Der Kursrutsch bei CATL hatte einen klaren Auslöser: Die Umsätze des Batterieherstellers legten kräftig zu, doch der Gewinn wuchs viel langsamer – und war niedriger als im Vorquartal. Anleger sorgten sich zudem, dass ein ungünstigerer Produktmix, Änderungen bei Steuern und Abschreibungen auf Lagerbestände die Margen weiter belasten könnten. Offen blieb auch, in welchem Umfang CATL die zusätzlichen Kosten an seine Kunden weitergeben kann.
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Was passierte mit Aktie und Gewinn?
Am 21. Oktober schlossen die in Hongkong notierten CATL-Aktien mit einem Minus von 11,41 Prozent bei 364,80 Hongkong-Dollar. Für die in Shenzhen gehandelten Aktien meldeten Berichte Verluste von mehr als 12 Prozent.
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Der Kursrutsch folgte auf die Ergebnisse des dritten Quartals:
- Umsatz: 165,221 Milliarden Yuan, ein Plus von 58,58 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
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- Den Aktionären zurechenbarer Nettogewinn: 21,246 Milliarden Yuan. Das waren 14,54 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, aber 5,77 Prozent weniger als im zweiten Quartal.
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- Erwartungen: Eine veröffentlichte Marktschätzung setzte den Quartalsgewinn bei 26,03 Milliarden Yuan an. Ein anderer Bericht nannte eine erwartete Gewinnsteigerung von 41,2 Prozent, verglichen mit tatsächlich 14,5 Prozent. Es handelt sich um unterschiedliche Vergleichsgrößen – beide deuten jedoch auf eine deutliche Enttäuschung hin.
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Entscheidend war also nicht, ob CATL weiter wächst. Die Frage war, warum von dem viel stärkeren Umsatzwachstum so wenig im Gewinn ankam.
Warum der Gewinn nicht mit dem Umsatz Schritt hielt
Ein anderer Produktmix drückte die Profitabilität
CATL führte den Rückgang der Profitabilität je Einheit teilweise auf Veränderungen im Produktmix zurück. Berichten zufolge machten Lieferungen von Energiespeichersystemen mit geringeren Margen einen größeren Anteil aus. Damit kann der Umsatz steigen, ohne dass pro Einheit genauso viel Gewinn anfällt wie bei margenstärkeren Produkten.
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Die Margen standen unter Druck
Mehrere Berichte bezifferten CATLs Bruttomarge im dritten Quartal auf rund 20,7 Prozent – nach 23,15 Prozent im zweiten Quartal.
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28 MarketWatch nannte unter Berufung auf Citi einen niedrigeren Wert von 19,3 Prozent; die verfügbaren Berichte erklären die Abweichung nicht.
26 In der Tendenz stimmen sie überein: Die Profitabilität ging zurück.
Steueränderungen erhöhten die Kosten
Als zusätzliche Belastungen nannten Berichte die chinesische Verbrauchsteuer auf Batterien und gesunkene Exportsteuerrückerstattungen.
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25 Ein Bericht zufolge wurde die Verbrauchsteuer im September 2026 mit einem Satz von 2 Prozent wieder eingeführt. Eine niedrigere Rückerstattung für Exporte wirkte sich demnach ebenfalls im dritten Quartal aus.
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Damit stellt sich die Frage, ob CATL die Mehrkosten an seine Kunden weitergeben kann oder einen Teil davon selbst tragen muss. Berichten zufolge sprach das Unternehmen mit Kunden über eine Aufteilung der höheren Steuerlast. Wie diese Gespräche ausgehen, ist anhand der verfügbaren Informationen nicht belegt.
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Wertminderungen belasteten den Quartalsgewinn zusätzlich
Auch die Wertminderungen auf Vermögenswerte nahmen zu. Ein Bericht bezifferte den Anstieg gegenüber dem Vorquartal auf 1,2 Milliarden Yuan und führte ihn größtenteils auf Abschreibungen auf Lagerbestände im Zusammenhang mit schwankenden Lithiumcarbonatpreisen zurück.
12 Diese Belastungen kamen zu den höheren Betriebs- und Steuerkosten hinzu.
Konkurrenz sorgt für weitere Fragezeichen
Die enttäuschenden Zahlen fielen in eine Phase, in der einige Autohersteller offenbar ihre Batterie-Lieferanten breiter aufstellen wollen. Forbes bezeichnete diesen Trend als „De-CATLisierung“ und verwies auf Anlegerbedenken rund um CATLs Marktstellung und Verhandlungsmacht.
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Ein weiterer Bericht unter Berufung auf die Nikkei schrieb, Xiaomi und Li Auto wollten Batterien für neue Modelle auch von CALB und Sunwoda beziehen und eigene Zellen entwickeln. Solche Pläne belegen für sich genommen keinen umfassenden Verlust von CATL-Kunden. Sie erklären aber, warum Anleger die Kundenbeziehungen und die Preissetzungsmacht des Konzerns genauer beobachten könnten.
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Auch die Reaktionen von Analysten rückten die Margen in den Mittelpunkt. Citi senkte das Kursziel und verwies auf eine schwächer als erwartete Bruttomarge, höhere Aufwendungen und größere Wertminderungen.
26 Zudem berichteten Medien, JPMorgan habe die Hongkong-Aktien von CATL auf „Neutral“ herabgestuft.
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Worauf Anleger als Nächstes achten dürften
Eine Steuer, die nur einen Teil des dritten Quartals betraf, könnte das Folgequartal stärker belasten, wenn sie dort über den gesamten Zeitraum gilt. Deshalb ist die Frage der Kostenteilung wichtig: Ob CATL seine Margen schützen kann, hängt teilweise davon ab, ob Kunden einen Teil der zusätzlichen Kosten übernehmen.
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CATLs Management zeigte sich zugleich zuversichtlich, was die künftige Batterienachfrage angeht. Ein Bericht über den Ausblick des Unternehmens nannte für das Folgejahr ein erwartetes Wachstum der weltweiten Nachfrage nach Antriebs- und Energiespeicherbatterien von 20 bis 30 Prozent.
30 Mehr Nachfrage allein beantwortet jedoch nicht die Frage hinter dem Kursrutsch: Kann CATL steigende Umsätze in höhere Gewinne umwandeln, wenn Produktmix, Steuern, Wertminderungen und die Verhandlungsmacht der Kunden auf die Margen drücken?
Unterm Strich war der Kurssturz am 21. Oktober eine Neubewertung der Erwartungen. CATL wuchs beim Umsatz weiterhin schnell, doch die Quartalszahlen weckten Zweifel daran, wie zuverlässig dieses Wachstum in Gewinne mündet.