Die Mischung aus Preis, Ausstattung und einer von Xiaomi selbst weiterentwickelten Software wurde zum Fundament der frühen Markenidentität. Der damalige Slogan „Born for enthusiasts“ – sinngemäß: „Für Enthusiasten gemacht“ – stand zudem für den Versuch, eine engagierte Community rund um die Produkte aufzubauen, statt lediglich ein weiteres Android-Smartphone zu verkaufen.
In den Anfangsjahren konzentrierte sich Xiaomi auf möglichst viel Leistung für vergleichsweise wenig Geld. Mit der Zeit wurde daraus ein Portfolio mit mehreren Smartphone-Reihen und immer mehr Produktkategorien. Für die Reichweite im Massenmarkt war insbesondere Redmi entscheidend.
Im Juli 2026 meldete Xiaomi, dass die Redmi-Note-Serie in zwölf Jahren weltweit mehr als 500 Millionen Geräte verkauft habe. Diese Zahl bezieht sich auf die Note-Reihe selbst und nicht auf sämtliche Xiaomi-Smartphones.
Die Unterscheidung ist wichtig: Der Redmi-Note-Meilenstein zeigt die enorme Größe einer preisorientierten Produktfamilie. Die Kommunikation zum Smartphone-Jubiläum beschreibt dagegen einen umfassenderen Wandel – vom vor allem für erschwingliche Mobiltelefone bekannten Hersteller zum Technologieunternehmen mit Smartphones, Tablets, Smart-Home-Produkten und Fahrzeugen.
Die nächste Entwicklungsstufe verkörpert HyperOS 4. Xiaomi stellte das System im August 2026 vor; zunächst startete in China eine Beta-Phase. Neben einer überarbeiteten Benutzeroberfläche im Glas-Stil und Leistungsoptimierungen gehört Super XiaoAI 2.0 zu den zentralen Neuerungen. Der Assistent basiert auf Xiaomis MiMo-Technologie für große Sprachmodelle.
Zu den bislang gemeldeten Funktionen zählen:
Der entscheidende Vorbehalt betrifft die Verfügbarkeit. Die bisher angekündigten Funktionen und Beta-Informationen bezogen sich zunächst auf die chinesische Version. Xiaomi hatte noch nicht bestätigt, dass der vollständige Funktionsumfang auch in den internationalen Softwareversionen verfügbar sein wird.
Gründer Lei Jun verwies im August 2026 auf zwei miteinander verbundene Jubiläen: 16 Jahre seit der ersten MIUI-Veröffentlichung und 15 Jahre seit dem ersten Xiaomi-Smartphone. Dazu teilte er Fotos vom ursprünglichen Launch und stellte damit eine direkte Verbindung zwischen der Gegenwart und den softwareorientierten Anfängen des Unternehmens her.
Xiaomi-Gruppenpräsident Lu Weibing beschrieb den Wandel vom frühen Leitbild „Born for enthusiasts“ hin zum Ziel, Menschen weltweit Zugang zu guter und angenehmer Technologie zu ermöglichen. Zugleich skizzierte er den Weg von der Anwendungsinnovation zum globalen Technologieführer. Die nächste Etappe bestehe darin, KI vollständig zu umarmen.
Damit präsentiert Xiaomi KI nicht bloß als Sammlung einzelner Smartphone-Funktionen. Das Unternehmen positioniert sie als systemweite Ebene, die Smartphones, Tablets, Smart-Home-Geräte und Fahrzeuge miteinander verbinden soll. Ob daraus tatsächlich ein nahtloses Ökosystem entsteht, hängt von der technischen Umsetzung, der regionalen Verfügbarkeit und dem konkreten Nutzen im Alltag ab.
Das Jubiläum stellt das Mi 1 und HyperOS 4 unmittelbar gegenüber. 2011 ließ sich Xiaomis Differenzierung in einem Satz erklären: ambitionierte Ausstattung für 1.999 Yuan, ergänzt durch MIUI. 2026 soll das Versprechen umfassender werden: ein Ökosystem, in dem KI Anfragen versteht, über mehrere Anwendungen hinweg arbeitet und verschiedene Geräte koordiniert.
Der Absatzrekord der Redmi-Note-Familie zeigt, dass Xiaomi seine massenmarkttaugliche Reichweite bewahrt hat. HyperOS 4 weist zugleich in die gewünschte Zukunft. Die zentrale Herausforderung besteht darin, beide Stärken zu verbinden: erschwingliche, weit verbreitete Hardware und KI, die im Alltag wirklich hilfreich ist – statt lediglich ein Schlagwort zum Firmenjubiläum zu bleiben.