Ein Strich bedeutet: Im bereitgestellten Quellenausschnitt gibt es keinen direkt vergleichbaren Wert für dieses Modell.
Die größte Falle ist der scheinbar einfache Score-Vergleich. Tatsächlich messen die Quellen nicht immer dasselbe: Artificial Analysis listet GPT-5.5 medium, Kimi K2.6 und Claude Opus 4.7 non-reasoning high; AkitaOnRails nutzt GPT-5.5 xHigh/Codex sowie getrennte Zeilen für DeepSeek V4 Flash und DeepSeek V4 Pro; VentureBeat unterscheidet zusätzlich zwischen GPT-5.5 und GPT-5.5 Pro.
Auch beim direkten Duell GPT-5.5 gegen Claude Opus 4.7 ist das Ergebnis nicht eindimensional. LLM Stats schreibt, dass auf zehn Benchmarks, die beide Anbieter melden, Claude Opus 4.7 in sechs vorne liegt und GPT-5.5 in vier; Claude-Vorteile häufen sich dort bei reasoning-lastigen und review-orientierten Tests, GPT-5.5-Vorteile bei lang laufendem Tool-Use und Shell-getriebenen Aufgaben.
Die klarsten Signale zugunsten von GPT-5.5 kommen aus ARC und Terminal-Bench. Bei ARC-AGI-2 erreicht GPT-5.5 85 %, Claude Opus 4.7 75,8 %; bei ARC-AGI-1 sind es 95 % für GPT-5.5 und 93,5 % für Claude. Auf Terminal-Bench 2.0 nennt VentureBeat 82,7 % für GPT-5.5, deutlich vor Claude Opus 4.7 mit 69,4 % und DeepSeek mit 67,9 %.
Auch Artificial Analysis setzt GPT-5.5 medium in dem verfügbaren Ausschnitt vor zwei Konkurrenten aus dieser Gruppe: 57 gegenüber 54 für Kimi K2.6 und 52 für Claude Opus 4.7 non-reasoning high. Das ist aber kein universelles Urteil über alle Modi und Aufgaben. Gerade LLM Stats zeigt, dass Claude Opus 4.7 in mehreren Reasoning- und Software-Engineering-Tests vor GPT-5.5 liegt.
Claude Opus 4.7 sieht dort besonders gut aus, wo komplexes Schlussfolgern und die Prüfung anspruchsvoller Codeänderungen gefragt sind. Bei Humanity’s Last Exam ohne Tools nennt VentureBeat 46,9 % für Claude, 41,4 % für GPT-5.5 und 37,7 % für DeepSeek; mit Tools sind es 54,7 % für Claude, 52,2 % für GPT-5.5 und 48,2 % für DeepSeek.
Bei SWE-Bench Pro führt DataCamp 64,3 % für Claude Opus 4.7, 58,6 % für GPT-5.5 und 55,4 % für DeepSeek V4 Pro auf. Das passt zur Einordnung von LLM Stats: Dort liegt Claude gegenüber GPT-5.5 unter anderem bei GPQA, HLE ohne Tools, HLE mit Tools, SWE-Bench Pro, MCP Atlas und FinanceAgent v1.1 vorn.
Kimi K2.6 lässt sich schwer in ein vollständiges Vierer-Ranking pressen, weil es nicht überall in denselben Tabellen auftaucht. Im Artificial-Analysis-Ausschnitt erreicht Kimi K2.6 den Wert 54, liegt damit unter GPT-5.5 medium mit 57, aber über Claude Opus 4.7 non-reasoning high mit 52.
Im Coding-Benchmark von AkitaOnRails erreicht Kimi K2.6 einen Score von 87. Das liegt unter Claude Opus 4.7 mit 97 und GPT-5.5 xHigh/Codex mit 96, aber über DeepSeek V4 Flash mit 78 und DeepSeek V4 Pro mit 69. In einem separaten Verdent-Vergleich zu SWE-Bench Verified werden 80,2 % für Kimi K2.6 und 87,6 % für Claude Opus 4.7 genannt.
Der besondere Produktwinkel bei Kimi ist die Open-Weight-Option. Verdent schreibt, dass die K2.6-Weights auf Hugging Face verfügbar sind und über vLLM, SGLang oder KTransformers laufen; als minimal praktikable Hardware-Konfiguration nennt die Quelle 4× H100 für die INT4-Variante bei reduziertem Kontext. Ein Hugging-Face-README nennt für Kimi K2.6 außerdem Agentic-Werte wie HLE-Full mit Tools 54,0, BrowseComp 83,2, DeepSearchQA f1-score 92,5, Toolathlon 50,0 und MCPMark 55,9; diese Tabelle vergleicht Kimi jedoch vor allem mit GPT-5.4, Claude Opus 4.6 und Gemini 3.1 Pro, nicht mit dem vollständigen Viererfeld dieses Artikels.
In den vorliegenden Quellen erscheint DeepSeek V4 meist als Value-Modell, nicht als Spitzenreiter nach Rohscore. Bei VentureBeat liegt DeepSeek hinter GPT-5.5 und Claude Opus 4.7 auf HLE ohne Tools, HLE mit Tools und Terminal-Bench 2.0. Bei DataCamp erreicht DeepSeek V4 Pro 55,4 % auf SWE-Bench Pro, gegenüber 58,6 % bei GPT-5.5 und 64,3 % bei Claude Opus 4.7.
Bei AkitaOnRails liegen DeepSeek V4 Flash mit 78 und DeepSeek V4 Pro mit 69 unter Kimi K2.6, GPT-5.5 xHigh/Codex und Claude Opus 4.7 in derselben Tabelle.
Der Preis ändert aber die praktische Rechnung. Mashable nennt für DeepSeek V4 1,74 US-Dollar pro 1 Mio. Input-Token und 3,48 US-Dollar pro 1 Mio. Output-Token. Für GPT-5.5 werden 5 US-Dollar pro 1 Mio. Input-Token und 30 US-Dollar pro 1 Mio. Output-Token genannt, für Claude Opus 4.7 5 beziehungsweise 25 US-Dollar. Das macht DeepSeek nicht automatisch zum Benchmark-Sieger, kann es aber für große Mengen an Entwürfen, interne Evals oder weniger riskante Automatisierungen attraktiv machen.
Nach den verfügbaren Benchmark-Daten bilden GPT-5.5 und Claude Opus 4.7 die stärkste Spitzengruppe, aber mit unterschiedlichen Profilen: GPT-5.5 überzeugt besonders bei ARC und Terminal-Bench, Claude Opus 4.7 bei HLE und SWE-Bench Pro. Kimi K2.6 bleibt ein spannender Coding-/Agentic-Kandidat, vor allem wenn Open Weights und Self-Hosting eine Rolle spielen, hat aber weniger direkte Vierer-Vergleiche.
DeepSeek V4 liegt in diesen Daten häufiger unter den höchsten Rohwerten, kann dafür über die API-Kosten eine sehr rationale Wahl für preisbewusste Pilotprojekte sein.