Binance weitete am 6. November die Wiederaufnahme von Auszahlungen nach dem Sicherheitsvorfall vom 29. Oktober aus. Der Zugang kam aber nicht auf einen Schlag zurück: 58 Netzwerk-Asset-Paare sollten nach und nach freigeschaltet werden, sobald die jeweiligen Sicherheits- und Bereitschaftsprüfungen abgeschlossen waren. Zugleich meldete die Börse, 98 Prozent der betroffenen Vermögenswerte aufgefüllt zu haben. Eine separate Analyse von Elliptic bezifferte die noch in mit dem Angriff verknüpften Adressen liegenden Gelder auf 3,11 Milliarden Dollar. Diese Angaben beschreiben unterschiedliche Dinge.
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58 Auszahlungs-Paare in neun Netzwerken
Binance startete Recovery Update #9 um 04:00 UTC. Die 58 Netzwerk-Asset-Paare verteilten sich auf BNB Smart Chain, Ethereum, Base, Optimism, Polygon, Arbitrum, Avalanche C-Chain, Tron und Sui. Die Freigabe erfolgte schrittweise, nicht gleichzeitig; Einzahlungen blieben geöffnet.
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Zu den genannten Assets zählten unter anderem USDe, XRP, CAKE und FDUSD. Berichten zufolge priorisierte Binance Paare auch danach, welche Token Nutzer in der vorangegangenen Woche besonders häufig nachgefragt hatten.
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Das Update bedeutete nicht, dass Auszahlungen für alle Assets wieder normal liefen. Binance peilte laut einem Bericht an, HYPE, INJ, APT, PLASMA, NEAR und LTC bis zum Ende der folgenden Woche wieder freizugeben. Außerdem sollten die übrigen Token auf bereits wiederhergestellten Netzwerken folgen.
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HYPE fehlte in der veröffentlichten Liste von Update #9. Ein Bericht hielt fest, dass Auszahlungen des Tokens zu diesem Zeitpunkt seit acht Tagen nicht möglich waren. Als späteres Ziel nannte Binance die Wiederaufnahme bis zum Ende der folgenden Woche.
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Auffüllen ist nicht dasselbe wie Zurückholen
Binance zufolge waren 98 Prozent der betroffenen Vermögenswerte wieder aufgefüllt. Bei den übrigen zwei Prozent ging es dem Bericht nach um illiquide Token, die noch beschafft wurden. Die Auffüllung wurde als Ausgleich von Kundenverlusten aus Mitteln der Börse beschrieben.
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Das heißt nicht, dass Binance oder Ermittler 98 Prozent der gestohlenen Kryptowährungen wieder in die eigene Kontrolle gebracht hatten. Elliptic schätzte den Diebstahl am 6. November auf 6,43 Milliarden Dollar. Davon seien 3,11 Milliarden Dollar weiterhin in Adressen verblieben, die mit dem Angriff verknüpft waren. Weitere 2,85 Milliarden Dollar – rund 44 Prozent der Beute – seien eingefroren oder beschlagnahmt worden. Diese Bilanz ist von der von Binance gemeldeten Auffüllung von Kundengeldern zu unterscheiden.
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Ermittler verweisen auf Nordkorea
Das FBI machte Nordkorea für den Diebstahl vom 29. Oktober verantwortlich und bezeichnete die betreffende Aktivität als TraderTraitor. Auch Blockchain-Analysefirmen und weitere Berichte brachten die Gruppe mit dem Vorfall in Verbindung.
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Einfrierungen durch Emittenten und andere Netzwerkbeteiligte halfen, einen Teil der Gelder festzusetzen. Die gemeldeten Beträge unterscheiden sich je nach Quelle und Zeitpunkt: CNBC berichtete, Circle habe in Abstimmung mit Strafverfolgungsbehörden mehr als 1,1 Milliarden USDC eingefroren. In Berichten zum Binance-Vorfall wurden außerdem 40,5 Millionen RLUSD genannt, die Ripple eingefroren habe. TRM Labs beschrieb auch Maßnahmen von Ripple und World Liberty Financial als Teil der koordinierten Reaktion.
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DeFi-Abflüsse kehrten teilweise schnell zurück
Nach von crypto.news veröffentlichten Zahlen von Sentora flossen nach dem Binance-Angriff 1,59 Milliarden Dollar aus Kreditmärkten ab. 60 Prozent davon kehrten innerhalb von drei Tagen zurück. Zum Vergleich: Nach dem Kelp-DAO-Exploit im April, bei dem 292 Millionen Dollar gestohlen wurden, summierten sich die Abflüsse laut demselben Bericht innerhalb von fünf Tagen auf 10,9 Milliarden Dollar.
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Sentora erklärte, die Auswirkungen auf die eigenen Vaults seien indirekt gewesen: Die Rücknahmen stiegen, konnten aber vollständig bedient werden. Der Bericht verzeichnete dort weder uneinbringliche Forderungen noch Verluste für Einleger. Sentora verwies außerdem auf koordinierte Eingriffe, die dabei geholfen hätten, Vermögenswerte einzudämmen. Die Angaben liefern Kontext zu den vergleichsweise begrenzten Folgen, belegen für sich genommen aber keine einzelne Ursache für den Unterschied zwischen den beiden Vorfällen.
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Umtausch und Geldwäsche-Spuren
Elliptic zufolge hatten die Angreifer bis zum 6. November gestohlene Altcoins im Wert von etwa 124 Millionen Dollar in Bitcoin umgetauscht. Separat berichtete Analysen zur XRP-Spur zufolge waren rund 42 Millionen XRP – etwa 50 Millionen Dollar – umgetauscht worden, überwiegend über THORChain. Etwa 192 Millionen XRP im Wert von ungefähr 226 Millionen Dollar lagen demnach noch in verknüpften Adressen.
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Blockchain-Analysen zufolge waren 18.270 gestohlene BTC bis zum 5. November nicht bewegt worden. Elliptic beschrieb die umfassendere Geldwäsche als komplex und klar automatisiert. Das stützt die Beschreibung automatisierter Abläufe, belegt aber nicht, dass eine KI die Entscheidungen der Angreifer traf.
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Der Stand am 6. November war damit uneinheitlich: Binance gab weitere Auszahlungen schrittweise frei und erklärte, den Großteil der betroffenen Vermögenswerte aufgefüllt zu haben. Gleichzeitig lagen weiterhin erhebliche Summen in mit dem Diebstahl verknüpften Adressen, und für einige Token standen Auszahlungen noch aus.
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