Mark Gurmans Kritik am Vorbestellstart des iPhone Duo zielt vor allem auf Apples Vorgehen: Der Konzern nahm Bestellungen an, obwohl das faltbare iPhone laut Berichten mit erheblichen Fertigungsengpässen zu kämpfen hatte. Neue Käuferinnen und Käufer sahen kurz darauf Liefertermine, die weit hinter dem Verkaufsstart am 23. Oktober lagen. Apple sprach von einer „außergewöhnlichen“ Nachfrage. Die schnell nach hinten gerutschten Lieferprognosen allein zeigen jedoch nicht, wie stark die Nachfrage den verfügbaren Bestand übertraf.
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Warum Gurman den Start für einen Fehler hielt
Laut Bloomberg-Journalist Gurman wusste Apple von den erwarteten erheblichen Lieferengpässen, begann aber trotzdem am 16. Oktober mit den Vorbestellungen, statt zunächst mehr Geräte auf Lager zu bringen. Gurman deutete an, Apple habe offenbar Wert darauf gelegt, das Gerät früh im ersten Geschäftsquartal auf den Markt zu bringen.
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18 Das ist eine berichtete Einschätzung zum möglichen Motiv – keine von Apple bestätigte Erklärung.
Auch der Umfang des Starts trug zur Kritik bei: Apple öffnete die Vorbestellungen in mehr als 70 Ländern und Regionen.
23 Ein separater Bericht zufolge hatte das Unternehmen zunächst einen Start in den USA und China geplant und wollte anschließend weitere Märkte erschließen.
17 Bei ohnehin knapper Verfügbarkeit kann ein breiter Verkaufsstart bedeuten, dass sich die verfügbaren Geräte auf mehr Märkte verteilen. Das ist eine naheliegende Folge des Rollouts, aber kein Beleg dafür, wie Apple den Bestand tatsächlich aufgeteilt hat.
Ein Bericht zur Lieferkette bezifferte die Ausbeute bei der Endmontage Mitte September auf etwas mehr als 60 Prozent.
52 Diese Zahl liefert einen möglichen Hintergrund zu den gemeldeten Engpässen. Sie stammt jedoch aus einem Sekundärbericht und sagt für sich genommen nicht aus, wie viele fertige Geräte Apple zum Vorbestellstart bereithielt.
Was bei den Lieferterminen passierte
Die Vorbestellungen starteten am 16. Oktober; die ersten Auslieferungen waren für den Verkaufsstart am 23. Oktober vorgesehen.
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23 Im US-Onlineshop wurde für neue Bestellungen gegen 5.30 Uhr pazifischer Zeit – rund eine halbe Stunde nach Beginn der Vorbestellungen – bereits der 25. Januar als Liefertermin angezeigt.
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30 Berichte meldeten Januar-Prognosen für Konfigurationen in beiden Farben.
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Das bedeutete nicht, dass alle Interessierten bis Januar warten mussten: Wer direkt zum Start bestellte, sollte das Gerät weiterhin am 23. Oktober erhalten.
2 Für viele spätere Bestellungen war der angekündigte Verkaufsstart als Liefertermin aber nicht mehr realistisch.
Apple erklärte, die Nachfrage sei außergewöhnlich, man arbeite daran, das Produkt möglichst schnell zu den Kundinnen und Kunden zu bringen, und werde Onlinebestellungen weiter annehmen.
39 Hohe Nachfrage und ein zu kleiner Startbestand können gleichzeitig zutreffen. Da die verfügbaren Berichte nicht beziffern, wie viele Geräte Apple bereitgestellt hatte, lässt sich aus dem schnellen Wechsel der Liefertermine allein nicht auf die gesamte Nachfrage schließen.
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Was frühe Interessierte beachten sollten
Ein Kauf ohne Vorbestellung ist ungewiss. Berichte zufolge hatte Apple den Ladenbestand für Laufkundschaft am ersten Verkaufstag nicht bestätigt. Im Onlineshop hieß es, man solle am 24. Oktober erneut nach Abholmöglichkeiten schauen – eine Zusage für verfügbare Geräte war das nicht.
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33 Gurman widersprach später Berichten, Apple habe die Stores angewiesen, Kundschaft von spontanen Käufen abzuhalten. Die Behauptung, es werde am ersten Tag in allen Läden keinen Bestand geben, ist daher nicht belegt.
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Warten oder ein anderes Modell wählen kann sinnvoll sein. Gurman sagte, die Verzögerungen könnten dem iPhone 18 Pro und Pro Max zugutekommen.
16 Wer unbedingt ein faltbares iPhone möchte, kann abwarten; wer zeitnah ein neues Gerät braucht, könnte ein früher verfügbares Modell erwägen. Das sind mögliche Optionen – keine bestätigten Verkaufsergebnisse.
Liefertermine als Prognosen behandeln. Die Angaben können sich ändern. Die vorliegenden Informationen belegen aber nicht, dass Apple absichtlich besonders vorsichtige Liefertermine nennt. Wer das Gerät bis zu einem bestimmten Datum braucht, sollte deshalb mit der angezeigten Prognose planen, statt auf eine frühere Lieferung zu setzen.
Was der Start für Apple bedeuten könnte
Das iPhone Duo kostet in den USA ab 1.999 US-Dollar. Bei einem derart hochpreisigen Produkt gehört eine verlässliche Verfügbarkeit zur Erwartung, die der Premium-Anspruch weckt.
23 Analytisch betrachtet könnten verspätete Lieferungen Verkäufe in einen späteren Zeitraum verschieben, statt sie ganz entfallen zu lassen. Manche Interessierte könnten auf ein iPhone-Pro-Modell wechseln; andere könnten den Kauf vertagen oder sich für ein anderes faltbares Smartphone entscheiden. Die vorliegenden Berichte zeigen nicht, wie viele Käuferinnen und Käufer welchen Weg einschlagen werden.
Der schnelle Vorbestellstart ist damit ein ermutigendes frühes Signal, aber kein Beweis für einen breiten Verkaufserfolg oder eine verlässliche Umsatzprognose. Entscheidend wird sein, ob Apple die Produktion ausweiten kann und ob Interessierte bereit bleiben, auf das Gerät zu warten. Gurmans scharfe Bewertung beschreibt die von ihm kritisierte Start-Erfahrung – nicht abschließend den späteren Verkaufserfolg des iPhone Duo.