Die wohl treffendste Zusammenfassung kommt von TheSixthAxis: Beast of Reincarnation sei die „perfekte 7/10“ – eine Ansammlung von Systemen, Ideen und interessanten Designentscheidungen, die „so beinahe zusammenhalten“ .
Bei einem Punkt herrscht unter den Reviews ungewöhnlich viel Einigkeit: Das Parieren funktioniert hervorragend, wenn man sich auf den Rhythmus der Kämpfe einlässt. Kotaku bezeichnete das System als „unendlich befriedigend“ und hob das laute „Klirren“ von Emmas Schwert bei perfekt getimten Paraden hervor . PC Gamer ordnete das Zeitfenster zwischen Stellar Blade und Sekiro: Shadows Die Twice ein – anspruchsvoll, aber erlernbar .
Vice ging noch weiter und bewertete den Kampf als „kinetisch“ und „ideenreich“. Das Magazin sah darin eine gelungene Annäherung an die dynamischen Gefechte von Sekiro .
Besonders eigenständig wird das System durch die Verbindung von Echtzeitkämpfen und taktischen Befehlen für Koo. Während Emma pariert und angreift, kann der Begleiter gezielt eingesetzt werden. Mehrere Kritiker sahen darin zugleich eine clevere Verbindung zu Game Freaks Pokémon-Erbe: Die Beziehung zwischen Mensch und Kreatur bleibt zentral, auch wenn diesmal kein klassisches Monster-Sammeln im Mittelpunkt steht .
Auch die Atmosphäre und das Weltdesign gehören zu den am häufigsten gelobten Aspekten. PC Gamer beschrieb das Spiel als ungewöhnlich ruhig und geduldig, durchzogen von einer „elegischen Untergangsstimmung“, und nannte es ein atmosphärisch dichtes, melancholisches Videospiel .
Kotaku lobte die von der Natur zurückeroberte Umgebung sowie Kreaturen, in denen sich Pflanzen und Tierskelette miteinander verbinden . In mehreren Besprechungen tauchten Vergleiche mit NieR: Automata und Studio Ghiblis Prinzessin Mononoke auf .
Dazu kommen Emmas von der „Blight“ angetriebenen Haarfähigkeiten. Mit ihnen erreicht sie höhere Ebenen, spannt Rankenbrücken oder schwingt sich per Peitschenhaken durch die Landschaft. Gaming Trend verglich dieses Bewegungssystem sogar mit Spider-Man und nannte es wegen seiner Kreativität besonders einprägsam .
Die größten Probleme liegen laut vielen Reviews bei der technischen Umsetzung. Gaming Trend sprach von „berüchtigten Performance-Problemen“ und stellte fest, dass zwischen dem Performance- und dem Qualitätsmodus kein nennenswerter Unterschied erkennbar gewesen sei . Das koreanische Magazin Gamemeca nannte die schlechte Optimierung einen wesentlichen Kritikpunkt .
Auch die Reaktionsgenauigkeit der Steuerung sorgte für Frust. Kotaku berichtete, dass Heilgegenstände und Spezialangriffe gelegentlich nicht sofort ausgelöst würden. In einem präzisionsbetonten Kampfsystem könne bereits ein Sekundenbruchteil über Sieg oder Niederlage entscheiden . Auf dem Steam Deck wurde die Leistung zudem als kaum spielbar eingestuft .
Ein weiterer wiederkehrender Kritikpunkt ist die begrenzte Gegnervielfalt. Kotaku sah nur eine Handvoll unterschiedlicher Gegnertypen und befand, das Spiel gehe die Ideen aus, obwohl noch viel Weg vor ihm liege . Analog Stick Gaming und Gamemeca stellten ebenfalls fest, dass sich die Fortschritts- und Belohnungsschleifen in den späteren Kapiteln zunehmend wiederholen .
Am stärksten gehen die Meinungen bei der Erzählung auseinander. PC Gamer bezeichnete die Ausgangsidee als auffällig unoriginell . Kotaku beschrieb Emma zu Beginn als eine eher ausdruckslose Projektionsfläche . TechTimes fasste die Reaktionen mit „Stimmung gewinnt, Geschichte wankt“ zusammen: Die Welt und ihr Ton funktionieren, die narrative Umsetzung dagegen nicht durchgehend .
IGN bewertete das Spiel mit 6/10. Travis Northup beschrieb es als Mischung aus Sekiro: Shadows Die Twice und dem Final Fantasy VII Remake, kritisierte aber die unausgewogene Umsetzung und die Schwankungen in der Qualität . Auch VGC, The Guardian, GameSpot und Eurogamer vergaben jeweils 6/10 .
| Magazin | Wertung | Kurzfazit |
|---|---|---|
| Vice | 9,5/10 | Eines der besten Action-RPGs der vergangenen Jahre |
| Famitsu | 35/40 | Einzelwertungen: 8/9/9/9 |
| GamesRadar+ | 4,5/5 | Game Freak landet einen Volltreffer |
| WCCFTech | 8,5/10 | Eines der interessantesten Action-RPGs des Jahres |
| Xbox Achievements | 85/100 | Ein starkes Action-RPG, das sich hervorragend spielt |
| RPG Site | 8/10 | — |
| DualShockers | 8/10 | — |
| PlayStation LifeStyle | 8/10 | — |
| The Outerhaven | 8/10 | Game Freaks bisher kühnster Versuch |
| InsertCoins | 8/10 | Game Freak zeigt, was mit Budget und Ehrgeiz möglich ist |
| PC Gamer | 73/100 | Unterhaltsam, bewundernswert, wunderschön und fehlerhaft |
| Analog Stick Gaming | 7,5/10 | Weniger Systeme und ein stärkeres Finale wären nötig gewesen |
| Gamereactor | 7/10 | Gute Action und Abenteuergefühl, aber technische Schwächen und wenig Abwechslung |
| TheSixthAxis | 7/10 | Die „perfekte 7/10“ |
| Gaming Trend | 7/10 | Die Merkmale eines modernen Geheimtipps mit Ecken und Kanten |
| Kotaku | ohne Wertung | Gute Ideen, die nicht konstant fesseln |
| IGN | 6/10 | Uneinheitliche Umsetzung und technische Schwächen |
| VGC | 6/10 | — |
| The Guardian | 6/10 | — |
| GameSpot | 6/10 | — |
| Eurogamer | 6/10 | — |
| Game Informer | 5/10 | — |
| Game Rant | 5/10 | Bleibt hinter den Erwartungen zurück |
Beast of Reincarnation ist ein bemerkenswert ambitionierter Schritt für Game Freak. Das Studio beweist, dass es mehr kann als Pokémon – insbesondere dann, wenn es ein eigenständiges Kampfsystem und eine ungewöhnlich düstere Welt in den Mittelpunkt stellt.
Für Action-RPG-Fans, die präzises Parieren, eine melancholische Atmosphäre und kreative Fortbewegung schätzen, liegen hier echte Stärken. Doch technische Unsauberkeiten, die geringe Abwechslung bei Gegnern und das nachlassende Tempo im späteren Spielverlauf verhindern, dass das Abenteuer dauerhaft mit seinen Vorbildern Sekiro und NieR mithalten kann.
Unterm Strich ist Beast of Reincarnation deshalb eher ein vielversprechender erster Schritt als ein ausgereiftes Meisterwerk. Wer bereit ist, über etwas „Jank“ – also kleinere technische und spielerische Ecken und Kanten – hinwegzusehen, findet ein eigenständiges Action-RPG mit starken Momenten. Wer eine durchgehend polierte Genre-Referenz erwartet, dürfte die Lücken zwischen den großen Ideen deutlich spüren.