OKX-Chef Star Xu kritisiert nicht nur die Höhe einer Zahlung, sondern vor allem, wie Binance sie darstellt. Changpeng Zhao, der Binance gegründet hat, bezeichnete rund 800 Millionen Dollar, die nach dem Krypto-Crash an betroffene Nutzer geflossen sein sollen, als freiwillige Leistung. Xu hielt diese Einordnung für unangemessen: Sie stelle eine Entschädigung als großzügige Geste dar, obwohl der Crash weitreichende Verluste verursacht habe.
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Worum es Xu geht
Berichten zufolge äußerte sich Xu am 12. Oktober zu Zhaos Aussagen. Seine Kritik: Wenn Binance die Zahlung als freiwillig hervorhebe, gerate der größere Schaden für Anleger und den Kryptomarkt aus dem Blick. Es geht damit auch um die Frage, welche Verantwortung Handelsplattformen übernehmen und wie sie über Ausgleichszahlungen sprechen.
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Das ist zunächst eine Auseinandersetzung über die öffentliche Darstellung – kein Beleg dafür, dass Binance rechtlich zu einer bestimmten Zahlung verpflichtet war. Zhao soll gesagt haben, Binance habe keine Pflicht gehabt, die Nutzer zu entschädigen. Die vorliegenden Berichte klären die Rechtsfrage nicht unabhängig.
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Was die 19 Milliarden Dollar bedeuten – und was nicht
Für den Crash vom 10. Oktober 2025 werden gehebelte Positionen im Umfang von rund 19 Milliarden Dollar genannt, die liquidiert wurden.
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30 Gemeint sind Zwangsauflösungen von Positionen am Markt. Die Zahl ist weder eine Bilanz der Verluste allein bei Binance-Kunden noch ein Beleg dafür, dass Binance den gesamten Crash verursacht hat.
Auch bei den Entschädigungsangaben ist Vorsicht geboten. Einige Berichte sprechen von rund 800 Millionen Dollar; andere nennen mehr als 328 Millionen Dollar an direkten Ausgleichszahlungen sowie ein zusätzliches Goodwill-Programm über 300 Millionen Dollar.
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33 Die verfügbaren Angaben erklären nicht vollständig, wie diese Beträge zur 800-Millionen-Dollar-Summe stehen. Sie sollten deshalb nicht einfach addiert oder als gleichartige Zahlungen behandelt werden.
Zwei unterschiedliche Erklärungen für den Crash
Xu wurde mit der Einschätzung zitiert, Binances Umgang mit USDe und der Handel mit Hebel rund um diesen Vermögenswert hätten den Schaden verschärft.
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26 Binance führt den Crash dagegen vor allem auf makroökonomischen Stress, hohe Verschuldung im Handel und schwindende Liquidität zurück. Nach Darstellung der Börse ereigneten sich etwa 75 Prozent der Liquidationen, bevor es gegen 21:36 Uhr UTC zu den gemeldeten Abweichungen der Indizes für USDe, BNSOL und WBETH kam.
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Der zeitliche Ablauf ist ein wichtiger Hinweis, aber für sich genommen kein abschließender Beweis. Wenn der Großteil der Liquidationen vor den gemeldeten Abweichungen stattfand, spricht das dagegen, dass diese den überwiegenden Teil des Ausverkaufs ausgelöst haben. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass sie spätere Verluste nicht verstärkt haben könnten. Die vorliegenden Quellen dokumentieren unterschiedliche Erklärungen, aber keine unabhängig bestätigte Gesamterklärung der Ursachen.
Der Kern des Streits
Am klarsten belegt ist Xu’s Einwand gegen die Einordnung der Zahlung: Er kritisierte, dass Binance die Entschädigung als freiwillige Großzügigkeit darstelle, statt den größeren Schaden des Crashs in den Mittelpunkt zu rücken.
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5 Die rund 19 Milliarden Dollar an Liquidationen setzen diese Kritik in einen größeren Marktkontext. Sie beweisen aber weder, dass Binance für alle Liquidationen verantwortlich war, noch dass die Zahlung an der gesamten Marktsumme gemessen werden sollte.