Die Konsequenz ist klar: Lords of the Fallen II ist nicht mehr an einen einzigen PC‑Store gebunden. Stattdessen kann das Spiel nun über mehrere Plattformen vertrieben werden.
Damit wird ein Launch auf Steam am Veröffentlichungstag möglich – auch wenn CI Games bisher noch nicht offiziell bestätigt hat, auf welchen Stores das Spiel 2026 letztlich erscheinen wird.
Trotz des beendeten Publishing‑Deals bleiben CI Games und Epic weiterhin Geschäftspartner.
Laut Berichten zu den Unternehmensunterlagen betrifft die Vereinbarung ausschließlich die Veröffentlichung des Spiels. Die Zusammenarbeit in anderen Bereichen – etwa bei der Nutzung der Unreal Engine und weiterer Epic‑Technologien – läuft weiter.
Das ist in der Branche üblich: Viele Studios entwickeln ihre Spiele mit Epics Tools, vertreiben sie aber gleichzeitig über mehrere Stores.
CI Games hat keine konkrete wirtschaftliche Begründung für das Ende des Vertrags veröffentlicht. Jede Erklärung bleibt daher teilweise spekulativ.
Strategisch liegt der mögliche Vorteil jedoch auf der Hand: Ohne Exklusivität kann der Publisher das Spiel auf möglichst vielen Plattformen anbieten und damit mehr potenzielle Käufer erreichen.
Besonders wichtig ist dabei Steam, das weiterhin die dominierende Plattform für PC‑Spiele ist – sowohl bei Marktanteil als auch bei Community‑Features, Mod‑Support und Sichtbarkeit im Store.
Ein großer Titel, der dort nicht erscheint, verliert oft einen Teil seiner potenziellen Reichweite. Selbst wenn Epic für Exklusivität finanzielle Anreize bietet, kann ein breiterer Vertrieb langfristig attraktiver sein.
Ein Blick auf den kommerziellen Verlauf des Reboots von Lords of the Fallen aus dem Jahr 2023 zeigt, warum Reichweite wichtig sein kann.
CI Games meldete, dass das Spiel weltweit über 2,5 Millionen Mal verkauft wurde und erst Ende Februar 2026 die Gewinnschwelle erreichte. Das Projekt hatte ein Gesamtbudget von rund 298 Millionen polnischen Złoty (etwa 80 Millionen US‑Dollar) für Entwicklung und Marketing.
Damit brauchte der Titel mehr als zwei Jahre, um seine Kosten vollständig einzuspielen. Für eine große Fortsetzung könnte ein möglichst breiter Verkaufsstart daher wirtschaftlich sinnvoll sein.
Nach dem Ende des Deals ergeben sich mehrere direkte Folgen:
Für Spieler heißt das vor allem: Die Wahrscheinlichkeit ist deutlich gestiegen, dass sie das Spiel dort kaufen können, wo sie ihre PC‑Games normalerweise beziehen.
Die Entscheidung spiegelt auch eine größere Diskussion innerhalb der PC‑Spielebranche wider.
Epic Games versucht seit Jahren, mit exklusiven Deals seinen Store auszubauen. Gleichzeitig bleibt Steam für viele Entwickler die wichtigste Plattform für Sichtbarkeit, Community‑Tools und Verkäufe.
Wenn ein Publisher einen solchen Exklusivvertrag noch vor Release beendet, zeigt das oft die zentrale Abwägung der Branche: garantierte Einnahmen durch Exklusivität versus maximale Reichweite über mehrere Stores.
Im Fall von Lords of the Fallen II scheint CI Games sich für die zweite Option entschieden zu haben.
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