| Vergleichspunkt | Samsung | TSMC |
|---|---|---|
| Konzernebene | Samsung Electronics meldete 133,9 Billionen Won Konzernumsatz und 57,2 Billionen Won operativen Gewinn – beides Quartalsrekorde. | TSMC meldete 1.134,10 Milliarden NT-Dollar Umsatz, 572,48 Milliarden NT-Dollar Nettogewinn und 22,08 NT-Dollar Gewinn je Aktie. |
| Halbleiter- bzw. Kerngeschäft | DS Semiconductor erzielte 81,7 Billionen Won Umsatz und 53,7 Billionen Won operativen Gewinn. | In US-Dollar gerechnet lag TSMCs Umsatz bei 35,90 Milliarden US-Dollar; die Bruttomarge betrug 66,2 %, die operative Marge 58,1 % und die Nettomarge 50,5 %. |
| Aussagekraft | Samsung verweist auf Rekordergebnisse durch das Speichergeschäft und steigende Verkäufe höherwertiger KI-Produkte. | Bei TSMC kamen 74 % des Wafer-Umsatzes aus Technologien von 7 Nanometern und darunter; 5 Nanometer standen für 36 %, 3 Nanometer für 25 %. |
Wichtig ist auch: Die 66 % bei Samsung DS sind eine operative Marge. Die 66,2 % bei TSMC sind eine Bruttomarge; TSMCs operative Marge lag im selben Quartal bei 58,1 %. Diese beiden 66er-Werte sind also nicht dieselbe Kennzahl und eignen sich nicht als direkter Beweis für einen Foundry-Sieg.
Samsung selbst führt die Rekordergebnisse der DS-Sparte auf das Speichergeschäft zurück und nennt höhere Verkäufe von wertschöpfungsstarken KI-Produkten. In der offiziellen Mitteilung heißt es außerdem, das Memory Business habe im ersten Quartal 2026 neue Quartalsrekorde bei Umsatz und operativem Gewinn erzielt. Damit war nicht ein einzelner Foundry-Kunde oder ein einzelner Fertigungsknoten der zentrale Hebel, sondern die Kombination aus Speicherzyklus, Produktmix und KI-Nachfrage.
Externe Berichte führen Samsungs starke Q1-Performance auch auf robuste Verkäufe von HBM-Chips zurück, die in KI-Rechenzentren eingesetzt werden. Das passt zu Samsungs eigener Aussage über steigende Verkäufe höherwertiger KI-Produkte. Der KI-Boom treibt also nicht nur Logikchips und fortgeschrittene Fertigung an, sondern erhöht auch die Ertragskraft von Speicheranbietern.
Samsungs DS-Sparte erzielte im Quartal 53,7 Billionen Won operativen Gewinn; der gesamte operative Gewinn von Samsung Electronics lag bei 57,2 Billionen Won. Chosun berichtete zudem, rund 94 % des gesamten operativen Gewinns von Samsung Electronics im ersten Quartal 2026 seien aus der DS-Sparte gekommen, vor allem aus Halbleitern und besonders aus dem Speichergeschäft. Deshalb las der Markt das Quartal als großen Sieg von Samsungs Halbleiterbereich.
Erstens ist das Subjekt der „Überholung“ die DS-Sparte, nicht Samsung Foundry allein. Chosun beschreibt, dass Samsungs DS-Halbleiterbereich in der Speicher-Superkonjunktur bei Größe und Profitabilität offenbar TSMC übertroffen habe. Samsungs eigene Unterlagen wiederum legen den Fokus klar auf Speicher und höherwertige KI-Produkte.
Zweitens zeigte das Foundry-Geschäft selbst nicht dieselbe Dynamik. Gadgets360 berichtete, dass die Gewinne aus Samsungs Foundry-Geschäft im ersten Quartal zurückgingen. Das steht im Kontrast zum Rekordgewinn der gesamten DS-Sparte und zeigt, warum man diese Geschäftsbereiche nicht in einen Topf werfen sollte.
Drittens war TSMC im selben Zeitraum keineswegs schwach. Das Unternehmen erzielte im Q1 2026 35,90 Milliarden US-Dollar Umsatz, eine Bruttomarge von 66,2 % und eine operative Marge von 58,1 %; zugleich blieb der Anteil fortgeschrittener Prozesse sehr hoch. Der Umsatz lag außerdem leicht über der ursprünglichen Prognosespanne. Branchenanalysen sehen TSMC weiterhin als führenden Pure-Play-Foundry-Anbieter – mit Stärken bei Kundenvertrauen, fortgeschrittenen Prozessknoten, Ausführungssicherheit und Advanced Packaging.
Wer wirklich beurteilen will, ob Samsung Foundry zu TSMC aufschließt, braucht daher andere Kennzahlen: Gewinnt Samsung mehr externe Foundry-Kunden? Laufen fortgeschrittene Prozessknoten stabil in hohen Volumina? Stimmen Ausbeute, Lieferfähigkeit und Zeitpläne aus Sicht großer Kunden? Lässt sich Advanced Packaging zusammen mit den Prozessen skalieren? Und trägt die Foundry über mehrere Quartale substanziell zum Gewinn bei? Genau solche Punkte berühren jene Felder, in denen TSMC von Branchenanalysen als besonders stark beschrieben wird.
Die präziseste Zusammenfassung lautet: Samsung lieferte im ersten Quartal 2026 mit seiner DS-Sparte einen außergewöhnlich starken finanziellen Auftritt. Der Haupttreiber waren jedoch Speicher und höherwertige KI-Produkte. TSMC kam gleichzeitig auf 35,90 Milliarden US-Dollar Umsatz, 66,2 % Bruttomarge, 58,1 % operative Marge und einen hohen Anteil fortgeschrittener Prozesse.
Das Quartal zeigt also vor allem, wie stark der KI-Speicherzyklus Samsung DS beflügelt. Es beweist nicht, dass Samsung Foundry TSMC in der Chip-Auftragsfertigung überholt hat.