Samsung verbindet damit große Leistungs- und Effizienzversprechen:
Samsung zeigte außerdem zNAND-O, eine Konzeptarchitektur, die insbesondere für KI-Inferenz am Netzwerkrand – also etwa in Edge-Systemen – gedacht ist .
Konkreter ist Samsungs V10 BV-NAND. Das Kürzel steht für „Bonding V-NAND“. Bei diesem Ansatz werden Speicherzellen und periphere Logik getrennt gefertigt und anschließend über Wafer-Bonding miteinander verbunden .
Die vorliegenden Angaben zu V10 BV-NAND:
Damit markiert V10 BV-NAND einen wichtigen Unterschied innerhalb von Samsungs Roadmap: Die vertikale zHBM-Architektur ist noch ein Konzept, während die 400-plus-Schichten-NAND-Technik bereits den Übergang in die kommerzielle Fertigung geschafft hat.
Auch bei SK hynix stand eine neue Speicherebene für KI-Systeme im Fokus. Gemeinsam mit SanDisk veröffentlichte das Unternehmen auf der FMS 2026 die erste offene technische Spezifikation für High Bandwidth Flash (HBF) über das Open Compute Project (OCP) .
HBF soll die Lücke zwischen sehr schnellem, aber vergleichsweise begrenztem HBM und herkömmlichen NVMe-SSDs schließen. Die Technik kombiniert dafür die höhere Kapazität von NAND-Flash mit einem deutlich schnelleren Zugriff als bei klassischem Massenspeicher .
Die erste Spezifikation sieht vor:
Für den Aufbau des Ökosystems ist außerdem relevant, dass Google DeepMind und Tenstorrent der HBF-Allianz beigetreten sind . Ein offener Standard könnte Herstellern von Beschleunigern, Speichern und Servern die Integration erleichtern und proprietäre Insellösungen vermeiden.
In Vorträgen und Diskussionsrunden der FMS 2026 zeichnete sich ein gemeinsames Bild ab: HBM allein kann den wachsenden Speicherbedarf von KI-Systemen nicht decken. Besonders bei der Inferenz entstehen große Datenmengen und Zwischenspeicher, die nicht dauerhaft im knapp bemessenen GPU- oder HBM-Speicher liegen können .
Als Antwort setzt die Branche auf hierarchische Speicherarchitekturen. Dabei übernimmt jede Ebene eine andere Aufgabe:
Auch Marvells Beiträge zur Infrastruktur für agentische KI-Inferenz stellten ein breiteres Portfolio aus Speicher- und Speichertechnologien in den Vordergrund, statt ausschließlich auf HBM zu setzen .
Zwei Aussagen aus der ursprünglichen Fragestellung konnten anhand der verfügbaren, veröffentlichten FMS-Berichte nicht bestätigt werden:
Beide Aussagen könnten aus einem Vortrag oder einer Podiumsdiskussion stammen, die in den bislang indexierten Quellen nicht vollständig dokumentiert wurden. Sie sind daher nicht verifiziert und sollten nicht wie bestätigte Ergebnisse der FMS 2026 behandelt werden.
Die belastbarsten Ergebnisse der FMS 2026 sind drei Ankündigungen: Samsungs zHBM-Konzept für vertikal gestapelten HBM, das bereits in Massenproduktion befindliche V10 BV-NAND mit mehr als 400 Schichten sowie der offene HBF-Standard von SK hynix und SanDisk.
Gemeinsam weisen sie in dieselbe Richtung: KI-Infrastruktur entwickelt sich weg von einer einzelnen Hochleistungsspeicherlösung und hin zu einem mehrstufigen, zunehmend dreidimensionalen Speicher-Stack. Die spektakulären zHBM-Werte sind dabei Zukunftsversprechen eines Konzeptmodells. V10 BV-NAND und HBF zeigen hingegen, welche Teile dieser Entwicklung bereits in konkrete Produkte und Standards übergehen.