Diese enormen Orders geben den Golfstaaten einen privilegierten Zugang zu einem Börsengang, der bereits eine Gesamtnachfrage von über 250 Milliarden Dollar auf sich gezogen hat – das ist rund das 3,3-Fache des angestrebten Emissionsvolumens von 75 Milliarden Dollar. Reuters meldete, das Orderbuch sei sogar fast über das 4-Fache überzeichnet gewesen. Bei einem derart intensiven Wettbewerb um die Aktien sichern die frühzeitigen, hohen Zusagen den Fonds einen bedeutenden Anteil, noch bevor der öffentliche Handel überhaupt beginnt.
SpaceX plant, 555,56 Millionen Class-A-Stammaktien zu einem Festpreis von 135 US-Dollar pro Aktie auszugeben. Damit will das Unternehmen rund 75 Milliarden Dollar einnehmen. Bei diesem Preis liegt die Marktbewertung – je nach endgültiger Zuteilung und ausstehender Transaktionen – zwischen 1,75 und 1,77 Billionen Dollar.
Zum Vergleich: Die angestrebten 75 Milliarden Dollar sind mehr als das 2,5-Fache des bisherigen Rekords von 29 Milliarden Dollar, den der Börsengang des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco im Jahr 2019 aufgestellt hatte. Mit dieser Bewertung würde SpaceX aus dem Stand in der Liga von Schwergewichten wie Apple und Nvidia mitspielen und wäre das wertvollste Unternehmen, das jemals an die Börse kam.
Der endgültige Ausgabepreis wird am 11. Juni 2026 festgelegt, der Handel an der Nasdaq startet am darauffolgenden Tag. Die US-Börsenaufsicht SEC veröffentlichte den S-1-Prospekt von SpaceX am 20. Mai, und Reuters bestätigte das angestrebte Kursziel nur wenige Tage vor Beginn der Roadshow.
Hinter diesem IPO steht ein frisch umstrukturiertes Unternehmen. SpaceX hatte seine Fusion mit Elon Musks KI-Startup xAI bereits am 2. Februar 2026 abgeschlossen. Die Transaktion bewertete das kombinierte Unternehmen mit 1,25 Billionen Dollar.
Durch den Zusammenschluss wird modernste KI nahtlos in alle Teile des SpaceX-Wachstumsplans integriert. Zu den berichteten Integrationspunkten gehören:
Indem SpaceX als vereinter Raumfahrt-KI-Gigant an die Börse geht, kann das Unternehmen Investoren eine Geschichte erzählen, die Raketenstarts, globales Breitband-Internet und künstliche Intelligenz umfasst – drei der überzeugendsten Wetten der Technologiewelt von heute.
Für die Staatsfonds der Golfregion ist der SpaceX-Börsengang mehr als nur eine Finanztransaktion. Es ist ein direkter Beitrag zu drei strategischen Prioritäten.
Erstens: Wirtschaftliche Diversifizierung. Saudi-Arabiens PIF nutzt diese Investitionen, um die „Vision 2030“ voranzutreiben und das nationale Vermögen von der Ölabhängigkeit hin zu Hightech, Raumfahrt und KI zu verlagern. Eine große Ankerzuteilung sichert dem Fonds eine dauerhafte Position in einem der prägenden amerikanischen Technologieunternehmen.
Zweitens: Branchen-Exposure. Es wird prognostiziert, dass die globale Raumfahrtwirtschaft im kommenden Jahrzehnt die Marke von 1 Billion Dollar überschreiten wird. Ein Börsengang mit einer Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar bietet eine seltene Gelegenheit, in großem Maßstab beim führenden privaten Raumfahrtunternehmen einzusteigen. Da xAI nun in SpaceX integriert ist, dient die Investition zugleich als konzentrierte Wette auf eine KI-Infrastruktur der Spitzenklasse – eine weitere Säule der Wirtschaftsplanung jenseits des Öls.
Drittens: Geopolitische Ausrichtung und Prestige. Der Status als Eckpfeiler-Investor schafft Beziehungen auf Vorstandsebene und eröffnet potenzielle Wege für Technologietransfer. Für Saudi-Arabien und seine Nachbarn ist die Vertiefung der Beziehungen zur US-amerikanischen Führungsrolle im Bereich KI und Raumfahrt Teil einer breiteren Strategie, mit Staatskapital auch die eigenen technischen Kapazitäten aufzubauen.
Das Magazin Fortune stellt fest, dass die Golf-Fonds aufgrund ihrer frühen und überdurchschnittlich hohen Zuteilungen in einem massiv überzeichneten Orderbuch voraussichtlich zu den größten Profiteuren des Börsengangs gehören werden. Da die Öleinnahmen unter Druck stehen – Fortune verweist auf geringere Petrodollar-Zuflüsse seit dem Iran-Konflikt –, bietet die Emission zudem eine willkommene, von den Energiemärkten unkorrelierte Rendite in harter Währung.
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