Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat US-Präsident Donald Trump aufgefordert, russische und chinesische Unternehmen mit Sanktionen zu belegen, die nach seinen Angaben an Rasswet beteiligt sind. Das geplante Satellitenkommunikationsnetz soll eine russische Alternative zu Starlink werden. Kiew befürchtet, dass es russischen Streitkräften eine eigene Verbindung für Einsätze an der Front und für Drohnen verschaffen könnte.
2
15
26
Warum die Ukraine Sanktionen fordert
Selenskyj sagt, er habe das Thema bei Trump bereits mehrfach angesprochen. Sanktionen sollen Unternehmen treffen, die an der Entwicklung von Rasswet mitwirken, und das Vorhaben bremsen, bevor das Netz in größerem Umfang nutzbar ist.
2
5
Für die Ukraine geht es nicht nur um Satellitentechnik. Eine solche Verbindung könnte die Kommunikation russischer Truppen unterstützen und den Einsatz von Aufklärungs- oder Kampfdrohnen erleichtern. Kiew warnt, ein fertig ausgebautes Netz könne die Koordination von Operationen und Angriffe mit aktuellen Informationen verbessern. Das beschreibt die befürchteten Möglichkeiten des Systems – nicht automatisch den Umfang seiner gegenwärtigen Fähigkeiten.
15
31
44
Was Selenskyj über Chinas Rolle sagt
Selenskyj zufolge arbeitet China an Satelliten und prüft, wie es Russland beim Aufbau eines Starlink-ähnlichen Systems helfen könnte. Er fordert deshalb Sanktionen nicht nur gegen russische, sondern auch gegen chinesische Unternehmen, die seiner Darstellung nach beteiligt sind. Die vorliegenden Berichte geben diese Anschuldigung Selenskyjs wieder, belegen aber nicht unabhängig, worin eine chinesische Unterstützung konkret besteht oder wie umfangreich sie ist.
2
5
Wie weit Rasswet ist – und wann der Dienst starten könnte
Der russische Entwickler Bureau 1440 hat laut einem Satellitentracker zunächst sechs experimentelle Satelliten in den Jahren 2023 und 2024 gestartet. 2026 folgten 32 Satelliten aus Serienproduktion, verteilt auf zwei Starts. Der Aufbau des Netzes läuft weiter; als Ziel für den kommerziellen Dienst nennt das Unternehmen das Jahr 2027.
26
Selenskyj hält es dagegen für möglich, dass Rasswet bereits Ende 2026 oder Anfang 2027 betriebsbereit wird. Die Angaben müssen sich nicht widersprechen: Ein eingeschränkter oder zeitweiliger Einsatz kann beginnen, bevor ein vollständiger kommerzieller Dienst verfügbar ist. Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes, über die Janes berichtete, nutzten russische Streitkräfte die erste Satellitengruppe bis Ende Juli 2026 für mehrere Stunden zur Satellitenkommunikation über der Ukraine.
2
26
31
Medwedews Warnung vor einem „Weltraumkrieg“
Nachdem die Ukraine Sanktionen gegen Firmen hinter Rasswet gefordert hatte, warnte der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats Dmitri Medwedew, eine Blockade des Netzes käme dessen Zerstörung gleich und könne zu einem „umfassenden Weltraumkrieg“ führen. Zudem drohte er, Starlink-Satelliten könnten abgeschossen werden. Das sind Medwedews erklärte Warnungen – kein Beleg dafür, dass eine solche Reaktion geplant ist oder unmittelbar bevorsteht.
1
20
Wichtig ist die Unterscheidung: Kiew fordert Sanktionen gegen Unternehmen; Medwedew sprach von einer möglichen Blockade des Satellitennetzes. Beides gehört zum selben politischen Streit, ist aber nicht dieselbe Maßnahme.
1
2