Die Registrierung bedeutet jedoch nicht, dass die Funktion sofort verfügbar ist. Die Einführung bleibt von weiteren Sicherheitsprüfungen, der Lokalisierung und Betriebssystem-Updates abhängig . Eine strukturelle Bedingung der Zulassung: Apple darf in China keine eigenen Foundation-Modelle betreiben. Stattdessen übernimmt Alibabas Qwen die Sprach- und Bildgenerierung, während Baidu die Bildersuche bereitstellt .
Noch vor der CAC-Registrierung hatten Entwickler Apples technische Vorbereitungen entdeckt. Ende Juni 2026 fanden sie in der Beta-2-Firmware von iOS 27 Systemverweise auf „Baidu Visual Search“ (百度视觉搜索) . Der Code tauchte in einer neuen ExtensionKit-Komponente namens SearchPartnerInferenceProvider auf, die als Infrastruktur für Bildersuche und KI-Dienste Dritter dient . Mehrere Quellen bestätigten Baidu als offiziellen KI-Suchpartner von Apple Intelligence in China . Es ist der erste belegte Fall, dass Apple Code eines lokalen chinesischen KI-Partners direkt in die iOS-Systemarchitektur eingebettet hat .
In der Dual-Partner-Strategie liefert Alibabas Qwen die Sprach- und Texterzeugung, während Baidu die Bildersuche übernimmt . Die Architektur der Partnerschaft gliedert sich offenbar so: Apple Intelligence als Systemebene, Baidu als Suchmaschinenschicht und Alibaba Qwen als Modellebene .
Am 8. August veröffentlichte Apples chinesische Website ein Support-Dokument mit dem Titel „Using Qwen with Apple Intelligence on Mac“. Es beschrieb, wie Mac-Nutzer auf dem chinesischen Festland Alibabas Qwen-Sprachmodell mit Siri und den Schreibwerkzeugen (Writing Tools) verbinden können . Die Anleitung wurde innerhalb von 24 Stunden entfernt. Der Apple-Kundendienst bestätigte der Global Times die Löschung, nannte jedoch keinen Grund . Chinesische Analysten spekulierten, dass noch Anpassungen ausstehen oder die Veröffentlichung der Anleitung verfrüht war . Die Anleitung war ursprünglich Teil des vereinfacht-chinesischen Mac-Benutzerhandbuchs, was zeigt, dass Apple Qwen auf Systemebene in macOS integriert hatte .
Nach der entfernten Anleitung benötigten berechtigte Nutzer macOS 26.6 oder höher, mussten die Erweiterung aktivieren und sich in einem Qwen-Konto anmelden. Apple gab zudem an, dass Alibaba die übermittelten Daten nicht zum Trainieren oder Verbessern seiner Modelle nutzen dürfe . Die Anleitung wurde durch die vorherige Version „Using ChatGPT with Apple Intelligence“ ersetzt .
Fazit: Apple hat die wichtigste regulatorische Hürde genommen, die Qwen-Integration auf dem Mac öffentlich bestätigt (die Dokumentation dann aber zurückgezogen) und baut die Baidu-Bildersuche auf Systemebene in das Betriebssystem ein – ein genaues Datum für den kommerziellen Start steht jedoch noch nicht fest.
Für chinesische iPhone-Nutzer ist die CAC-Registrierung vom 15. Juli der entscheidende Schritt. Sie bedeutet, dass Apple Intelligence-Funktionen – darunter verbesserte Siri-Antworten, Textgenerierung in Schreibwerkzeugen und Bildersuche – technisch für den Start freigegeben sind. Das kurzzeitige Erscheinen der Qwen-Anleitung am 8. August deutet darauf hin, dass die Integration zumindest auf dem Mac funktioniert; die Löschung ohne Erklärung zeigt aber, dass die finale behördliche Freigabe oder interne Bereitschaftsprüfungen möglicherweise noch nicht abgeschlossen sind.
Bemerkenswert ist auch die Dual-Partner-Strategie mit Alibaba und Baidu: Apple lagert die zentralen KI-Fähigkeiten an chinesische Anbieter aus, um den lokalen Vorschriften zu entsprechen. Dieses Modell könnte wegweisend dafür sein, wie andere ausländische Technologieunternehmen den chinesischen KI-Markt angehen.