Taipeh, Juni 2026: Die Computex, traditionell eine Leistungsschau neuer Hardware, wurde in diesem Jahr zum Schauplatz einer regelrechten Zeitenwende. Nvidia-Chef Jensen Huang stellte nicht nur schnellere Chips vor, sondern präsentierte den finanziellen und technologischen Bauplan für eine grundlegende Transformation der Rechenzentren: den Abschied von kupferbasierten Elektronenverbindungen und den Übergang zur Datenübertragung per Licht – der Photonik.
Die simple Logik dahinter ist Physik: Wenn KI-Cluster auf eine Million GPUs anwachsen, scheitern herkömmliche Kupferverbindungen an den schieren Anforderungen an Bandbreite und Energieverbrauch . Die Lösung ist Licht.
Bereits im Vorfeld der Messe hatte Nvidia eine beispiellose Einkaufstour gestartet. Wie CNBC und andere Quellen berichteten, hat der Konzern seit Anfang März 2026 mindestens 6,5 Milliarden US-Dollar (rund 5,6 Milliarden Euro) in fünf strategisch wichtige Photonik- und Glasfaserunternehmen investiert . Die Summe unterstreicht, dass es hier nicht um eine evolutionäre Verbesserung geht, sondern um eine strategische Kehrtwende, um die physikalischen Grenzen des elektrischen Zeitalters zu durchbrechen.
Die Investitionen verteilen sich wie folgt:
Am 3. Juni 2026 folgte der nächste Paukenschlag: Lightmatter, ein führender Spezialist für photonisches Supercomputing, trat offiziell dem NVLink-Fusion-Ökosystem von Nvidia bei. Konkret bedeutet dies die Integration von Lightmatters Passage-Photonikverbindungen und Guide-Lasern direkt in die Nvidia-Plattform .
Das Ziel dieser Partnerschaft sind sogenannte Co-Packaged Optics (CPO) und Near-Packaged Optics (NPO). Bei diesen hochintegrierten Lösungen werden optische Komponenten direkt mit dem Chip oder in unmittelbarer Nähe zu ihm verpackt, was eine drastisch höhere Effizienz ermöglicht. Ein entscheidender Aspekt: Die Technologie erlaubt es auch maßgeschneiderten Fremdprozessoren (Custom XPUs) von Drittanbietern, sich direkt mit den Switch-Chips von Nvidia zu verbinden .
Lightmatter selbst gibt an, dass seine bidirektionale Architektur die Anzahl der benötigten Glasfasern und Stecker im Vergleich zu herkömmlichen Ansätzen um bis zu 50 % reduzieren kann . Der eigene Blog des Unternehmens kommentierte diesen Schritt unmissverständlich: „Die Bandbreite wird zum ersten Mal von den physischen Chipgrenzen entkoppelt. Die Reichweite erstreckt sich von einem Meter bis zu einem Kilometer, ohne dass eine architektonische Änderung am Host-XPU erforderlich ist“
.
Neben den strategischen Partnerschaften und Zukunftsinvestitionen meldete Nvidia auch handfeste Produktionserfolge. Die neuen Spectrum-X Ethernet Photonics Switches, die vollständig auf der CPO-Technologie basieren, gehen in die Serienproduktion. Sie sind für die nächste Rechenzentrumsgeneration um die Vera-Rubin-Plattform (Anm.d.Red.: Nvidias nächste große GPU-Architektur) konzipiert und sollen die KI-Fabriken der Zukunft vernetzen .
Die treibende Kraft hinter dieser Milliardenoffensive ist das, was Matt Murphy, CEO von Marvell Technology, auf der Computex-Keynote die „Kupferwand“ (Copper Wall) nannte. Für KI-Workloads mit Billionen von Parametern – den Modellen der übernächsten Generation – sei nicht die reine Rechendichte der limitierende Faktor, sondern die Konnektivität. Die elektrischen Leiterbahnen in Kupfer stoßen schlicht an ihre physikalischen Grenzen, was Latenz, Hitzeentwicklung und Datendurchsatz betrifft .
Die Strategie ist daher umfassend und betrifft die gesamte Infrastruktur: CPO auf der Switch-Ebene, Silizium-Photonik für die Chip-zu-Chip-Kommunikation und rein optische Glasfaserverkabelung im gesamten Rechenzentrum . Nvidia selbst betont, dass es nicht um eine sofortige, radikale Abschaffung von Kupfer geht. Für kurze Distanzen innerhalb eines Racks wird es wohl bis mindestens 2028 die dominierende Technologie bleiben
. Es geht vielmehr darum, jetzt die optischen Kapazitäten aufzubauen, um die Grenzen zu sprengen, die der Strom der nächsten KI-Ära setzt
.
Die Marktforscher von TrendForce gehen in ihrer Prognose von einer rasanten Entwicklung aus. Der Anteil von Co-Packaged Optics an optischen Modulen in KI-Rechenzentren könnte bis 2030 auf 35 % steigen und letztlich Kupfer für alle Verbindungen auf Rack-Ebene verdrängen .
Das Signal der Computex 2026 ist unübersehbar: Die Zukunft der KI-Infrastruktur wird nicht mehr aus Kupfer und Strom gebaut – sie läuft auf Licht.
Studio Global AI
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Auf der Computex 2026 verankerte Nvidia seine umfassende optische Strategie: Lightmatter trat dem NVLink Fusion Ökosystem bei, um den Glasfaserbedarf um 50 % zu senken, während die Spectrum X CPO Switches in die Serie...
Auf der Computex 2026 verankerte Nvidia seine umfassende optische Strategie: Lightmatter trat dem NVLink Fusion Ökosystem bei, um den Glasfaserbedarf um 50 % zu senken, während die Spectrum X CPO Switches in die Serie... Seit März 2026 hat Nvidia mindestens 6,5 Milliarden Dollar in fünf Unternehmen investiert – darunter jeweils 2 Mrd.
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