Für eine Erhöhung um 25 Basispunkte – also 0,25 Prozentpunkte – stimmten:
Ihre Gegenstimmen zeigen, dass der interne Druck steigt, auf die Inflation zu reagieren, die seit fünf Jahren über dem Zielwert liegt .
In ihrem geldpolitischen Bericht vom Juli nannte die Fed mehrere Faktoren, die den Preisdruck erhöhen. Dazu gehörten Liefer- und Angebotsschocks, die insbesondere die Energiekosten steigen ließen, sowie die fortwirkenden Effekte von Zöllen .
Bemerkenswert ist, dass die Notenbank ausdrücklich auch den „boomenden Ausbau der Technologie für künstliche Intelligenz“ als Faktor für steigenden Preisdruck aufführte . Bereits die Protokolle der Juni-Sitzung hatten höhere Energie- und Vorleistungskosten infolge des Konflikts im Nahen Osten sowie die starke Nachfrage im Zusammenhang mit dem KI-Ausbau als Inflationsquellen genannt .
Warsh sagte auf der Pressekonferenz, die Inflation liege weiterhin über dem 2-Prozent-Ziel der Fed. Zugleich betonte er: „Das Komitee bleibt entschlossen. [...] Wir werden Preisstabilität liefern.“
Bei einer Anhörung im US-Kongress hatte Warsh zuvor erklärt: „Das wichtigste Ziel der Fed ist es, die Geldpolitik richtig zu gestalten [...] Und wenn wir die Politik richtig gestalten – und das werden wir –, wird der Inflationsschub der vergangenen fünf Jahre der Vergangenheit angehören.“
Die von Warsh geführte Fed verfolgt weiterhin einen Kurs ohne konkrete Zinsprognose. Dieser sogenannte „No-Guidance“-Ansatz lässt offen, ob der nächste Schritt eine Erhöhung oder eine weitere Zinspause sein wird .
Die Bank of England (BoE) hielt ihren Leitzins, den sogenannten Bank Rate, bei 3,75 Prozent . Der geldpolitische Ausschuss stimmte mit 6 zu 3 Stimmen für eine unveränderte Geldpolitik .
Eine Erhöhung auf 4 Prozent wollten:
Damit war die Gruppe der Befürworter einer Erhöhung größer als bei der Juni-Sitzung. Damals hatten nur Pill und Greene für einen Zinsschritt nach oben votiert. Mann schloss sich ihnen im Juli an und verwies insbesondere auf die erneuten Spannungen zwischen den USA und Iran .
Die BoE warnte, dass der Konflikt zwischen den USA und Iran den Inflationsausblick verschärfen könnte. Sie erklärte, für den Fall einer Eskalation zu einer Zinserhöhung bereit zu sein . Gouverneur Andrew Bailey sagte, „hohe und volatile Energiepreise“ würden dazu führen, dass die Inflation später im Jahr erneut ansteige .
Zusätzlich beobachtet die Bank sogenannte Zweitrundeneffekte: Aus zunächst höheren Energiepreisen könnten etwa steigende Lohnforderungen, höhere Transportkosten und weitere Preiserhöhungen in der Wirtschaft entstehen .
Bailey bemühte sich allerdings, Erwartungen an eine unmittelbar bevorstehende Zinserhöhung zu dämpfen. Er sagte: „Bitte verlassen Sie diesen Raum nicht mit dem Eindruck, dass sich die Bank of England einer Zinserhöhung nähert. Denn offen gesagt gibt es nichts in dem, was ich gesagt habe – und ich denke, auch nichts in dem, was irgendjemand von uns gesagt hat –, das zu diesem Schluss führen sollte.“
Er bezeichnete es als vernünftig, den Leitzins unverändert zu lassen, und wies darauf hin, dass die Prognosen der Bank auf eine weitgehend stagnierende britische Wirtschaft hindeuteten . Nach Baileys Aussagen bewerteten Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung im September nur noch mit 35 Prozent .
Die Bank of Japan (BoJ) beließ ihren kurzfristigen Leitzins bei 1,0 Prozent. Damit liegt er auf dem höchsten Stand seit September 1995, nachdem die japanische Notenbank ihn im Juni um 25 Basispunkte angehoben hatte .
Die Entscheidung fiel mit 8 zu 1 Stimmen . Das einzige Mitglied, das eine Erhöhung befürwortete, war:
Die BoJ warnte, dass die zugrunde liegende Inflation über ihr Ziel von 2 Prozent steigen könnte . Zugleich bekräftigte der geldpolitische Ausschuss seine Bereitschaft, die Finanzierungskosten weiter anzuheben, falls die Inflationsrisiken zunehmen .
Die Notenbank senkte zwar ihre Prognose für die Kerninflation im Fiskaljahr 2026 von 2,8 auf 2,5 Prozent. Das deutet auf eine gewisse Entspannung beim kurzfristigen Preisdruck hin, ändert aber wenig an der grundsätzlich straffen Tonlage . Gleichzeitig hob die BoJ ihre Wachstumsprognose für das laufende Fiskaljahr leicht auf 0,6 Prozent an .
Analysten bezeichneten die Entscheidung deshalb als „hawkish hold“ – eine Zinspause mit vergleichsweise straffer Botschaft. Die BoJ ließ weitere Zinserhöhungen ausdrücklich auf dem Tisch und verwies zudem auf die möglichen Auswirkungen der weltweiten KI-Nachfrage sowie von Wechselkursbewegungen .
Auf den ersten Blick signalisieren alle drei Notenbanken Geduld. Keine von ihnen wollte die Zinsen angesichts unsicherer Wachstumsaussichten sofort weiter anheben. Gleichzeitig zeigen die Abstimmungen, dass die Risiken nach oben nicht verschwunden sind.
Besonders auffällig ist, dass sämtliche abweichenden Stimmen eine Zinserhöhung forderten. Das unterscheidet die aktuelle Lage von Situationen, in denen Mitglieder angesichts schwacher Konjunktur für eine Lockerung eintreten. Die Debatte dreht sich vielmehr darum, ob die Zentralbanken frühzeitig gegen neue Inflationsimpulse vorgehen oder zunächst weitere Daten abwarten sollten.
Für die Fed stehen dabei Energiepreise, Zölle, der Nahostkonflikt und die Nachfrage rund um den KI-Ausbau im Mittelpunkt. Die Bank of England konzentriert sich besonders auf den US-Iran-Konflikt, volatile Energiepreise und mögliche Zweitrundeneffekte. Die Bank of Japan wiederum wägt eine möglicherweise zu hohe zugrunde liegende Inflation gegen eine zunächst niedrigere Inflationsprognose ab.
Die Botschaft der Woche lautet daher nicht einfach „Zinsen bleiben stabil“. Sie lautet: Die nächste Bewegung könnte bei allen drei Zentralbanken weiterhin nach oben gehen – aber keine Mehrheit hielt eine sofortige Erhöhung für notwendig.