In einem Livestream auf dem offiziellen Twitch-Kanal stellten sich Mary Kish (Leiterin Community) und Mike Minton (Chief Product Officer) den Fragen von knapp 3.000 Zuschauern . Als ein Nutzer direkt fragte, warum die Funktion nicht als Opt-in (also mit aktiver Zustimmung) gestaltet sei, gab Minton eine bemerkenswert direkte Antwort: „Wenn es ein Opt-in wäre, würde sich niemand anmelden“
.
Minton argumentierte zudem, dass Konkurrenten wie Google oder Meta überhaupt keine Opt-Out-Möglichkeit anbieten, und verwies darauf, dass öffentliche Inhalte ohnehin von Dritten gescrapt würden . Diese Aussage wurde unter anderem von Forbes aufgegriffen, das berichtete, Twitch räume damit im Grunde ein, dass man bewusst auf maximale Datensammlung setze
.
Twitch ließ die wichtige Frage offen, ob Amazon Twitch-Inhalte bereits vor Einführung des Opt-Out-Schalters genutzt hatte. Mehrere Quellen berichten, dass Amazon schon seit Jahren auf Twitch-Daten zurückgegriffen hatte – das Update vom August 2026 gab den Streamern lediglich einen sichtbaren Schalter . TechSpot berichtete, Amazon nutze die Daten „schon Jahre nach Beginn des Trainings“ und Twitch sei „nie besonders offen damit umgegangen“
.
Das führte zu Verunsicherung: Würde ein Opt-out rückwirkend bereits gescrapte Daten entfernen? Oder stoppt es nur die künftige Erhebung? Eine klare Antwort blieb Twitch schuldig .
Sowohl Twitch (Amazon) als auch Meta (Facebook/Instagram) haben massive Kritik geerntet, weil sie Nutzerdaten standardmäßig für KI-Training verwenden. Ein Vergleich:
| Aspekt | Twitch (Amazon) | Meta (Facebook/Instagram) |
|---|---|---|
| Standardeinstellung | Standardmäßig aktiviert (Opt-out nötig) | Standardmäßig aktiviert (Opt-out nötig) |
| Wahlmöglichkeit | Ja, ein Opt-Out-Schalter existiert | Ja, ein Widerspruchsformular existiert |
| Transparenz zur Vergangenheit | Unklar – bisherige Nutzung wurde erst mit dieser Einstellung thematisiert | Meta hatte ähnliche Gegenwinde und rechtliche Herausforderungen in der EU |
| Wesentlicher Unterschied | Twitchs CPO gab offen zu, dass niemand freiwillig zustimmen würde – ein seltenes Maß an Ehrlichkeit | Meta rechtfertigte das Vorgehen meist mit „Verbesserung der Dienste“, ohne vergleichbare direkte Aussagen |
Ein wichtiger Punkt, den Twitch-Manager im Livestream betonten: Meta und Google bieten überhaupt keine Opt-Out-Option für vergleichbares KI-Training . Sie stellten Twitchs Ansatz als kulanter dar – doch diese Argumentation beruhigte die Wut der Community kaum
. Meta wiederum sah sich 2024–2025 mit heftigen Protesten konfrontiert, als es öffentliche Facebook- und Instagram-Beiträge standardmäßig zum KI-Training nutzte – vor allem in der EU und Großbritannien, wo Regulierungsbehörden eingriffen
. Nur fehlte bei Meta die ehrliche Einsicht, dass man um die Ablehnung der Nutzer wusste
.
Um zu verhindern, dass Amazon Ihre Twitch-Inhalte für KI-Training verwendet, müssen Sie die Einstellung manuell deaktivieren. So geht‘s :
Wichtig: Ein Opt-out verhindert nicht, dass Ihre Chat-Nachrichten verwendet werden, wenn Sie im Stream eines anderen Creators schreiben, der kein Opt-out gesetzt hat – die Kanaleinstellung des anderen Nutzers ist entscheidend .