Wir schreiben das Jahr 2015. Die 21-jährigen Zwillinge Alyson und Tyler Ronan sehen sich zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder. Der Grund für die lange Trennung ist ein tiefer familiärer Riss: Als Kinder wurden sie nach dem gewaltsamen Tod ihrer Mutter Mary-Ann getrennt. Tyler gestand damals, sie in Notwehr getötet zu haben, und verbrachte die folgenden Jahre in der Jugendstrafanstalt Fireweed. Alyson hingegen blieb in ihrem Heimatort Delos Crossing, einem verschlafenen Nest in Alaska, und wurde vom örtlichen Polizeichef adoptiert .
Nun kehren die Geschwister in ihr Elternhaus zurück, um es zu verkaufen. Doch die Vergangenheit ist in diesen Wänden noch sehr lebendig. Und hier kommt das Übernatürliche ins Spiel: Die Zwillinge teilen eine telepathische Verbindung, das Band (im Englischen „the Bond“) genannt. Diese Gabe erlaubt es ihnen nicht nur, lautlos zu kommunizieren, sondern auch, in ihre Erinnerungen einzutauchen – beinahe so, als würden sie alte Filme ansehen .
Das Brisante: Alysons und Tylers Versionen der Vergangenheit weichen oft erschreckend voneinander ab. War die verstorbene Mutter wirklich das Monster, an das sie sich erinnern? Und können sie den eigenen Bildern im Kopf überhaupt trauen? Über drei Episoden hinweg entspinnt sich ein intimer, schmerzhafter und zutiefst menschlicher Krimi um die Unzuverlässigkeit von Erinnerungen und die Frage, was eine Familie im Kern zusammenhält .
Tyler ist trans. Er und Alyson wuchsen als Schwestern auf, bevor Tyler in seiner Jugend seine Transition begann. Anders als man es von einem klischeebehafteten Spieleplot erwarten würde, definiert dies aber nicht die gesamte Handlung. Vielmehr ist es ein Teil des familiären Traumas: Die Zwillinge glauben zunächst, dass die Ablehnung von Tylers Identität ihre Mutter in jener Unglücksnacht zu einer unverzeihlichen Tat getrieben hat .
Die Entwickler arbeiteten für die Darstellung eng mit der LGBTQIA+-Organisation GLAAD zusammen und besetzten die Rolle des Tyler mit dem trans Schauspieler August Aiden Black . Das Ergebnis ist ein Charakter, der nicht auf sein Geschlecht reduziert wird, sondern mit vielschichtigen Ängsten, Wünschen und Widersprüchen eine absolut glaubwürdige Figur abgibt. Genauso erwähnenswert ist Michael, ein schwuler Mann aus dem indigenen Volk der Tlingit, der die Diversität des kleinen Städtchens abrundet
.
Die Aktion ist kein spontaner PR-Gag. Microsoft und DONTNOD haben das Gratis-Angebot jedes Jahr explizit an den Pride Month im Juni gekoppelt, um die Vielfalt der LGBTQIA+-Community zu feiern .
Dabei gilt: Episode 1 ist das ganze Jahr über als eine Art erweiterte Demo kostenlos spielbar. Kapitel 2 und 3 kosten normalerweise rund 20 Euro . Während des Aktionszeitraums entfällt dieser Preis jedoch und das gesamte Drei-Episoden-Paket wird kostenlos. In früheren Jahren hat das Studio die Spieler sogar dazu ermutigt, das gesparte Geld stattdessen an transfreundliche Hilfsorganisationen zu spenden – ein klares Zeichen, dass es hier um mehr geht als um Marketing
.
Keine Kreditkarte, kein Game Pass, keine versteckten Haken:
Die Aktion läuft bis zum Ende des Monats und endet am 1. Juli 2026. Einmal vor diesem Datum eingefordert, bleibt das Spiel für immer in deiner Bibliothek – ganz gleich, auf welcher Plattform du zugeschlagen hast .
Mit einer soliden Metacritic-Wertung von 78 und rund 80 % positiven Bewertungen bei fast 8.000 Steam-Rezensionen hat sich Tell Me Why über die Jahre einen exzellenten Ruf als gedankenvolles, brillant geschriebenes Erlebnis erarbeitet . Wer Erzählungen wie Life is Strange schätzt und Lust auf eine tiefgründige Story mit echten Charakteren hat, sollte sich dieses Gratis-Highlight auf keinen Fall entgehen lassen.
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