Die faire Antwort lautet: Für einen eindeutigen Gesamtsieger reicht die öffentliche Beweislage nicht aus. Die wichtigsten Zahlen stammen aus unterschiedlichen Quellen. VentureBeat berichtet für Claude Opus 4.7 von 64,3 % auf SWE-bench Pro, 94,2 % auf GPQA Diamond und einem Elo-Wert von 1753 auf GDPVal-AA; Interesting Engineering nennt für GPT-5.5 58,6 % auf SWE-Bench Pro; LLM Stats führt sowohl GPT-5.5 als auch Claude Opus 4.7 bei rund 0,94 auf GPQA.
Diese Werte helfen beim Shortlisting. Sie ersetzen aber keinen unabhängigen Head-to-Head-Test mit denselben Prompts, denselben Tools, demselben Token-Budget, derselben Testumgebung und denselben Inference-Bedingungen.
Als Arbeitsregel lässt sich daraus ableiten:
| Kriterium | GPT-5.5 | Claude Opus 4.7 | Was das bedeutet |
|---|---|---|---|
| Start und Zugang | OpenAI stellte GPT-5.5 am 23. April 2026 vor; laut OpenAI ist es in ChatGPT und Codex verfügbar, die API folgt später. | Anthropic nennt den 16. April 2026 als Launch von Claude Opus 4.7 auf der Claude Platform. | Für ChatGPT/Codex-Workflows ist GPT-5.5 direkt relevant; für API-Projekte wirkt Opus 4.7 in den zitierten Quellen derzeit klarer verfügbar. |
| Coding-Agenten | Interesting Engineering meldet 58,6 % auf SWE-Bench Pro; OpenAI führt GPT-5.5 in Codex für komplexes Coding, Computer-Nutzung, Wissensarbeit und Research-Workflows. | VentureBeat meldet 64,3 % auf SWE-bench Pro. | |
| Reasoning | LLM Stats listet GPT-5.5 bei rund 0,94 auf GPQA. | VentureBeat meldet 94,2 % auf GPQA Diamond und Elo 1753 auf GDPVal-AA; LLM Stats listet Opus 4.7 ebenfalls bei rund 0,94 auf GPQA. | |
| Wissensarbeit und Workflow | OpenAI beschreibt GPT-5.5 für Code, Online-Recherche, Informationsanalyse, Dokumente, Tabellen und das Arbeiten über mehrere Tools hinweg. | Anthropic beschreibt Opus 4.7 als sein stärkstes allgemein verfügbares Modell für komplexes Reasoning und agentisches Coding. | GPT-5.5 wirkt stärker als Workflow-Modell im OpenAI-Ökosystem; Opus 4.7 ist besonders interessant für Reasoning- und Coding-Agent-Szenarien. |
| Kosten und Tokens | OpenAIs Preisseite führt GPT-5.5 als coming soon mit einem Input-Preis von 5,00 US-Dollar pro 1 Mio. Tokens. | Anthropic nennt für Opus 4.7 denselben Preis wie für Opus 4.6: 5/25 US-Dollar pro MTok, also pro Million Tokens. Anthropic warnt zudem, dass der neue Tokenizer denselben Input je nach Inhalt auf etwa 1,0–1,35× so viele Tokens abbilden kann. |
Für die enge Frage „Welches Modell ist stärker als Coding-Agent?“ hat Claude Opus 4.7 derzeit die klarere öffentliche Zahl auf seiner Seite. VentureBeat berichtet, Opus 4.7 löse 64,3 % der Aufgaben auf SWE-bench Pro; Interesting Engineering nennt für GPT-5.5 auf SWE-Bench Pro 58,6 %.
Das heißt nicht, dass Claude in jedem Codebestand automatisch besser ist. Ein Benchmark ist nicht Ihr Repository. Coding-Benchmarks reagieren auf Test-Harness, Umgebung, Tool-Rechte, Prompting, Token-Limits und Bewertungskriterien. Die nüchterne Schlussfolgerung lautet daher: Opus 4.7 liegt bei den hier genannten SWE-bench-Pro-Werten vorn, aber die Entscheidung sollte an realen Repos und realen Workflows geprüft werden.
GPT-5.5 bleibt für Entwicklerinnen und Entwickler trotzdem ein naheliegender Kandidat, wenn sie bereits Codex nutzen. OpenAI schreibt, GPT-5.5 sei in Codex als neues Frontier-Modell für komplexes Coding, Computer-Nutzung, Wissensarbeit und Research-Workflows verfügbar. Wenn die Aufgabe nicht nur „Bug fixen“ heißt, sondern auch Kontext finden, ein System verstehen, Tools bedienen, Dokumentation schreiben und längere Aufgabenketten abschließen soll, kann die Integration in Codex ein wichtiger Faktor sein.
Auch beim Reasoning hat Claude Opus 4.7 starke öffentliche Signale. VentureBeat berichtet 94,2 % auf GPQA Diamond und einen Elo-Wert von 1753 auf GDPVal-AA. Das spricht für anspruchsvolle Denk- und Wissensaufgaben, sollte aber nicht so gelesen werden, als würde ein einzelner Benchmark alle Arten von Reasoning abdecken.
Der Abstand sollte außerdem nicht überzeichnet werden. LLM Stats führt Claude Opus 4.7 und GPT-5.5 beide bei rund 0,94 auf GPQA. Plausibel ist deshalb diese Lesart: Opus 4.7 hat bei einigen veröffentlichten Messpunkten die stärkeren Schlagzeilen, aber die Daten reichen nicht aus, um GPT-5.5 pauschal bei jedem Reasoning-Szenario zurückzustufen.
Die stärkste Karte von GPT-5.5 liegt weniger in einer einzelnen Benchmark-Zahl als im Arbeitskontext. OpenAI beschreibt GPT-5.5 als Modell für komplexe reale Arbeit: Code schreiben, online recherchieren, Informationen analysieren, Dokumente und Tabellen erstellen und zwischen Tools wechseln, um Aufgaben zu erledigen.
Dazu passt die Produktlage: OpenAI gibt an, dass GPT-5.5 derzeit in ChatGPT und Codex verfügbar ist, während die API-Verfügbarkeit später folgen soll. Im Codex-Changelog wird GPT-5.5 ebenfalls als neues Frontier-Modell für komplexes Coding, Computer-Nutzung, Wissensarbeit und Research-Workflows beschrieben.
Wenn Ihr Alltag also stark in ChatGPT oder Codex stattfindet – etwa mit Datei-Analyse, Code-Änderungen, Recherche, Planung, Dokumentation, Tabellenarbeit oder mehrstufigen Tool-Abläufen –, ist GPT-5.5 wahrscheinlich das Modell, das Sie früh testen sollten.
Für Produktteams ist eine Leaderboard-Zahl nur die halbe Miete. Entscheidend ist auch, ob das Modell per API verfügbar ist, wie Input und Output abgerechnet werden, wie viele Tokens tatsächlich anfallen, wie oft Tools aufgerufen werden und wie stabil lange Agentenläufe funktionieren.
Bei GPT-5.5 schreibt OpenAI in der Modelldokumentation, dass das Modell in ChatGPT und Codex verfügbar ist und die API später kommt. Auf der OpenAI-Preisseite wird GPT-5.5 als coming soon geführt; dort steht ein Input-Preis von 5,00 US-Dollar pro 1 Mio. Tokens.
Bei Claude Opus 4.7 meldet Anthropic den Launch auf der Claude Platform und nennt 5/25 US-Dollar pro MTok, also pro Million Tokens, wie bei Opus 4.6. Gleichzeitig weist Anthropic auf zwei praktische Kostenfaktoren hin: Der neue Tokenizer kann denselben Input je nach Inhalt auf etwa 1,0–1,35× so viele Tokens abbilden, und das Modell kann bei höheren Effort-Stufen – besonders in späteren agentischen Turns – mehr Output-Tokens erzeugen.
Kurz gesagt: Ein Modell mit besseren Benchmark-Werten ist nicht automatisch das günstigere oder passendere Modell, wenn Ihr Workflow lange Kontexte, viele Turns, viele Tool-Calls oder strikte Kostenlimits hat.
Claude Opus 4.7 ist die naheliegende Wahl, wenn:
GPT-5.5 ist die naheliegende Wahl, wenn:
Beide Modelle sollten Sie testen, wenn:
Ein kleiner, praxisnaher Evaluation-Satz ist oft wertvoller als eine große, aber fremde Rangliste:
Das ist wichtig, weil das Gesamtbild nicht eindimensional ist: Claude Opus 4.7 hat in den zitierten Quellen die stärkeren öffentlichen Coding- und Reasoning-Signale; GPT-5.5 ist dagegen tiefer in ChatGPT- und Codex-Workflows für mehrstufige praktische Arbeit eingebettet.
Claude Opus 4.7 wirkt stärker, wenn Sie nach den zitierten öffentlichen Benchmarks für Coding-Agenten und einigen Reasoning-/Knowledge-Work-Messpunkten urteilen. VentureBeat berichtet 64,3 % auf SWE-bench Pro, 94,2 % auf GPQA Diamond und Elo 1753 auf GDPVal-AA.
GPT-5.5 wirkt stärker, wenn der Fokus auf produktiven Workflows in ChatGPT und Codex liegt. OpenAI beschreibt das Modell für Code, Online-Recherche, Informationsanalyse, Dokumente, Tabellen und Arbeit über mehrere Tools hinweg; außerdem ist GPT-5.5 laut OpenAI derzeit in ChatGPT und Codex verfügbar.
Die praktischste Antwort lautet deshalb: Claude Opus 4.7 hat den klareren Benchmark-Vorteil, GPT-5.5 den klareren Workflow-Vorteil. Für einen eindeutigen Gesamtsieger gibt es auf Basis der zitierten öffentlichen Quellen noch nicht genug Belege.
| Nur nach den hier zitierten SWE-bench-Pro-Zahlen liegt Opus 4.7 vorn. Für die Praxis zählt aber Ihr eigenes Repository. |
| Opus 4.7 hat auffällige Benchmark-Signale, aber GPQA zeigt in LLM Stats keinen klaren Abstand zu GPT-5.5. |
| Nicht nur Listenpreise vergleichen: Entscheidend sind echte Token-Zahlen, Output-Länge und Tool-Calls in Ihrem Workflow. |