Schlüssel, einen vertraulichen Vertrag oder personenbezogene Daten einer anderen Person einfügen, ist das Problem nicht erst ein möglicher Diebstahl. Sie haben diese Information bereits an ein externes System übermittelt, das Nutzereingaben und hochgeladene Inhalte verarbeiten kann [2][
3].
Die praktische Faustregel lautet: Geben Sie nichts ein, was Sie nicht auch einem externen Dienstleister anvertrauen würden.
Welche Daten DeepSeek laut Richtlinien erfassen kann
Die Datenschutzrichtlinie von DeepSeek bezieht sich auf personenbezogene Daten, die im Zusammenhang mit den Diensten verarbeitet werden [2]. Eine weitere in den Quellen enthaltene Fassung der Richtlinie nennt konkrete Kategorien, die bei der Nutzung erfasst werden können [
3]. Dazu gehören:
- Kontoinformationen, etwa Geburtsdatum, sofern relevant, Nutzername, sofern relevant, E-Mail-Adresse oder Telefonnummer sowie Passwort [
3].
- Nutzereingaben, darunter Texteingaben, Prompts, hochgeladene Dateien, Feedback, Chatverlauf oder andere Inhalte, die Sie dem Modell und den Diensten bereitstellen [
3].
- Informationen bei der Kontaktaufnahme mit DeepSeek, etwa Angaben in Support-Nachrichten oder Identitätsnachweisen [
3].
Für den Alltag ist die zweite Kategorie besonders wichtig. Prompts, Anhänge und Chatverläufe können deutlich sensibler sein als reine Registrierungsdaten – vor allem, wenn sie Inhalte aus der Arbeit, von Kunden, aus internen Systemen oder über Dritte enthalten.
Was Sie nicht mit DeepSeek V4 teilen sollten
Weil Prompts, hochgeladene Dateien, Feedback und Chatverläufe zu den erfassbaren Nutzereingaben zählen können [3], sollten Sie keine Informationen eingeben, die geheim, reguliert, schwer rückgängig zu machen oder Eigentum Dritter sind.
Vermeiden Sie insbesondere:
- Passwörter, Wiederherstellungscodes, 2FA-Codes oder Session-Tokens;
- API-Schlüssel, Cloud-Zugangsdaten, Verbindungszeichenfolgen oder Infrastruktur-Secrets;
- interne Dokumente, Verträge, Gehaltslisten, Geschäftspläne oder vertrauliche Unterlagen;
- Bank-, Steuer-, Karten- oder sensible Abrechnungsdaten;
- medizinische Informationen oder Gesundheitsdaten;
- Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Anschriften, Kennnummern oder andere personenbezogene Daten Dritter;
- proprietären Code, interne Prompts, Geschäftsstrategien oder Betriebsgeheimnisse.
Das bedeutet nicht, dass DeepSeek diese Daten missbraucht. Es bedeutet: Sobald Sie solche Inhalte senden, befinden sie sich nicht mehr nur in Ihrer eigenen Umgebung.
Sie sind für Ihre Eingaben mitverantwortlich
Die Nutzungsbedingungen von DeepSeek sagen, dass Nutzer für alle Inputs verantwortlich sind, die sie an den Dienst übermitteln, sowie für die dazugehörigen Outputs. Außerdem erklären Nutzer beim Senden von Inputs, dass sie die erforderlichen Rechte, Lizenzen und Berechtigungen dafür besitzen [4].
Das ist besonders im beruflichen Kontext relevant. Wer Kundendaten, interne Tickets, Unternehmensdokumente, privaten Code oder personenbezogene Daten Dritter in ein KI-System kopiert, kann gegen Datenschutzvorgaben, Verträge oder interne IT-Regeln verstoßen – selbst wenn es nur um eine Zusammenfassung, Übersetzung oder Korrektur ging.
Datenschutzkontrollen, die Sie prüfen sollten
DeepSeek erklärt in seinem Dokument zu Modellmechanismen und Trainingsmethoden, dass Nutzer grundlegende Serviceinformationen abfragen, der Datennutzung fürs Modelltraining widersprechen und historische Daten löschen können [7].
Trotzdem sollten Sie diese Optionen in genau der Oberfläche prüfen, die Sie tatsächlich verwenden. Bevor Sie mit auch nur mäßig sensiblen Informationen arbeiten, klären Sie:
- Gibt es eine Option, Ihre Daten vom Modelltraining auszuschließen?
- Gilt diese Auswahl nur künftig oder auch rückwirkend?
- Können Sie den Chatverlauf löschen?
- Werden hochgeladene Dateien zusammen mit dem Verlauf entfernt?
- Gilt die Einstellung für Webversion, App, API – oder nur für einen Teil des Dienstes?
Die allgemeine Existenz solcher Kontrollen ersetzt nicht die Prüfung im konkreten Konto, Produkt und Nutzungskontext.
So senken Sie das Risiko bei der Nutzung
Die wichtigste Schutzregel ist Datensparsamkeit: Senden Sie nur das, was für die Aufgabe wirklich nötig ist.
1. Vor dem Einfügen anonymisieren
Ersetzen Sie Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Anschriften, interne IDs und Firmennamen durch Platzhalter wie Kunde AUnternehmen B[E-Mail].
2. Ausschnitte statt ganzer Dokumente verwenden
Wenn Sie nur eine Klausel, einen Absatz oder eine Fehlermeldung prüfen lassen wollen, kopieren Sie nur diesen Teil. Laden Sie kein komplettes Dokument hoch, wenn ein minimaler Ausschnitt genügt.
3. Dateien vor dem Hochladen bereinigen
Erstellen Sie eine Kopie ohne Kommentare, Metadaten, Bearbeitungshistorie, interne Dateipfade oder versteckte Inhalte. Nutzen Sie nicht das Originaldokument, wenn es Informationen enthält, die für die Anfrage nicht nötig sind.
4. Tests und Arbeit trennen
Vermischen Sie Experimente, berufliche Inhalte und sensible Materialien nicht in einem Konto, wenn es dafür keinen klaren Grund gibt. Für Tests sind fiktive Daten meist die bessere Wahl.
5. Zugangsdaten sofort rotieren, wenn sie versehentlich geteilt wurden
Wenn Sie ein Passwort, Token, einen API-Schlüssel oder ein Infrastruktur-Secret eingegeben haben, ändern oder widerrufen Sie es so schnell wie möglich. Das Löschen des Chats kann beim Verlauf helfen, sofern die Option verfügbar ist; bei offengelegten Zugangsdaten sollte es aber nicht die einzige Maßnahme bleiben [7].
Was tun, wenn bereits etwas Sensibles gesendet wurde?
Die richtige Reaktion hängt vom Datentyp ab:
- Passwort, Token oder API-Schlüssel: sofort ändern, widerrufen oder rotieren.
- Personenbezogene Daten Dritter: dokumentieren, was geteilt wurde, und den Datenschutzprozess Ihrer Organisation befolgen.
- Internes oder vertrauliches Dokument: je nach Umfeld IT-Sicherheit, Rechtsabteilung, Datenschutz oder Compliance informieren.
- Chatverlauf: die Löschoptionen prüfen, da DeepSeek angibt, dass Nutzer historische Daten löschen können [
7].
- Nutzung fürs Training: nach der Opt-out-Option suchen, die DeepSeek für die Datennutzung beim Modelltraining beschreibt [
7].
Fazit
Es gibt in den verfügbaren Quellen keine Grundlage für die Aussage, DeepSeek V4 werde Ihnen Daten „stehlen“. Es gibt aber eine klare Datenschutzwarnung: DeepSeek kann personenbezogene Daten im Zusammenhang mit seinen Diensten verarbeiten [2], und eine zitierte Richtlinienfassung nennt Prompts, hochgeladene Dateien, Feedback und Chatverläufe als Inhalte, die erfasst werden können [
3].
Nutzen Sie DeepSeek V4 deshalb wie einen externen KI-Dienst. Wenn eine Information geheim, personenbezogen, reguliert, geschäftskritisch oder schwer zu widerrufen ist, gehört sie nicht in den Prompt.




