US-Sektoren im Detail: US-amerikanische Growth-Aktienfonds verzeichneten mit 8,78 Milliarden US-Dollar den höchsten Wochenzufluss seit November 2024, während Value-Fonds Nettokäufe von 1,79 Milliarden US-Dollar verbuchten . Allerdings zogen Anleger netto 3,78 Milliarden US-Dollar aus Sektorfonds ab, angeführt von 4,62 Milliarden US-Dollar Abflüssen aus Technologiefonds nach sechs Wochen mit Nettokäufen
. Auch Finanzfonds verzeichneten Nettoabflüsse von 633 Millionen US-Dollar
.
Das Investment Company Institute meldete für die Woche bis zum 5. August geschätzte Gesamtzuflüsse von 27,28 Milliarden US-Dollar in langfristige Investmentfonds und ETFs .
Der am 12. August veröffentlichte Verbraucherpreisindex (CPI) zeigte, dass die Preise im Monatsvergleich um 0,1 % (entsprechend den Erwartungen) und im Jahresvergleich um 3,4 % stiegen . Die Kernrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) legte monatlich um 0,2 % und annualisiert um 2,5 % zu – das langsamste Jahrestempo seit dem Ende des pandemiebedingten Anstiegs und damit ein Schritt näher am 2-Prozent-Ziel der Fed
.
Der Bericht wurde weithin als Erleichterung aufgenommen. „Die CPI-Daten entsprachen den Erwartungen und senkten die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed im September gezwungen sein wird, die Zinsen zu erhöhen“, kommentierten Analysten . Der verhaltene Wert folgte auf eine überraschende Abschwächung im Juni und einen Rückgang der Benzinpreise im zweiten Monat in Folge
.
Einen Tag später zeigte der Erzeugerpreisindex (PPI) für Juli eine stabile Entwicklung zum Vormonat – unter der Konsensschätzung von 0,2 % . Der Kern-PPI (ohne Nahrungsmittel und Energie) stieg um 0,2 %, ebenfalls unter der Prognose von 0,3 %
. Im Jahresvergleich verlangsamte sich der Gesamt-PPI auf 4,7 % von 5,5 % im Juni
.
Die stabile Entwicklung der Erzeugerpreise dämpfte die Erwartungen einer baldigen Zinserhöhung weiter. „Die Daten veranlassten die meisten Ökonomen, auch für die persönlichen Konsumausgaben-Preisindizes im Juli moderate Werte zu erwarten“, berichtete Reuters .
Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben nach den Inflationsdaten leicht nach. Die Rendite 10-jähriger Anleihen fiel nach den Berichten auf rund 4,64 % – 4,66 % . Die Rendite zweijähriger Papiere gab ebenfalls leicht nach
.
Noch bedeutender war der Rückgang der Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September. Der CME FedWatch zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts im September nach der CPI-Veröffentlichung auf 38 % – 40 % fiel, verglichen mit 48 % – 55 % eine Woche zuvor . Dennoch sahen die Märkte weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von etwa 56 % für eine Zinserhöhung bis zur Oktober-Sitzung
. Schwab merkte an: „Die Chancen auf mindestens eine Zinserhöhung bis zum Jahresende bleiben bei nahezu 63 %“
.
Der S&P 500 schloss am Mittwoch, dem 12. August, mit einem Rekordhoch von 7.748,50 Punkten, einem Tagesplus von 0,26 % . Am Donnerstag, dem 13. August, baute er die Gewinne aus und schloss mit einem weiteren Rekord von 7.798,99 Punkten – einem Plus von 0,65 % –, nachdem die verhaltenen PPI-Daten die Erwartung bekräftigten, dass die Fed die Zinsen im September stabil halten würde
. Der Index lag im laufenden Jahr bei einem Plus von rund 13 %
. Die Gewinne wurden von Kursanstiegen bei Sandisk und anderen großen Technologiewerten im Zuge des KI-Optimismus angetrieben
.
Brent-Rohöl bewegte sich zu Wochenbeginn angesichts geopolitischer Spannungen, darunter neue US-Forderungen an den Iran, in einer volatilen Spanne nahe 90 USD pro Barrel . Es schloss am 12. August bei rund 88,98 USD
und lag am 14. August bei etwa 87,14 USD
. Das Öl hatte im früheren Wochenverlauf auf Wochensicht rund 12 % zugelegt
.
Gold profitierte von den abkühlenden Inflationsdaten und den gesunkenen Zinserwartungen. Spot-Gold stieg am 12. August um 0,92 % auf 4.407,12 USD pro Feinunze und erreichte ein Zweimonatshoch, während US-Gold-Futures bei 4.467,50 USD schlossen . Gestützt wurde Gold durch den verhaltenen CPI und die sinkende Wahrscheinlichkeit einer September-Zinserhöhung, auch wenn es im weiteren Wochenverlauf leicht nachgab
.
Cleveland-Fed-Präsidentin Beth Hammack schlug in dieser Zeit einen vorsichtigen Ton an. Sie bekräftigte, dass die jüngsten Inflationsdaten zwar ermutigend seien, die Fed jedoch keinen voreiligen Siegesruf ausstoßen dürfe. Es bedürfe nachhaltiger Belege, dass der Preisdruck vollständig unter Kontrolle sei, bevor man eine Lockerung der Geldpolitik in Betracht ziehen könne. Ihre Äußerungen dienten als Gegenpol zur taubenhaften Neubewertung durch den Markt.
| Indikator | Bewegung | Schlüsselniveau |
|---|---|---|
| Zuflüsse in globale Aktienfonds | 12. Woche in Folge; +18,62 Mrd. USD | 18,62 Mrd. USD netto |
| S&P 500 | Rekordhoch (13. August) | 7.798,99 |
| Rendite 10-jähriger US-Anleihen | Leichter Rückgang nach CPI/PPI | ~4,64 % – 4,66 % |
| Wahrscheinlichkeit Zinserhöhung September | Deutlich gesunken | 38 % – 40 % |
| Wahrscheinlichkeit Zinserhöhung bis Jahresende | Weiterhin erhöht | ~63 % |
| Brent-Rohöl | Volatil, zu Wochenbeginn nahe 90 USD | ~87–89 USD |
| Gold | Zweimonatshoch erreicht | 4.407 USD/oz (Spot) |
Die Woche zeigte, dass die Märkte zunehmend ein Szenario der „sanften Landung“ einpreisen – eine abkühlende Inflation ohne starken wirtschaftlichen Abschwung. Der nächste Schritt der Fed bleibt jedoch ungewiss. Da die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis zum Jahresende weiterhin bei über 60 % liegt, ist die Debatte darüber, ob die Zentralbank ihren Straffungskurs wirklich beendet hat, noch lange nicht abgeschlossen.