Dass Beschäftigte KI einsetzen, lässt sich leicht zählen. Schwieriger ist die Frage, ob ein veränderter Arbeitsablauf nach Abzug aller Kosten tatsächlich bessere Geschäftsergebnisse liefert. Die Umfragen von 2026 zeigen vor allem Lücken bei der Kostenerfassung und Bewertung – nicht, dass KI grundsätzlich keinen Nutzen bringen kann.
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Was die Umfragen zeigen
Laut Flexera haben nur 31 % der Organisationen einen genauen Überblick über ihre Ausgaben für KI-Software. Zugleich sagen 59 %, dass ihre verschwendeten KI-Ausgaben im vergangenen Jahr gestiegen seien.
34 In einer Befragung von Battery Ventures unter 100 hochrangigen Technologieverantwortlichen gaben 94 % an, dass ihrer Organisation ein einheitliches, unternehmensweites Verfahren zur Bewertung der KI-Rendite fehlt. Nur 16 % berichteten von einer positiven Rendite bei mehr als der Hälfte ihrer KI-Projekte.
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Auch die Budgets geraten unter Druck: In einer Futurum-Umfrage für die zweite Jahreshälfte 2026 lagen die KI-Ausgaben bei 46,9 % der Befragten über Plan; bei 5,6 % lagen sie darunter.
33 Diese Zahlen ergeben keine gemeinsame „Misserfolgsquote“: Die Umfragen erfassen unterschiedliche Gruppen und messen Ausgabentransparenz, wahrgenommene Verschwendung, Projektrenditen beziehungsweise Budgetabweichungen.
Warum Nutzung noch keine Rendite ist
Eine gekaufte Lizenz, ein aktiver Nutzer oder ein abgeschlossener Pilotversuch sagt noch nichts über den finanziellen Ertrag aus. Dafür braucht es einen Ausgangswert für den betroffenen Arbeitsablauf, ein vereinbartes Ziel – etwa schnelleren Service oder bessere Qualität – und einen Vergleich des Nutzens mit den vollständigen Betriebskosten. KPMG stellte fest, dass den meisten Organisationen trotz Instrumenten wie Dashboards und Genehmigungsverfahren weiterhin ein lückenloser Echtzeitüberblick über die KI-Betriebskosten fehlt.
19 In einer globalen KPMG-Umfrage meldeten Organisationen mit vollständiger Kostentransparenz häufiger eine nachgewiesene Rendite als solche ohne diesen Überblick: 15 % gegenüber 3 %. Das ist ein Zusammenhang, kein Beweis dafür, dass Transparenz allein die Rendite verursacht.
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Hinzu kommt die organisatorische Arbeit. Der Technologiechef von Bank of America nennt die Umgestaltung vollständiger Prozesse, die Wiederverwendung von Lösungen, klare Regeln und Verantwortlichkeiten sowie die Rendite als Schwerpunkte für KI im großen Maßstab.
14 Gleichzeitig ergab eine von CIO aufgegriffene Befragung, dass 61 % der Organisationen in den vorangegangenen zwei Jahren Vorhaben zur Modernisierung ihrer IT ausgesetzt, verzögert, verkleinert oder aufgegeben hatten. Die Verlagerung von Budgets zugunsten von KI war dabei ein genannter Faktor – nicht zwangsläufig die Ursache jeder Verzögerung.
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Bei agentischer KI, also Systemen, die mehrstufige Aufgaben eigenständiger bearbeiten sollen, werden Kosten, Geschäftswert und Risikokontrollen besonders wichtig. Gartner prognostizierte 2025, dass bis Ende 2027 mehr als 40 % solcher Projekte eingestellt würden, unter anderem wegen steigender Kosten, unklarem Nutzen und unzureichender Risikokontrollen. Das ist eine Prognose, keine beobachtete Abbruchquote für 2026.
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Was Bank of America bereits messen kann
Bank of America zufolge stehen KI-Werkzeuge rund 200.000 Beschäftigten zur Verfügung. Bei ihren etwa 19.000 bis 20.000 Entwicklerinnen und Entwicklern habe sich die Produktivität beim Programmieren um ungefähr 15 bis 20 % verbessert.
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4 Diese Angabe zu einem bestimmten Arbeitsablauf ist aussagekräftiger als die bloße Zahl verfügbarer Zugänge. Die Bank schätzt zudem den Nutzen auf rund 800 Millionen US-Dollar bei Kosten von 400 Millionen US-Dollar. Das sind Schätzungen des Managements, keine unabhängige Bestätigung, dass sich jeder einzelne Anwendungsfall rechnet.
2 Laut einem Co-Präsidenten der Bank sind die bislang am klarsten erkennbaren Gewinne in der Technologiearbeit zu finden, etwa beim Programmieren.
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Für Unternehmen folgt daraus ein überprüfbarer Maßstab: Jeder geplante Einsatz braucht eine verantwortliche Person, einen Vorher-nachher-Vergleich des Arbeitsablaufs, eine vollständige Kostenrechnung sowie eine Prüfung von Qualität und Risiken. Ausgebaut werden sollte ein Projekt, wenn sein gemessener Nutzen auch nach Einrechnung dieser Kosten bestehen bleibt – nicht schon, weil die Nutzungszahlen steigen.
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