Im Februar klang Ned Davis Research (NDR) noch vorsichtig: Falls die damalige Schwächephase zu einem ausgeprägten „Krypto-Winter“ würde, könnte Bitcoin nach Einschätzung der Strategen Pat Tschosik und Philippe Mouls auf etwa 31.000 US-Dollar fallen. Das war ein bedingtes Risikoszenario, keine sichere Kursprognose. Zugleich hielten sie es für möglich, dass die stärkere Beteiligung institutioneller Anleger künftige Abstürze abmildert. Am 24. September berichtete Reuters dann, NDR sei bei Bitcoin optimistisch geworden. Die verfügbaren Quellen belegen diese Wende, aber nicht im Detail, welche Überlegungen für NDR im September ausschlaggebend waren.
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Was sich am Markt verändert hat
Nach einem Rekordhoch von mehr als 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 rutschte Bitcoin deutlich ab. Laut Fidelity lag das Tief im Juni 2026 rund 53 Prozent unter dem vorherigen Höchststand. In früheren Bitcoin-Bärenmärkten betrug der Rückgang mindestens 77 Prozent. Fidelity weist allerdings darauf hin, dass sich darüber streiten lässt, ob die jüngste Schwächephase nach denselben Maßstäben überhaupt als Bärenmarkt gilt. Von einem endgültig feststehenden, besonders milden Bärenmarkt zu sprechen, wäre daher verfrüht.
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Seit dem Juni-Tief hat sich der Kurs erholt: Invesco beschrieb für August einen Anstieg vom unteren 60.000-Dollar-Bereich auf mehr als 80.000 Dollar. Am 21. September meldete CNBC einen Bitcoin-Kurs von über 85.000 Dollar. Das macht NDRs früheres Gegenargument – ein möglicherweise widerstandsfähigerer Markt – plausibler, beweist es aber nicht.
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Hinzu kommt Nachfrage über börsengehandelte Produkte. Marktbeobachter führten den Ausbruch über 80.000 Dollar auch auf Käufe institutioneller Anleger und Zuflüsse in Bitcoin-ETFs zurück. Ein Analyst nannte knapp eine Milliarde US-Dollar an Zuflüssen in Spot-Bitcoin-ETFs, also Fonds, die den Bitcoin-Kurs unmittelbar abbilden sollen. Ein starker Zuflusstag sagt jedoch nicht, wie sich sämtliche Anleger während des Abschwungs verhalten haben oder wie lange das neue Geld investiert bleibt.
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Auch ein technisches Signal hat sich verbessert: Einem September-Bericht zufolge schloss Bitcoin erstmals seit November 2025 wieder eine Woche oberhalb seines gleitenden 50-Wochen-Durchschnitts. Das spricht für stärkeren mittelfristigen Kursmomentum, ist aber keine Absicherung gegen einen erneuten Rückgang.
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Ein „steigender Boden“ ist kein Sicherheitsnetz
Die These eines steigenden Bodens lautet: Wenn mehr Käufer Kursrückgänge auffangen, könnten künftige Tiefstände höher liegen und Einbrüche weniger schwer ausfallen. Die bisherige Kursentwicklung und die erneute Fondsnachfrage passen zu dieser Vorstellung. Ob dieselben Käufer auch beim nächsten Ausverkauf zugreifen, bleibt ungeklärt.
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Für langfristig Investierte ist selbst ein kleinerer Einbruch schmerzhaft. Nach einem Verlust von 53 Prozent braucht eine Anlage rechnerisch etwa 113 Prozent Gewinn, um ihren Ausgangswert wieder zu erreichen; nach 77 Prozent Verlust sind es rund 335 Prozent. Ein milderer Abschwung würde die Aufholstrecke verkürzen – nicht das Verlustrisiko beseitigen.
Offen ist ebenso, ob weniger heftige Bärenmärkte künftig mit schwächeren Kursanstiegen einhergehen. Das folgt aus den bisherigen Zahlen nicht zwangsläufig. Bitwise-Investmentchef Matt Hougan erwartet sogar einen besonders starken und lang anhaltenden Aufwärtstrend; auch das ist eine Prognose, kein feststehendes Ergebnis. Für NDRs optimistischeren Blick gibt es damit nachvollziehbare Anhaltspunkte. Ein dauerhaft höherer Boden ist bislang eine Hypothese.
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