Der entscheidende Punkt ist der Weg zum Freispruch: Singapurs Staatsanwaltschaft entschied nach einer Prüfung des Falls, die Verfahren gegen Wong Weng Sun und Lee Fook Kang nicht fortzusetzen. Stattdessen erhielten beide strenge Verwarnungen. Auf Antrag der Anklage verfügten die State Courts, Singapurs erstinstanzliche Gerichte, am 24. September 2026 die Entlassung aus den Verfahren mit der Wirkung eines Freispruchs. Das war kein Urteil nach einem Prozess, das festgestellt hätte, die mutmaßlichen Zahlungen hätten nie stattgefunden.
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Welche Vorwürfe standen im Raum?
Wong, früher Präsident und Geschäftsführer von Sembcorp Marine, und Lee, ein früherer leitender Manager der Werft Jurong Shipyard, waren jeweils in fünf Punkten angeklagt. Sie sollen sich abgesprochen haben, über Guilherme Esteves de Jesus korrupte Zahlungen zugunsten von Personen in Brasilien zu leisten, um die Geschäfte von Sembcorp-Marine-Tochtergesellschaften dort zu fördern. Insgesamt ging es um mutmaßliche Zahlungen von rund 44 Millionen US-Dollar zwischen 2009 und 2014.
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Nur Wong war zusätzlich wegen Behinderung der Justiz angeklagt. Ihm wurde vorgeworfen, Beschäftigte angewiesen zu haben, E-Mails mit Belegen für die Zahlungen zu löschen. Gegen Lee bestand dieser Vorwurf nicht.
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Warum war das Verfahren in Brasilien wichtig?
De Jesus, ein ehemaliger Berater in Brasilien, galt als mutmaßlicher Vermittler der Zahlungen. Ein brasilianisches Gericht verurteilte ihn 2020 wegen Korruption, Geldwäsche und Beteiligung an einer kriminellen Organisation. 2023 sprach ihn ein brasilianisches Bundesgericht der unteren Instanz von sämtlichen Anklagepunkten frei. Singapurs Generalstaatsanwaltschaft erklärte, die Einstellung der damit zusammenhängenden Verfahren in Brasilien sei in ihre Prüfung eingeflossen. Sie bezeichnete sie nicht als alleinigen Grund für die Entscheidung.
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Was bedeutet das für Seatrium?
Die Freisprüche der beiden Männer sind von der Einigung des Unternehmens zu unterscheiden. Seatrium, ehemals Sembcorp Marine, schloss in Singapur eine Vereinbarung über die Aussetzung der Strafverfolgung unter Auflagen, die eine finanzielle Sanktion von 110 Millionen US-Dollar vorsieht. Hinzu kamen gesonderte Einigungen mit brasilianischen Behörden. Diese Unternehmensregelungen werden durch die Verwarnungen und Freisprüche von Wong und Lee nicht aufgehoben.
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