Besser ist es, die Anweisung zuerst zu formulieren und dann Material, Einschränkungen und gewünschte Ausgabe sauber davon zu trennen. Der OpenAI Help Center empfiehlt, Instruktionen an den Anfang zu stellen und Kontext klar abzugrenzen; OpenAI-Dokumentation empfiehlt außerdem, komplexe Aufgaben in kleinere Teilaufgaben aufzubrechen.
Für den Alltag genügt oft eine einfache Checkliste. Prüfen Sie, ob diese fünf Punkte im Prompt vorkommen.
| Baustein | Was sollte hinein? | Beispiel |
|---|---|---|
| Aufgabe | Ein klares Verb: Was soll die KI tun? | zusammenfassen, vergleichen, umformulieren, prüfen, strukturieren |
| Kontext | Zweck, Zielgruppe, Situation und Material | für eine Führungskraft, für LinkedIn, für eine Präsentation, aus einem Meeting-Protokoll |
| Einschränkungen | Länge, Ton, Quellen, Verbote | maximal 200 Wörter, sachlich und verständlich, nur das eingefügte Material nutzen |
| Ausgabeformat | Die Form, in der Sie das Ergebnis brauchen | Tabelle, Stichpunkte, JSON, erst Kurzfassung, dann Empfehlung |
| Erfolgskriterien | Was muss die Antwort enthalten? | Risiken, offene Fragen, nächste Schritte, Annahmen oder Informationslücken |
Besonders wichtig ist das Ausgabeformat. „Analysiere das“ ist offen. „Vergleiche Kosten, Risiken, Zeitplan und Empfehlung in einer Tabelle“ ist deutlich verwertbarer. Auch OpenAIs Best Practices betonen, dass eine klare Beschreibung des erwarteten Outputs zu nützlicheren Ergebnissen beitragen kann.
Für die meisten Arbeitsfälle reicht diese Struktur:
Bitte übernimm die Rolle von [Rolle] und erledige auf Basis des folgenden Kontexts [Aufgabe].
Kontext: [Material, Zielgruppe, Zweck]
Einschränkungen: [Länge, Ton, erlaubte Quellen, Dinge, die vermieden werden sollen]
Ausgabeformat: [Stichpunkte / Tabelle / JSON / erst Zusammenfassung, dann Empfehlung]
Erfolgskriterien: [Was eine gute Antwort enthalten muss; wenn Informationen fehlen, Lücken nennen und nicht frei annehmen]
Wenn es noch kürzer sein soll, können Sie diese Vorlage verwenden:
Bitte erledige auf Basis von [Material] die folgende Aufgabe: [Aufgabe].
Der Zweck ist [Einsatzszenario], die Zielgruppe ist [Personen/Gruppe].
Halte dich an [Einschränkungen].
Gib das Ergebnis im Format [Format] aus, mit einer Länge von [Umfang].
Wenn wichtige Informationen fehlen, nenne zuerst die Lücken und triff keine unbelegten Annahmen.
Der Sinn dieser Formel ist nicht Bürokratie. Sie nimmt dem Modell die Stellen ab, an denen es sonst raten müsste.
Der Unterschied zeigt sich schnell bei einer typischen Schreibaufgabe.
Schwacher Prompt:
Schreib mir einen Produkttext.
Starker Prompt:
Schreibe einen E-Commerce-Produkttext für eine 600-ml-Edelstahl-Thermoflasche.
Die Zielgruppe sind Berufstätige, die täglich pendeln.
Der Ton soll klar, professionell und nicht übertrieben sein.
Ausgabeformat:
1. Eine Hauptzeile mit maximal 20 Wörtern
2. Fünf Produktvorteile, jeweils maximal 30 Wörter
Einschränkung: Vermeide übertriebene Formulierungen wie „unschlagbar“, „garantiert“ oder „das beste Produkt auf dem Markt“.
Der zweite Prompt ist nicht einfach länger. Er beantwortet die entscheidenden Fragen: Was wird geschrieben? Für wen? In welchem Ton? Wie lang? Was soll vermieden werden? Und in welchem Format soll die Antwort erscheinen? Das entspricht dem Grundprinzip, Aufgabe, Kontext und Ausgabeform klar zu beschreiben.
Die folgenden Vorlagen funktionieren für viele typische Büro-, Recherche- und Schreibaufgaben. Sie folgen immer derselben Logik: erst Aufgabe, dann Kontext und Einschränkungen, dann das Ausgabeformat.
Geeignet für Meeting-Notizen, Artikel, Berichte, Interviewtranskripte oder interne Unterlagen.
Bitte fasse das folgende Material strukturiert zusammen.
Zweck: Ich erstelle daraus eine Präsentation von 5 Minuten.
Einschränkungen: Nutze nur das Material, das ich einfüge. Wenn etwas nicht daraus hervorgeht, schreibe „nicht beurteilbar“.
Ausgabeformat:
1. Fünf zentrale Erkenntnisse
2. Drei wichtigste Risiken
3. Drei offene Fragen, die geklärt werden müssen
Material:
[Inhalt einfügen]
Nützlich für E-Mails, Präsentationsfolien, Social-Media-Beiträge oder externe Ankündigungen.
Bitte formuliere den folgenden Text als E-Mail an Kundinnen und Kunden um.
Ton: höflich, klar, nicht zu förmlich.
Einschränkungen: Alle Daten, Beträge und Eigennamen müssen erhalten bleiben. Kein Absatz soll mehr als drei Sätze haben.
Ausgabeformat:
1. Betreffzeile
2. E-Mail-Text in drei Absätzen
3. Am Ende ein klarer nächster Schritt
Text:
[Inhalt einfügen]
Praktisch für Tool-Auswahl, Projektplanung, Kampagnenideen oder Budgetentscheidungen.
Bitte vergleiche die folgenden drei Optionen.
Kontext: Wir müssen bis nächste Woche eine umsetzbare Option auswählen.
Vergleichskriterien: Kosten, Risiken, Zeitplan, benötigte Personen, empfohlene Reihenfolge.
Ausgabeformat: Zuerst eine Vergleichstabelle, danach in fünf Sätzen eine Empfehlung mit Begründung.
Optionen:
A: [Inhalt]
B: [Inhalt]
C: [Inhalt]
Wenn KI-Antworten unbrauchbar wirken, liegt es oft nicht an einem einzelnen Zauberwort, das fehlt. Häufig sind Aufgabe, Zweck, Format oder Erfolgskriterium unklar. OpenAIs Best Practices empfehlen, Prompts konkret und eindeutig zu formulieren und klar zu beschreiben, wie die gewünschte Ausgabe aussehen soll.
| Häufige Formulierung | Problem | Besser |
|---|---|---|
| Mach das mal übersichtlich | Umfang, Ziel und Format fehlen | Strukturiere diese Meeting-Notizen in 5 Beschlüsse, 3 To-dos und jeweils verantwortliche Personen |
| Schreib es besser | „Besser“ ist nicht definiert | Formuliere es verständlicher, mit maximal 25 Wörtern pro Satz, und erhalte alle Fachbegriffe |
| Umschreiben | Die Änderungsrichtung fehlt | Behalte die Struktur bei, entferne Wiederholungen und formuliere den Text als Kunden-E-Mail |
| Analysiere das | Die Analysekriterien fehlen | Vergleiche die Optionen nach Kosten, Risiko, Zeitplan und Umsetzbarkeit in einer Tabelle |
Wenn die erste Antwort nicht passt, ist ein kompletter Neustart oft nicht nötig. Besser ist eine gezielte Korrektur: Was war zu lang? Was war zu allgemein? Welcher Teil fehlt? Auch hier gilt das Grundprinzip, Aufgabe, Kontext und erwarteten Output klarer zu machen.
Hilfreiche Nachfragen sind zum Beispiel:
Bevor Sie einen Prompt abschicken, prüfen Sie kurz:
Gute Prompts sind nicht maximal ausführlich, sondern maximal eindeutig. Aufgabe, Kontext, Einschränkungen, Ausgabeformat und Erfolgskriterien senken den Interpretationsspielraum. Beispiele helfen, wenn Stil oder Qualität stabil bleiben sollen. Und bei komplexen Aufgaben ist ein schrittweises Vorgehen oft zuverlässiger als ein einziger großer Auftrag.