| Kennzahl | Tatsächlich | Konsensschätzung | Über-/Unterschreitung | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 76,4 Mrd. $ | 73,79–73,81 Mrd. $ | +3,4% | +18% (+17% cc) |
| EPS (verwässert) | 3,65 $ | 3,35–3,37 $ | +0,28 $ | +24% |
| Betriebsergebnis | 34,3 Mrd. $ | — | — | +23% |
| Nettogewinn | 27,2 Mrd. $ | — | — | +24% |
| Microsoft Cloud-Umsatz | 46,7 Mrd. $ | — | — | +27% |
| Intelligent Cloud-Umsatz | 29,9 Mrd. $ | — | — | +26% |
Quellen:
Azure war der herausragende Performert. Die Plattform verzeichnete ein Umsatzwachstum von 39% in konstanten Währungen – eine Beschleunigung gegenüber 34% im dritten Quartal und über den Analystenerwartungen von 37–38% . Die Azure-KI-Dienste steuerten rund 13 Prozentpunkte zu diesem Wachstum bei, was zeigt, dass die KI-Adoption zu einem echten Umsatztreiber wird und nicht nur eine Kostenstelle ist.
Das Segment Productivity & Business Processes erzielte einen Umsatz von rund 21,1 Milliarden Dollar (plus 13%), wobei die Microsoft-365-Commercial-Cloud-Umsätze um 15% und die gewerblichen Sitzplätze um 6% zulegten . Auch Dynamics 365 entwickelte sich stark . Das Segment More Personal Computing war das am langsamsten wachsende, aber die operative Marge des Gesamtkonzerns erreichte 45% – ein Plus von 2 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr .
Der Microsoft-Cloud-Umsatz für das gesamte Geschäftsjahr 2025 überstieg 168 Milliarden Dollar, und Azure übertraf erstmals die Marke von 75 Milliarden Dollar Jahresumsatz .
Finanzvorständin Amy Hood gab für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 eine Umsatzspanne von 74,7 Milliarden bis 75,8 Milliarden Dollar aus, wobei das Azure-Wachstum in konstanten Währungen bei 37% erwartet wird – über dem StreetAccount-Konsens von 33,7% . Der Mittelwert von rund 75,25 Milliarden Dollar lag leicht unter einigen Marktschätzungen, der Gesamtton war jedoch von anhaltender Dynamik geprägt.
Der Gewinnsprung lieferte den Bullen frische Belege dafür, dass sich die KI-Investitionen in steigende Umsätze übersetzen. Doch die Aufmerksamkeit des Marktes richtet sich zunehmend auf die Kostenseite der Rechnung.
Die Entwicklung der Kapitalausgaben (Capex) von Microsoft ist atemberaubend:
Die hohen Ausgaben haben immer wieder zu Kursverlusten geführt. Im Januar 2026 fiel die Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als 6%, nachdem das Cloud-Wachstum trotz Rekordinvestitionen in KI Anzeichen einer Verlangsamung gezeigt hatte . Im April 2026 verlor die Microsoft-Aktie fast 5%, obwohl das Unternehmen die Q3-Schätzungen übertroffen hatte – die Anleger reagierten auf die 190-Milliarden-Dollar-Capex-Zahl . Bis März 2026 notierte die Aktie bei rund 374 Dollar, was einem Rückgang von rund 21% seit den Höchstständen Ende 2025 entspricht .
Die Analystenstimmung vor den Q4 FY2025-Zahlen war vorsichtig optimistisch, aber keineswegs einhellig. Die UBS blieb bei einer Kaufempfehlung und erwartete „höhere Kapitalausgaben bei gleichbleibender Cloud-Nachfrage“ . Andere wiesen darauf hin, dass Microsoft eine „Phase der Bewertungsverdauung“ bevorstehe, während der Markt die Geschwindigkeit der KI-Monetarisierung gegen die Infrastrukturkosten abwägt .
Der Auftragsbestand von Microsoft für künftige Umsätze (Commercial Remaining Performance Obligations, RPO) – der vertragliche Umsatzrückstand – stieg bis zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 auf rund 625 Milliarden Dollar, wobei rund 45% auf OpenAI entfielen . Dieser Rückstand deutet auf eine starke vertraglich gesicherte Nachfrage hin, doch die Anleger bleiben skeptisch, wann und wie sich die Ausgaben in dauerhafte, hochmargige Renditen verwandeln werden .
Das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2025 war ein klarer Erfolg für Microsoft: Die Gewinne übertrafen die Erwartungen in allen wichtigen Kennzahlen, das Azure-Wachstum beschleunigte sich, und die KI-Dienste erwiesen sich als wesentlicher Umsatztreiber. Doch die 190-Milliarden-Dollar-Frage hat jeden Quartalsbericht in ein Referendum darüber verwandelt, ob der Aufbau der KI-Infrastruktur eine Investition oder ein Glücksspiel ist. Bis Microsoft demonstriert, dass seine Ausgaben proportionale Renditen erwirtschaften können, wird die Aktie wahrscheinlich in der „Show-me“-Phase des KI-Zyklus verharren.
Dieser Artikel wurde aktualisiert, um die nachfolgenden Quartalsberichte und Capex-Prognosen von Microsoft für das Geschäftsjahr 2026 bis Juli 2026 zu berücksichtigen.