OneKey-Gründer Yishi Wang äußerte nach dem Diebstahl von mehr als sechs Milliarden US-Dollar bei Binance eine hypothetische Sorge um BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT). Seine Überlegung: Ein großer, konzentrierter Bitcoin-Bestand und die Prozesse, mit denen Transaktionen freigegeben werden, könnten für Angreifer attraktiv sein. Das ist jedoch kein Beleg dafür, dass IBIT oder seine Verwahrer kompromittiert wurden – oder dass ein Angriff bevorsteht.
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Was Wangs Warnung auslöste
Am 31. Oktober machte das FBI Nordkorea für den Diebstahl bei Binance verantwortlich und bezeichnete die damit verbundene Aktivität als „TraderTraitor“. Die Behörde erklärte außerdem, sie habe beobachtet, dass die gestohlenen Vermögenswerte überwiegend in Ethereum umgewandelt wurden.
1 Berichte brachten dieselbe Aktivität mit dem früheren Diebstahl von 1,5 Milliarden US-Dollar bei der Kryptobörse Bybit in Verbindung.
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Binance führte den Vorfall Berichten zufolge auf den kompromittierten Laptop eines DevOps-Ingenieurs zurück. Das beschreibt einen gemeldeten möglichen Zugangsweg, belegt für sich genommen aber nicht sämtliche Einzelheiten des Angriffs.
4 Wangs weiter gefasste Sorge: Angreifer könnten Freigabe- oder Signaturprozesse für Transaktionen kompromittieren, ohne unmittelbar private Schlüssel zu stehlen. Das ist eine von ihm angesprochene Gefahr – kein Befund, dass IBIT dieselbe Schwachstelle aufweist.
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Auch die Reaktion von Binance ist von der Frage zu trennen, ob die gestohlenen Vermögenswerte zurückgewonnen wurden. Am 1. November nahm die Börse Auszahlungen für einige Kryptowährungen schrittweise wieder auf.
5 In manchen Berichten hieß es, rund 90 Prozent des gestohlenen Werts seien ersetzt worden; ein anderer Nachrichtenfeed nannte 95 Prozent. Diese unterschiedlichen Angaben ergeben keine abschließend unabhängig bestätigte Wiederherstellungssumme.
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Warum IBITs Größe und Verwahrung Aufmerksamkeit erregten
Berichte bezifferten IBITs Bestand auf etwa 815.000 Bitcoin im Wert von rund 62 bis 63 Milliarden US-Dollar. Als wichtigsten Bitcoin-Verwahrer nannten sie Coinbase.
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22 Ein hypothetischer Verlust von sechs Milliarden Dollar entspräche bei diesem Bestand grob einem Zehntel des berichteten Vermögenswerts. Dieser Vergleich veranschaulicht eine mögliche Größenordnung – nicht die Wahrscheinlichkeit eines solchen Verlusts und auch nicht, dass Angreifer IBIT ins Visier genommen hätten.
Zusätzlich wurde Anchorage Digital als Verwahrer benannt. Den Berichten zufolge gab es jedoch keine aktuellen Pläne, Bitcoin von Coinbase zu Anchorage zu übertragen. Ein weiterer Verwahrer bedeutet daher nicht automatisch, dass die Bestände bereits auf mehrere Anbieter verteilt wurden.
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Was Anleger daraus ableiten sollten – und was nicht
Ein größerer Diebstahl könnte zu Verlusten führen, falls die Vermögenswerte nicht zurückgewonnen würden und eine verfügbare Versicherung oder Entschädigung durch den Verwahrer die Lücke nicht abdeckte. Berichten zufolge sagte Wang, BlackRock habe die Bitcoin von IBIT nicht separat versichert.
22 Die hier verfügbaren Informationen klären jedoch weder die vollständigen Versicherungsbedingungen und Ausschlüsse noch, wie Haftungsgrenzen im konkreten Schadensfall greifen würden. Sie sind deshalb weder als garantierter Schutz noch als Beleg dafür zu verstehen, dass Verluste zwangsläufig Anleger treffen würden.
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen einer Warnung vor einem möglichen Risiko und einer bestätigten Bedrohung. Berichte über Wangs Äußerungen zufolge legte er keine Belege für laufende Angriffsversuche gegen IBIT vor. Auch das vorliegende Material belegt keinen Einbruch in IBIT oder die Verwahrungssysteme von Coinbase.
20 Der Binance-Diebstahl lieferte den Anlass für Wangs Sorge – er bestätigte nicht seine Vermutung über ein mögliches Angriffsziel.