Der Streit bei Micron in Taiwan dreht sich nicht allein um die Höhe einer einzelnen Prämie. Die Gewerkschaften verlangen eine dauerhafte und transparente Formel, nach der 15 Prozent des weltweiten operativen Gewinns des Unternehmens an Beschäftigte gehen sollen. Eine hohe Auszahlung für das Geschäftsjahr 2026 beantwortet aus ihrer Sicht nicht, wie Prämien in den kommenden Jahren berechnet werden.
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Hohe Prämie ist nicht dasselbe wie eine feste Regel
Micron kündigte für Beschäftigte in Taiwan Prämien für das Geschäftsjahr 2026 an, die 35 bis 68 Monatsgehältern entsprechen sollen. Die garantierte Mindestbarvergütung liegt demnach bei 1,7 Millionen Taiwan-Dollar (NT$).
2 Die Gewerkschaften kritisieren nicht einfach, dass das diesjährige Paket zu klein sei: Sie wollen ein dauerhaftes Gewinnbeteiligungsmodell statt einer Auszahlung, die für ein einzelnes Geschäftsjahr festgelegt wird.
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Die geforderte Beteiligung von 15 Prozent soll sich am weltweiten operativen Gewinn von Micron orientieren. Außerdem wollen die Gewerkschaften, dass die Berechnungsgrundlage offengelegt und überprüfbar ist, damit Beschäftigte nachvollziehen können, wie die Auszahlung zustande kommt.
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6 Aus den vorliegenden Berichten geht nicht hervor, dass Micron dieser Formel zugestimmt hat.
Vermittlung ohne Einigung – und der nächste Schritt
Vor den Vermittlungsgesprächen hatte die Gewerkschaft gewarnt: Sollte Micron bei den Treffen am 18. und 21. September keinen konkreten Vorschlag vorlegen, könne sie die Verhandlungen für gescheitert erklären und eine Abstimmung über einen Streik einleiten.
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Nach dem Treffen am 21. September kam die Gewerkschaft am Standort Taoyuan mit der Unternehmensleitung nicht zu einer Einigung und kündigte an, auf eine Streikabstimmung hinzuarbeiten.
7 Taiwan News berichtete später, die Abstimmung solle Anfang Oktober stattfinden.
20 Eine solche Abstimmung ist ein möglicher Schritt im Arbeitskampf – sie bedeutet nicht, dass die Beschäftigten bereits streiken.
Was Micron bisher unternommen hat
Micron kündigte die Prämien für das Geschäftsjahr 2026 an und nahm weiter an den Vermittlungsgesprächen teil. Bei dem Treffen am 18. September ging es laut einem Bericht um die Gesamtvergütung und das Bonussystem sowie um eine sogenannte „No-free-rider“-Regelung und Schutz vor Vergeltungsmaßnahmen.
15 Die verfügbaren Berichte belegen keine Einigung über das von den Gewerkschaften geforderte Modell mit 15 Prozent Gewinnbeteiligung.
Warum der Streit auch für die Chipversorgung relevant ist
Reuters bezeichnete Taiwan als Microns größten Produktionsstandort und berichtete, dass die starke Nachfrage nach Speicherchips für KI-Hardware das weltweite Angebot verknappt habe.
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3 Eine Arbeitsniederlegung, die die Produktion beeinträchtigt, könnte die Sorgen um die Versorgung daher verstärken. Das ist ein mögliches Risiko, kein Beleg für einen bereits eingetretenen Ausfall: Die hier angeführten Berichte handeln von einer möglichen Streikabstimmung, nicht von einem bestätigten Streik oder Produktionsstörungen.
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