Für das am 27. Juni 2026 zu Ende gegangene Quartal meldete Apple:
iPhone, Mac und Services erzielten jeweils neue Rekordumsätze für ein Juni-Quartal. Der iPhone-Umsatz stieg um 21 Prozent auf 54,3 Milliarden US-Dollar . Der Mac-Umsatz legte um 29 Prozent auf 10,4 Milliarden US-Dollar zu
. Die Services-Sparte trug 30,7 Milliarden US-Dollar bei
.
Trotz der starken Gesamtzahlen gab es mehrere Wermutstropfen:
Ausblick für das Dezemberquartal (Q4): Apple rechnet mit einem Umsatzwachstum von nur 9 bis 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – das entspricht etwa 113 Milliarden US-Dollar in der Mitte der Spanne. Analysten hatten hingegen rund 114,9 Milliarden US-Dollar erwartet . CFO Kevan Parekh bezifferte allein die negativen Währungseffekte auf rund 2,5 Prozentpunkte
.
China-Geschäft: Der Umsatz in der Region Großchina belief sich auf 18,8 Milliarden US-Dollar und lag damit unter den erwarteten 19,6 Milliarden US-Dollar .
Lieferengpässe: Tim Cook nannte „Engpässe in der modernen Chipherstellung“ als Hauptgrund für die Lieferschwierigkeiten und warnte, dass sich die Versorgungsprobleme im Dezemberquartal „deutlich verschärfen“ würden . Besonders die MacBook-Neo-Verfügbarkeit bleibt eingeschränkt
.
Steigende Speicherkosten: Cook verwies auf höhere Preise für Speicherchips, die die Margen in den kommenden Quartalen belasten werden . Für das Dezemberquartal prognostiziert Apple eine Bruttomarge von 47 bis 48 Prozent
.
Die Aktie von Apple schloss den regulären Handel am Donnerstag bei 335,36 US-Dollar – ein Minus von 1,41 Prozent . Im nachbörslichen Handel brach der Kurs dann deutlich ein. Die Spanne der gemeldeten Verluste reicht von etwa 4 Prozent (Wall Street Journal) bis zu 7 Prozent (Asianet)
. TradingKey notierte einen Rückgang von über 4 Prozent auf 319,09 US-Dollar
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Der Ausverkauf war fast ausschließlich auf die schwächere als erwartete Prognose, die sich verschärfenden Lieferkettenprobleme, die steigenden Speicherkosten und den enttäuschenden China-Umsatz zurückzuführen – nicht auf die Zahlen des abgelaufenen Quartals .
Dieser Quartalsbericht hatte eine historische Dimension: Es war Tim Cooks letzte Bilanzpressekonferenz als CEO von Apple. Cook bestätigte, dass John Ternus, Senior Vice President für Hardwareentwicklung, am 1. September 2026 die Rolle des CEO übernehmen wird. Cook selbst wechselt auf den Posten des Executive Chairman .
Cook nutzte den Anlass für einen Rückblick auf seine 28 Jahre bei Apple und seine 15-jährige Amtszeit als CEO. Er zeigte sich überzeugt, dass Ternus das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft führen werde . Der Führungswechsel war bereits im April 2026 angekündigt worden und ist das Ergebnis eines langfristig angelegten Nachfolgeprozesses, der vom gesamten Vorstand einstimmig gebilligt wurde
.
Die Q3-Zahlen präsentieren ein klassisches Kontrastbild: Das Unternehmen operiert operativ außergewöhnlich gut – Rekordumsätze, Rekordgewinne, starke iPhone- und Mac-Verkäufe. Gleichzeitig ist der kurzfristige Ausblick durch Faktoren getrübt, die Apple nicht selbst in der Hand hat. Die Chip-Engpässe und Kostensteigerungen bei Speicher sind branchenweite Probleme, keine hausgemachten Fehler.
Die entscheidende Frage für Anleger: Kann die starke Nachfrage, die Apple im dritten Quartal gezeigt hat, das Geschäft auch in einer Phase mit geringerem Angebot stabil halten? Oder beginnen die Lieferengpässe, Umsatz und Margenwachstum merklich zu begrenzen? Der CEO-Wechsel bringt eine zusätzliche Unsicherheit, auch wenn Apple einen lang geplanten und geordneten Übergang signalisiert hat.
Das dritte Fiskalquartal 2026 war für Apple in fast jeder Hinsicht stark: 109,4 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Gewinn je Aktie von 2,02 US-Dollar und Rekordverkäufe bei iPhone, Mac und Services. Doch die Aufmerksamkeit des Marktes richtete sich sofort auf die Prognose für das Dezemberquartal mit nur 9 bis 11 Prozent Wachstum – deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Hinzu kommen die wachsenden Gegenwinde durch Chip-Engpässe, Speicherkosten und Währungseffekte. Tim Cooks Verabschiedung von der Bühne der Bilanzpressekonferenz unterstrich nur noch das Gefühl, dass Apple in eine neue Ära eintritt – konfrontiert mit Herausforderungen in der Lieferkette, die keine noch so starke Nachfrage kurzfristig vollständig überwinden kann.