Allerdings wird Siri AI nicht automatisch aktiviert. Apple kombiniert mehrere Zugangshürden: ein kompatibles iPhone, eine Warteliste, die Spracheinstellung auf Englisch und – je nach Region – eine vollständige Sperre.
Die neue Siri soll nicht mehr nur einzelne Sprachbefehle abarbeiten, sondern als kontextbezogene Assistenz funktionieren. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören:
Technisch basiert Siri auf Apples neuer On-Device-Grundlagenmodell-Architektur. Für besonders anspruchsvolle Aufgaben soll dabei ein speziell angepasstes Google-Gemini-Modell mit rund 1,2 Billionen Parametern zum Einsatz kommen, das Apple Berichten zufolge für etwa 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr lizenziert. Apple erklärt, personenbezogene Informationen würden vor einer Weitergabe entfernt; Anfragen, die das Gerät nicht bewältigen kann, würden über Apple-Silicon-Server verarbeitet – nicht über Googles Server .
Das Grundsystem iOS 27 lässt sich auf dem iPhone 11 und neueren Modellen sowie auf dem iPhone SE der zweiten Generation und später installieren . Für Siri AI gelten jedoch deutlich strengere Anforderungen, weil die Apple-Intelligence-Funktionen mehr Rechenleistung benötigen.
| Gerät | Chip | Siri AI |
|---|---|---|
| iPhone 15 Pro / 15 Pro Max | A17 Pro | Ja |
| iPhone 16 / 16 Plus | A18 | Ja |
| iPhone 16 Pro / 16 Pro Max | A18 Pro | Ja |
| iPhone 16e | A18 | Ja |
| iPhone 15 / 15 Plus | A16 Bionic | Nein |
| iPhone 14 und älter | A15 oder älter | Nein |
Einige besonders rechenintensive Funktionen sind nochmals eingeschränkt und bleiben dem iPhone 17 Pro, iPhone 17 Pro Max und iPhone Air vorbehalten . Wer beispielsweise ein normales iPhone 15 besitzt, kann iOS 27 also installieren, erhält aber keinen Zugang zur neuen Siri.
Auch auf einem geeigneten iPhone ist Siri AI nach der Installation der Beta nicht sofort verfügbar. Apple nutzt – ähnlich wie beim Start von Apple Intelligence in iOS 18.1 – eine schrittweise Freischaltung über eine Warteliste .
Der Beitritt funktioniert in der Regel so:
Die Wartezeit hängt von der jeweiligen Freischaltungswelle ab. Aus der Entwickler-Beta wurden etwa 4 bis 48 Stunden berichtet; bei öffentlichen Testern soll die Aktivierung teilweise 5 bis 10 Tage dauern . Die Freigabe erfolgt über Apples Server. Eine Möglichkeit, den Vorgang manuell zu beschleunigen, gibt es nicht .
Für Nutzer in Deutschland und den übrigen EU-Staaten ist die wichtigste Einschränkung regional: Apple will Siri AI zum Start von iOS 27 im Herbst 2026 auf iPhone und iPad in der Europäischen Union nicht anbieten. Als Grund nennt das Unternehmen offene regulatorische Fragen im Zusammenhang mit dem Digital Markets Act (DMA) . Betroffen wären damit schätzungsweise 450 Millionen Menschen in der EU .
Die Sperre umfasst unter anderem die neue Siri-App, die erweiterte Visual Intelligence, die Integration in die Schreibwerkzeuge und den Siri-Modus der Kamera. Auch Siri AI auf der Apple Watch ist betroffen, weil watchOS 27 dafür ein gekoppeltes iPhone mit aktivierter Siri AI benötigt .
Eine wichtige Ausnahme gibt es: Auf dem Mac und der Vision Pro soll Siri AI in der EU nicht blockiert sein. Die Einschränkung betrifft zunächst nur die iPhone- und iPad-Versionen .
Siri AI startet ausschließlich auf Englisch. Apple hat noch keinen verbindlichen Zeitplan für weitere Sprachen genannt . Zwar soll Apple Intelligence perspektivisch unter anderem Dänisch, Niederländisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Norwegisch, Portugiesisch, Spanisch und Schwedisch unterstützen. Die neuen Siri-AI-Funktionen sind in Apples bisheriger Sprachliste jedoch nicht ausdrücklich für alle diese Sprachen bestätigt .
Für deutschsprachige Nutzer bedeutet das: Selbst außerhalb der EU ist die neue Siri zum Start nicht ohne Weiteres auf Deutsch nutzbar.
Die ersten Eindrücke fallen gemischt aus. Kritisiert werden vor allem diese Punkte:
Apple plant den vollständigen Start von iOS 27 einschließlich Siri AI für September 2026 . Ob die Warteliste bis dahin entfällt, weitere iPhones unterstützt werden oder die EU-Sperre aufgehoben wird, ist derzeit nicht geklärt.
Das Ergebnis der Public Beta ist deshalb zweigeteilt: Siri macht technisch einen großen Schritt nach vorn – doch nur ein Teil der iPhone-Nutzer kann die neue Assistenz derzeit überhaupt testen. Für viele Menschen sind nicht die versprochenen Funktionen, sondern Gerät, Sprache, Region und Freischaltung die entscheidenden Fragen.