Der nach GAAP ausgewiesene Umsatz stieg um 2 Prozent auf 1,53 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von 1,41 Milliarden US-Dollar . Wiederkehrende Konsumausgaben, also laufende Ausgaben von Spielern innerhalb bereits veröffentlichter Spiele, machten 84 Prozent der Net Bookings und des GAAP-Umsatzes aus .
Unter dem Strich stand ein GAAP-Nettoverlust von 34,1 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,18 US-Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal hatte der Verlust 11,9 Millionen US-Dollar betragen. Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch eine Wertberichtigung von 43,4 Millionen US-Dollar auf ein eingestelltes, bislang nicht angekündigtes Spiel .
Take-Two bestätigte seine Prognose für das Geschäftsjahr 2027: Die Net Bookings sollen weiterhin 8,0 bis 8,2 Milliarden US-Dollar erreichen . Am Mittelpunkt der Spanne entspräche das einem Wachstum von ungefähr 20 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2026.
Für die Börse war jedoch entscheidend, dass diese Prognose unter den Erwartungen der Analysten lag. Der Konsens belief sich auf rund 8,86 Milliarden US-Dollar . Deshalb geriet die Aktie trotz des guten Quartalsberichts unter Druck: Der aktuelle Ausblick fiel weniger optimistisch aus als die Wall Street gehofft hatte .
Strauss Zelnick bezeichnete die Vorbestellungen für GTA 6 als „beispiellos und erstaunlich“ und sprach von einem „außergewöhnlichen Start“ . Konkrete Verkaufszahlen nannte Take-Two jedoch nicht. Nach Angaben des CEOs liegen die Vorbestellungen „deutlich“ über den internen Erwartungen des Unternehmens .
Zelnick bremste die Euphorie im selben Atemzug:
„Sie sind so beispiellos, dass wir einfach nicht wissen, wie sie sich in Verkäufe übersetzen werden … Wir wissen es wirklich nicht, und wir glauben nicht daran, den Sieg zu verkünden, bevor er errungen ist.“
Auch an der Prognose ändere die starke Nachfrage nichts. Take-Two habe schließlich „noch kein einziges Exemplar verkauft“, und Vorbestellungen könnten storniert werden . Die Aussage ist für Anleger ebenso wichtig wie für Fans: Die Vorbestellungen sind ein starkes Signal, aber noch keine Garantie für die tatsächlichen Verkaufszahlen nach dem Start.
Rockstar Games verlangt für die Standard Edition von GTA 6 79,99 US-Dollar, die Ultimate Edition kostet 99,99 US-Dollar . Zelnick verteidigte diese Preisgestaltung nachdrücklich.
Sein Argument: Die Preise für Videospiele seien in den vergangenen Jahren nicht im gleichen Maß wie die Inflation gestiegen. Große AAA-Spiele seien damit inflationsbereinigt günstiger als noch vor 20 Jahren . Den Preis von 79,99 US-Dollar bezeichnete er als „unglaubliches Schnäppchen“ – und erklärte, diese Bezeichnung sei noch eine deutliche Untertreibung .
Auf die Frage, warum GTA 6 80 US-Dollar kostet, während NBA 2K27 zum üblichen Preis von 70 US-Dollar startet, verwies Zelnick auf den gebotenen Gegenwert. Take-Two wolle einen „phänomenalen Wert“ liefern und nicht einfach den höchstmöglichen Preis verlangen . Die Reaktion der Kunden auf beide Editionen zeige zudem, dass Rockstar die Preisgestaltung richtig getroffen habe .
Für Diskussionen sorgt auch die physische Ausgabe. Die sogenannte Box-Version von GTA 6 enthält keine Blu-ray-Disc, sondern lediglich einen Download-Code . Käufer erhalten also eine Verpackung für das Regal, müssen das Spiel aber vollständig aus dem Internet herunterladen.
Zelnick begründete die Entscheidung mit dem digitalen Schwerpunkt des Unternehmens:
„Unser Geschäft ist zu deutlich mehr als 90 Prozent digital. Bei einem großen Spiel ergeben Discs für Verbraucher nicht wirklich Sinn.“
Die Herstellung und der Versand von Discs seien ineffizient, wenn die große Mehrheit der Spieler ohnehin digital kaufe . Die Entscheidung passt zu einem breiteren Branchentrend. Als weiteres Beispiel wird Sonys Plan genannt, die Produktion von PlayStation-Discs bis 2028 einzustellen .
Take-Two kündigte außerdem eine exklusive Marketingpartnerschaft mit Netflix an. Ein verlängerter Einblick in GTA 6 soll am 27. August 2026 zunächst ausschließlich auf Netflix erscheinen. Sechs Stunden später soll das Material auch auf YouTube verfügbar sein .
Zelnick bezeichnete die Kooperation als „erstmalig in dieser Form“. Für große Spielepublisher eröffnet der Deal einen neuen Weg, exklusive Vorschauen über eine Streamingplattform zu verbreiten .
An der wichtigsten Nachricht für Spieler ändert sich nichts: Grand Theft Auto VI soll am 19. November 2026 erscheinen. Zum Start wird das Spiel für PlayStation 5 und Xbox Series X|S angeboten . Eine PC-Version ist bestätigt, hat aber noch keinen konkreten Veröffentlichungstermin .
Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet Take-Two Net Bookings zwischen 1,62 und 1,67 Milliarden US-Dollar . Das deutet auf eine zunehmende Dynamik im Vorfeld des GTA-6-Starts hin.
Die Botschaft des Earnings Calls lässt sich damit kurz zusammenfassen: Die Nachfrage vor dem Launch ist laut Take-Two außergewöhnlich stark. Doch selbst der Publisher will erst dann von einem Erfolg sprechen, wenn GTA 6 tatsächlich erschienen ist und sich die Vorbestellungen in reale Verkäufe verwandelt haben.