Ein zentraler Punkt der Citi‑These: Russland wird aus Sicht der Analysten langfristig eine Sicherheitsbedrohung für Europa bleiben. Deshalb dürfte die politische Unterstützung für höhere Verteidigungsausgaben bestehen bleiben – selbst wenn der Krieg in der Ukraine eines Tages deeskaliert.
Besonders deutlich sieht Citi Chancen bei Rheinmetall.
Die Aktie hatte zuvor massiv nachgegeben und rund 45 % von ihrem Rekordhoch verloren, bevor sie sich nahe der Marke von etwa 1.100 Euro stabilisierte.
Aus Sicht der Analysten entstand dadurch ein günstigeres Einstiegsniveau, zumal sich an den grundlegenden Geschäftsaussichten wenig geändert habe.
Mehrere Faktoren sprechen laut Citi weiterhin für das Unternehmen:
Mit anderen Worten: Die Aktie fiel deutlich stärker als die fundamentalen Aussichten des Unternehmens.
Bei Saab fiel die Neubewertung vorsichtiger aus. Citigroup hob die Aktie lediglich von „Sell“ auf „Neutral“ an und erhöhte das Kursziel leicht auf 527 SEK von zuvor 516 SEK.
Der Hintergrund: Vor dem Rücksetzer hielt Citi die Bewertung für zu ambitioniert und sah überzogene Erwartungen an das langfristige Wachstum.
Nach dem Kursrückgang hat sich dieses Verhältnis jedoch verbessert. Das Risiko weiterer deutlicher Verluste erscheint geringer – allerdings sehen die Analysten noch nicht genügend Aufwärtspotenzial, um eine klare Kaufempfehlung auszusprechen.
Die Anpassungen spiegeln auch eine breitere Einschätzung zum europäischen Verteidigungssektor wider. Sollte sich die Anlegerstimmung im Laufe des Jahres stabilisieren, könnten besonders jene Unternehmen profitieren, deren Kurse stark gefallen sind, während ihre strukturelle Nachfrage intakt bleibt.
Rheinmetall passt mit seiner Größe, seiner Auftragslage und seiner zentralen Rolle in Europas Aufrüstungsstrategie besonders gut in dieses Profil. Saab wiederum profitiert davon, dass der jüngste Kursrückgang die zuvor sehr hohe Bewertung relativiert hat.
Citigroups Neubewertung ist im Kern ein Bewertungs‑ und Timing‑Argument nach einem übertriebenen Kursrutsch.
Hoffnungen auf Ukraine‑Friedensgespräche und Zweifel an der Finanzierung der europäischen Aufrüstung lösten einen deutlichen Abverkauf aus. Citi geht jedoch davon aus, dass die langfristigen Treiber – steigende Verteidigungsbudgets, anhaltende Sicherheitsbedenken in Europa und starke Auftragsbücher bei großen Herstellern – weiterhin bestehen.
Comments
0 comments