Das berichtete EBIT von 1,5 Mrd. Euro lag zwar knapp unter der Konsensschätzung von 1,6 Mrd. Euro, doch die bestätigte Prognose für die operative Marge gab den Anlegern Sicherheit .
Die größte Belastung kommt aus China. Mercedes-Benz verkaufte dort im zweiten Quartal rund 98.600 Fahrzeuge – ein Einbruch von 30% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum . Das Unternehmen begründet dies mit einem „sich verschärfenden Wettbewerbsumfeld“: Einheimische E-Auto-Hersteller dringen aggressiv in das Luxussegment vor, das lange eine verlässliche Gewinnquelle für die Schwaben war .
Die Konsequenz folgte auf dem Fuß: Mercedes senkte den Ausblick für das Gesamtjahr 2026. Statt wie bisher von einer Stabilisierung ausgehen zu müssen, erwartet der Vorstand nun einen „leichten Rückgang“ der Pkw-Verkäufe und des Konzernumsatzes . Der Konzern verwies explizit auf die negative Entwicklung des chinesischen Marktes . Laut Definition aus dem Geschäftsbericht 2025 entspricht dies einem Rückgang von 2–7,5% .
Zudem verbuchte das Management eine Wertberichtigung von 704 Mio. Euro auf seine chinesischen Beteiligungen – ein bilanzielle Sondereffekt, der das bereinigte operative Ergebnis und den Cashflow nicht belastete . Außerhalb von China stiegen die Autoverkäufe im ersten Halbjahr um 2% .
Trotz des schwierigen Umfelds setzt Mercedes seine Aktionärspolitik fort. Nach Abschluss des vorherigen 2,0-Milliarden-Euro-Rückkaufprogramms am 1. Juni 2026 kündigte das Unternehmen ein weiteres Programm über bis zu 1,0 Mrd. Euro an. Es soll bis zur Hauptversammlung 2027 laufen . Der Schritt ist Teil einer umfassenden Kapitalallokation, die auch Erlöse von 0,4 Mrd. Euro aus dem ersten Teilverkauf der Daimler-Truck-Beteiligung umfasst .
Die Börse zeigte sich erleichtert. Der Kurs der Mercedes-Aktie stieg am 28. Juli im Frankfurter Handel um mehr als 4% und legte zwischenzeitlich bis zu 5% zu . Anleger sahen sich bestätigt, „dass der Schaden aus China nicht schlimmer war als befürchtet“, und honorierten den Gewinnanstieg, die bestätigte Margenprognose und die Rückkaufankündigung .
Die Stimmung der Analysten vor der Zahlenvorlage war verhalten; viele Institute hatten ihre Kursziele angesichts des Gegenwinds aus China gesenkt. Der Konsens zeigte am Tag der Veröffentlichung eine Mischung aus Vorsicht und Optimismus.
| Institut | Bewertung | Kursziel | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Jefferies | Kaufen (von Halten hochgestuft) | 52 Euro (von 60 Euro gesenkt) | Ende Juni hochgestuft; sieht Wert nach dem Kursrutsch |
| RBC Capital | Sektorhalten (Neutral) | 56 Euro | Mitte Juli bestätigt |
| BM Pekao | Kaufen | — | Anfang Juli hochgestuft |
| Konsens / Durchschnitt | Gemischt | ~51–56 Euro | 17 Analysten hatten das durchschnittliche Kursziel vor Q2 von ~60 auf niedrige 50er-Euro gesenkt |
| SimplyWallSt Fair Value | — | 42 Euro (‑5,9%) | Schätzung gesenkt wegen geringerer Ertragserwartungen aus China |
Analysten von Oddo BHF bewerteten die Zahlen als insgesamt über den Erwartungen, auch wenn die gesenkte Umsatzprognose Anlass zur Vorsicht gebe . Der Trend vor der Veröffentlichung war defensiv, doch der starke Quartalsausweis und die bestätigte Prognose gaben der Aktie einen Boden.