Bei Coding-Benchmarks lohnt sich der zweite Blick. SWE-bench Pro und Terminal-Bench 2.0 messen nicht dasselbe. In SWE-bench Pro erreicht Claude Opus 4.7 64,3 %, GPT-5.5 58,6 % . Vellum beschreibt diesen Abstand als Hinweis darauf, dass Claude bei realitätsnahen GitHub-Issue-Aufgaben stärker abschneidet
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Sobald die Arbeit stärker in Richtung Terminal, Shell und Dateisystem geht, dreht sich das Bild. Terminal-Bench 2.0 wird als Benchmark für reale CLI-Workflows beschrieben, darunter mehrstufige Aufgaben mit Dateimanipulation, Skriptausführung und Projekt-Navigation. Dort liegt GPT-5.5 mit 82,7 % klar vor Claude Opus 4.7 mit 69,4 % . Wer also einen Agenten bauen will, der im Terminal arbeitet, Ordner durchsucht, Skripte startet und Fehler iterativ behebt, sollte GPT-5.5 früh testen.
Auch die qualitative Einschätzung passt dazu. Mindstudio sieht GPT-5.5 leicht im Vorteil, wenn präzise Tool-Nutzung und Dateinavigation gefragt sind. Claude Opus 4.7 wird dagegen stärker bei Architekturverständnis über große Codebasen hinweg beschrieben . Praktisch gesagt: Für komplexe Refactorings, Code Reviews und strukturelle Änderungen spricht mehr für Claude; für ausführende Entwicklungsautomatisierung im Terminal spricht mehr für GPT-5.5.
Vorsicht ist bei SWE-bench Verified angebracht. APIYI und LLM Stats nennen für Claude Opus 4.7 einen Wert von 87,6 %, doch aus den bereitgestellten Quellen lässt sich kein sauber vergleichbarer GPT-5.5-Wert unter identischen Bedingungen ableiten . Schon kleine Unterschiede bei Modellmodus, Harness, Tool-Setup oder Wiederholungsregeln können das Bild verschieben
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Bei Computer-Use-Benchmarks liegt GPT-5.5 knapp vorn. OpenAI nennt für OSWorld-Verified 78,7 % für GPT-5.5 und 78,0 % für Claude Opus 4.7 . Der Abstand ist gering, aber nach den veröffentlichten Zahlen hat GPT-5.5 hier die Nase leicht vorn
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Deutlicher ist der Vorsprung bei BrowseComp, einem Benchmark für Such- und Browsing-Aufgaben. OpenAI gibt GPT-5.5 mit 84,4 %, GPT-5.5 Pro mit 90,1 % und Claude Opus 4.7 mit 79,3 % an . Für Recherche-Agenten, Web-Browsing, Informationssuche und vergleichbare Workflows ist GPT-5.5 daher ein naheliegender erster Kandidat.
Das heißt jedoch nicht, dass GPT-5.5 pauschal das bessere Tool-Modell ist. Bei MCP Atlas liegt Claude Opus 4.7 mit 79,1 % vor GPT-5.5 mit 75,3 % . Für Teams ist die Lehre daraus ziemlich bodenständig: Browser-Suche, GUI-Computer-Nutzung, MCP-artige Tool-Aufrufe und Terminal-Automatisierung sollten getrennt getestet werden. Ein guter Wert in einer Agenten-Kategorie garantiert keinen Sieg in der nächsten.
Im wissenschaftlichen Reasoning ist der Abstand klein. GPQA Diamond wird mit 94,2 bis 94,3 % für Claude Opus 4.7 und 93,6 % für GPT-5.5 angegeben . Nach den vorliegenden Quellen liegt Claude damit knapp vorn, aber nicht mit einem Vorsprung, der allein eine Modellentscheidung tragen sollte
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Bei Mathematik sieht es anders aus. In FrontierMath T1-3 erreicht GPT-5.5 51,7 %, Claude Opus 4.7 43,8 %. In der schwierigeren T4-Stufe werden 35,4 % für GPT-5.5 und 22,9 % für Claude genannt . Für formale Mathematik, mehrstufige Herleitungen und Aufgaben, bei denen Verifikation und Rechenlogik im Mittelpunkt stehen, ist GPT-5.5 nach diesen Zahlen der stärkere Startpunkt.
Humanity’s Last Exam, kurz HLE, ist in diesem Vergleich der wackligste Baustein. Mashable nennt für die No-Tools-Bedingung 40,6 % für GPT-5.5 und 31,2 % für Claude Opus 4.7 . o-mega und RDWorld führen dagegen 41,4 % für GPT-5.5 und 46,9 % für Claude Opus 4.7 an
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Mit Tools berichten Mashable und RDWorld 52,2 % für GPT-5.5 und 54,7 % für Claude Opus 4.7 . Das spricht in dieser speziellen Einstellung knapp für Claude. Weil die No-Tools-Werte aber je nach Quelle stark auseinanderlaufen, sollte HLE nicht allein über die Frage entscheiden, welches Modell insgesamt besser schlussfolgert.
Auch beim Kontextfenster unterscheiden sich die Darstellungen. Artificial Analysis führt GPT-5.5 mit 922k Tokens und Claude Opus 4.7 mit 1.000k Tokens auf . LLM Stats beschreibt dagegen beide Modelle als 1M-Token-Modelle mit gleichem Input-Preisniveau
. Für die Praxis heißt das: Beide gehören zur Klasse der sehr langkontextfähigen Modelle, aber konkrete Limits, Preise und Tool-Kosten sollten im jeweils genutzten API- oder Produkt-Tarif geprüft werden.
Gesamt-Rankings sind ebenfalls nur ein Ausgangspunkt. BenchLM listet Claude Opus 4.7 auf Platz 2 von 110 Modellen im Provisional Leaderboard und auf Platz 2 von 14 im Verified Leaderboard . GPT-5.5 steht bei BenchLM auf Platz 5 von 112 im Provisional Leaderboard und auf Platz 2 von 16 im Verified Leaderboard
. Das zeigt: Beide spielen in der Spitzengruppe. Für reale Produkte zählen aber zusätzlich Latenz, Kosten, Stabilität der Tool-Aufrufe, Fehlertypen und Wiederholbarkeit.
Claude Opus 4.7 ist der naheliegende erste Testkandidat, wenn:
GPT-5.5 sollte zuerst auf die Shortlist, wenn:
Claude Opus 4.7 ist nach den vorliegenden Zahlen besonders stark bei SWE-bench Pro, GPQA Diamond und MCP Atlas . GPT-5.5 ist besonders stark bei Terminal-Bench 2.0, OSWorld-Verified, BrowseComp und FrontierMath
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Die realistische Entscheidung lautet also nicht: Claude oder GPT? Sie lautet: Welche Arbeit soll automatisiert werden? Für komplexe Codeänderungen, Architekturverständnis und wissenschaftliche Fragen spricht viel dafür, Claude Opus 4.7 zuerst zu testen. Für Terminal-Agenten, Browsing, Computer-Nutzung und Mathematik ist GPT-5.5 der bessere erste Kandidat.