Das ist kein finales Endspiel mit einem absoluten Sieger. Die Benchmarks messen unterschiedliche Fähigkeiten unter unterschiedlichen Bedingungen. Für die Modellwahl im Team ersetzt das keine eigene Probe auf dem echten Repository.
| Kennzahl | GPT-5.5 | Claude Opus 4.7 | Was das praktisch heißt |
|---|---|---|---|
| Terminal-Bench 2.0 | 82,7 % | 69,4 % | Vorteil GPT-5.5 für Workflows, in denen ein Agent viel im Terminal arbeitet; Terminal-Bench 2.0 misst laut OpenAI Terminal-Skills für Coding-Agenten. |
| SWE-Bench Pro | 58,6 % | 64,3 % | Vorteil Claude Opus 4.7 bei realistischeren Software-Engineering-Aufgaben; OpenAI beschreibt SWE-Bench Pro als mehrsprachiger, schwieriger und näher an der Industrie als SWE-bench Verified. |
| SWE-bench Verified | Keine vergleichbare GPT-5.5-Zahl in den zitierten Quellen | 82,4 % laut MindStudio | Nützlich als Signal für Bugfixes im Stil realer GitHub-Issues, aber kein direkter Head-to-Head-Vergleich mit GPT-5.5. |
| Kontextfenster | Keine faire Vergleichszahl in den zitierten Quellen | 1 Mio. Token | Vorteil für Claude Opus 4.7, wenn viele Dateien, Logs, Dokumentation oder lange Issues in einer Sitzung verarbeitet werden sollen. |
SWE-bench Verified prüft 500 echte GitHub-Issues aus beliebten Python-Repositories. Die Modelle müssen Patches erzeugen, die den Bug beheben, ohne bestehende Tests zu beschädigen. Der von MindStudio gemeldete Wert von 82,4 % für Claude Opus 4.7 ist deshalb relevant, aber ohne eine gleichwertige GPT-5.5-Zahl aus denselben Quellen kein direkter Vergleich.
GPT-5.5 sollten Sie zuerst ausprobieren, wenn Ihr Coding-Agent möglichst selbstständig in einer realen Entwicklerumgebung arbeiten soll:
Der wichtigste Hinweis ist hier Terminal-Bench 2.0: GPT-5.5 erreicht in der von VentureBeat berichteten Tabelle 82,7 %, Claude Opus 4.7 69,4 %. Weil OpenAI diesen Benchmark ausdrücklich mit den Terminal-Fähigkeiten eines Coding-Agenten wie Codex verbindet, ist das besonders aussagekräftig für command-line-lastige Arbeit.
Aber: Ein starkes Terminal-Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass jeder Patch in einer echten Codebasis korrekt ist. Auf SWE-Bench Pro wird Claude Opus 4.7 höher berichtet als GPT-5.5 — 64,3 % gegenüber 58,6 %.
Claude Opus 4.7 ist der bessere erste Kandidat, wenn Ihr Problem weniger an der Shell hängt und mehr an Kontext, Architekturverständnis und sauberen Änderungen über viele Dateien hinweg:
Anthropic positioniert Claude Opus 4.7 direkt als Modell für Coding und AI Agents und nennt ein Kontextfenster von 1 Mio. Token. Dazu passt das SWE-Bench-Pro-Signal: FactCheckRadar berichtet 64,3 % für Claude Opus 4.7 gegenüber 58,6 % für GPT-5.5.
Auch der SWE-bench-Verified-Wert von 82,4 %, den MindStudio für Claude Opus 4.7 nennt, ist ein positives Signal. Weil in den zitierten Quellen aber keine entsprechende GPT-5.5-Zahl unter denselben Bedingungen vorliegt, sollte man daraus nicht ableiten, dass Claude Opus 4.7 in jedem Coding-Szenario automatisch überlegen ist.
Im OpenAI-Ökosystem gibt es zusätzlich Codex-Modelle, die gezielt auf Software-Engineering ausgerichtet sind. GPT-5.1-Codex-Max wurde laut OpenAI auf realen Software-Engineering-Aufgaben trainiert, darunter PR-Erstellung, Code Review, Frontend-Coding und Q&A; OpenAI schreibt außerdem, dass das Modell frühere OpenAI-Modelle in mehreren Frontier-Coding-Evaluations übertrifft.
Das ist wichtig, wenn Sie ohnehin in der OpenAI-Welt mit Codex arbeiten. Es beantwortet aber nicht automatisch die Frage, ob GPT-5.5 oder Claude Opus 4.7 für Ihren konkreten Workflow besser ist. Für Produktionsarbeit sollten Sie immer das Modell, das Tool-Setup und die Zugriffsrechte vergleichen, die Ihr Team tatsächlich täglich nutzt.
| Hauptaufgabe | Zuerst testen | Warum |
|---|---|---|
| Agent führt Terminal-Befehle aus, liest Logs und startet Tests erneut | GPT-5.5 | Deutlicher Vorsprung auf Terminal-Bench 2.0 in den zitierten Daten. |
| Bugfixes oder Refactorings in großer Codebasis | Claude Opus 4.7 | 1 Mio. Token Kontextfenster und besseres berichtetes SWE-Bench-Pro-Ergebnis. |
| Code Review | Beide im A/B-Test | CodeRabbit meldet bessere Werte für GPT-5.5 in einem eigenen Review-Benchmark, aber das ist kein direkter Vergleich mit Claude Opus 4.7. |
| Frontend-Coding | Beide im A/B-Test | Die zitierten Quellen liefern keinen klaren direkten Frontend-Benchmark GPT-5.5 gegen Claude Opus 4.7. |
| Competitive Programming | Noch offen | Die verfügbaren Quellen fokussieren stärker auf Software Engineering, Terminal-Agenten und Bugfix-Benchmarks als auf algorithmische Wettbewerbsaufgaben. |
Wenn Sie für ein Team entscheiden, reicht ein Leaderboard nicht. Ein kleiner A/B-Test auf dem eigenen Repository ist oft aufschlussreicher:
Mit den aktuell zitierten Daten ist GPT-5.5 die naheliegende erste Wahl für terminal-lastige Coding-Agenten, während Claude Opus 4.7 stärker wirkt, wenn lange Kontexte, große Codebasen und SWE-Bench-Pro-artige Aufgaben im Vordergrund stehen.
Die beste Entscheidung ist deshalb nicht: ein Modell für alles. Sondern: beide Modelle unter denselben Bedingungen auf Ihrem echten Workflow testen — und danach das wählen, das weniger Nacharbeit verursacht.