Nur wenige Stunden später folgte SK Hynix. Am 27. Mai im asiatischen Handel schoss die Aktie des südkoreanischen Chipherstellers zwischenzeitlich um bis zu 14,9 Prozent in die Höhe und katapultierte den Börsenwert auf einen Rekord von 1.680 Billionen Won, umgerechnet etwa 1,12 Billionen Dollar . Die Kursgewinne verhalfen dem südkoreanischen Leitindex KOSPI zu einem Allzeithoch, ein Beleg dafür, wie stark die dortige Börse von nur zwei Chip-Schwergewichten abhängt.
Samsung Electronics war den beiden Konkurrenten vorausgeeilt. Bereits am 6. Mai 2026 war die Aktie um mehr als 15 Prozent explodiert – der größte Tagesgewinn der Firmengeschichte – und hatte Samsungs Marktkapitalisierung auf über eine Billion Dollar gehievt . Einigen Quellen zufolge hatte Samsung die Billionen-Marke technisch erstmals bereits am 26. Februar 2026 gestreift, laut Daten von FactSet. Der entscheidende, nachhaltige Sprung gelang jedoch am 6. Mai
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Der gemeinsame Nenner hinter allen drei Kursraketen ist High-Bandwidth-Memory (HBM). Anders als herkömmliches DRAM werden bei HBM mehrere Speicherchips vertikal gestapelt und durch sogenannte Through-Silicon Vias (TSVs) verbunden. Diese Architektur erhöht die Datentransferrate dramatisch und senkt gleichzeitig den Stromverbrauch – die einzig praktikable Speicherlösung für modernste KI-Beschleuniger wie Nvidias H100- und H200-GPUs, AMDs MI300-Serie oder maßgeschneiderte ASICs von Google und Amazon .
Das Angebot hält mit der explosionsartigen Nachfrage nicht Schritt. Der HBM-Markt hat ein Volumen von 54,6 Milliarden Dollar erreicht, doch die Produktionskapazitäten bleiben aufgrund aufwändiger Fertigungsprozesse und langer Qualifizierungszyklen begrenzt. SK Hynix dominiert den Zukunftsmarkt mit einem Anteil von rund 55 Prozent, Samsung hält etwa 25 Prozent, wie Morningstar-Analysten laut CNBC berichten . Diese Dominanz macht SK Hynix zum extremsten Profiteur des KI-Speicherbooms; der Aktienkurs schoss im laufenden Jahr bis Ende Mai 2026 um fast 200 Prozent in die Höhe
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Samsung, das bei HBM-Marktanteilen hinterherhinkt, verzeichnete dennoch eine Vervierfachung seines Aktienkurses innerhalb eines Jahres – einzig getrieben von der Nachfrage nach KI-Speicherchips . Die Kursbewegung am 6. Mai war so überwältigend, dass sie den Konkurrenten SK Hynix am selben Tag um mehr als 10 Prozent mit nach oben zog und den KOSPI-Index zum ersten Mal in der Geschichte über die Marke von 7.000 Punkten katapultierte
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Das Billionen-Dollar-Trio erzwingt ein völliges Umdenken über die Position der Speicherchip-Branche im gesamten Halbleiter-Stack. Vor der KI-Ära wurden Speicherchips als austauschbare Massenware (Commodity) gehandelt, gnadenlosen Boom-and-Bust-Zyklen unterworfen, die Billionen-Dollar-Bewertungen undenkbar machten. Heute hingegen sind Speicher ein strategischer Wachstumssektor, und die Unternehmen werden mit Bewertungen auf Augenhöhe mit Logik- und GPU-Giganten wie Nvidia und TSMC gehandelt.
Diese Neubewertung geht weit über die Marktkapitalisierung hinaus. Südkorea ist das erste Land außerhalb der Vereinigten Staaten, das mehrere Billionen-Dollar-Chipkonzerne beheimatet – eine Entwicklung mit erheblichen geopolitischen Implikationen für die Hebelwirkung in Lieferketten und nationale Technologiepolitik . Die gemeinsame Marktkapitalisierung von Samsung und SK Hynix macht mittlerweile rund 43 Prozent des KOSPI-Index aus, was die extreme Abhängigkeit der südkoreanischen Volkswirtschaft vom KI-Speicherboom unterstreicht
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An der Wall Street gehen die Meinungen auseinander. Einige Analysten bezeichnen die aktuelle Phase als "Super-Bullenmarkt" für Speicherchips und argumentieren, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur noch jahrelang anhalten wird und Angebotsengpässe die hohen Preise und Margen stützen werden . Andere warnen, dass die lange Geschichte scharfer zyklischer Abschwünge in der Chip-Branche nicht allein durch die KI-Nachfrage außer Kraft gesetzt werden kann – und dass die aktuellen Bewertungen eher den Gipfel der Stimmung als einen permanenten strukturellen Wandel widerspiegeln könnten
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Unbestritten bleibt jedoch, dass der Mai 2026 als der historische Moment in Erinnerung bleiben wird, in dem die Finanzmärkte die vollen Auswirkungen der KI auf das Speicherchip-Geschäft endgültig einpreisten. Drei Speicherchip-Konzerne sind nun jeweils über eine Billion Dollar wert. Ob sich diese Marke als neues strukturelles Fundament oder als temporäre Obergrenze erweist, hängt von einer einzigen Frage ab: Wird der KI-Boom weiterhin schneller wachsen als die massiven Kapazitätserweiterungen, die nun alle drei Giganten mit Hochdruck vorantreiben?
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