Russland meldete für zwei Nächte Ende Oktober ungewöhnlich große Drohnenwellen in Richtung seines Staatsgebiets – darunter Hunderte, die nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters auf die Hauptstadtregion zuflogen. Die zentrale Zahl des Verteidigungsministeriums: 1.214 abgefangene Drohnen in der ersten Nacht. Für den 30. Oktober wurde eine weitere Zahl von 1.043 gemeldet. Dabei handelt es sich um offizielle Angaben, nicht um unabhängig bestätigte Zählungen.
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Im selben Zeitraum kam es rund um Moskau zu Einschränkungen im Flugverkehr. Außerdem wurde ein Brand in einer Raffinerie in der Region Samara gemeldet. In der Ukraine starben bei russischen Angriffen Menschen. Was sich aus den Berichten ableiten lässt – und wo ihre Angaben auseinandergehen:
Russland meldet 1.214 abgefangene Drohnen
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, seine Luftabwehr habe in der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober 1.214 ukrainische Drohnen abgefangen. Bloomberg zufolge erstreckten sich die gemeldeten Abfangaktionen über 19 Regionen; die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete von 20. Die Zahl der betroffenen Regionen ist damit nicht einheitlich überliefert.
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Die 1.214 Drohnen wurden als neue Rekordzahl bezeichnet. Anadolu verglich sie mit einem zuvor von Russland gemeldeten Höchstwert von 1.110 Drohnen am 20. September. Das Ministerium erklärte außerdem, Drohnen seien in Baschkortostan und Udmurtien abgefangen worden. Diese russischen Regionen liegen Bloomberg zufolge mehr als 1.000 Kilometer von der Ukraine entfernt.
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Am 30. Oktober meldete ein weiterer Bericht, Russland habe 1.043 Drohnen abgefangen. Aus dem vorliegenden Bericht geht nicht hervor, ob diese Zahl ebenfalls 19 Regionen umfasst oder wie genau Zeitraum und Umfang der Zählung mit den Angaben zur vorangegangenen Nacht vergleichbar sind.
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Moskau meldet zwei große Drohnenwellen
Für die Nacht vom 28. auf den 29. Oktober sagte Bürgermeister Sergej Sobjanin, zwischen 20.30 Uhr und 7 Uhr seien 613 Drohnen auf die Moskauer Region zugesteuert. Ein Bericht über seine Angaben zufolge wurden 231 davon beim Anflug auf die Hauptstadt abgeschossen.
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Für die darauffolgende Nacht sprach Sobjanin von 862 Drohnen in Richtung der Region. 170 seien beim Anflug auf Moskau abgeschossen worden; die meisten übrigen habe man in größerer Entfernung abgefangen.
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Die Angriffe beeinträchtigten den Flugverkehr. Ein Bericht vom 30. Oktober zählte an Moskauer Flughäfen 223 annullierte und 233 verspätete Flüge – zusammen 456 betroffene Flüge. Das sind nicht mehr als 460 Verspätungen.
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Brand in Raffinerie in der Region Samara gemeldet
In der Nacht zum 30. Oktober wurde ein Brand in der Raffinerie Nowokuibyschewsk in der russischen Region Samara gemeldet. Berichten zufolge gehört die Anlage zum Ölkonzern Rosneft und produziert Kerosin für russische Militärflugzeuge. Der Kyiv Independent erklärte jedoch, den mutmaßlichen Angriff nicht unabhängig überprüfen zu können. Auch Meduza berichtete, die Regionalbehörden hätten einen Angriff auf die Raffinerie nicht bestätigt.
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Der ukrainische Drohnenhersteller Fire Point erklärte, ukrainische Streitkräfte hätten FP-1-Drohnen eingesetzt und mehrere Treffer auf dem Raffineriegelände erzielt. Darunter sei eine Anlage zur Diesel-Hydrierung gewesen. Diese Angaben stammen vom Unternehmen und sind keine unabhängig bestätigten Untersuchungsergebnisse. Ein weiterer Bericht bezifferte die geplante Verarbeitungskapazität der Raffinerie auf rund 8,8 Millionen Tonnen Öl pro Jahr.
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EuroMaidan Press schrieb, der Angriff sei erfolgt, nachdem das Wall Street Journal berichtet hatte, die Ukraine habe Angriffe auf russische Raffinerien unter dem Druck von US-Präsident Donald Trump vorübergehend ausgesetzt. Das gibt wieder, was die Berichte schilderten; die hier verfügbaren Informationen bestätigen Zeitpunkt und Umstände dieser Pause nicht unabhängig.
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Russische Angriffe in der Ukraine fordern mindestens 19 Tote
Reuters berichtete, ein russischer Drohnenangriff habe auf einem voll besetzten Bahnsteig in Dnipro mindestens 14 Menschen getötet. Bei Angriffen am Tag auf zwei weitere Städte seien fünf weitere Menschen ums Leben gekommen. Damit lag die Zahl der Todesopfer in diesen drei Städten bei mindestens 19. Reuters zufolge tötete ein späterer Raketenangriff in Kyjiw zudem einen Menschen; der Bericht kam damit auf mindestens 20 Tote.
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Was die Zahlen belegen – und was nicht
Die Berichte dokumentieren Aussagen russischer Behörden und des Moskauer Bürgermeisters sowie gemeldete Störungen und Schäden. Sie belegen nicht, dass jede von Russland als abgefangen gezählte Drohne unabhängig überprüft wurde. Auch zur Zahl der betroffenen Regionen in der ersten Nacht gibt es unterschiedliche Angaben: 19 bei Bloomberg, 20 bei Anadolu. Zur später gemeldeten Zahl von 1.043 fehlen in den vorliegenden Informationen ausreichend genaue Angaben zum geografischen Umfang.
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Auch beim Raffineriebrand ist eine klare Zuordnung wichtig: Das Feuer wurde gemeldet, doch die unabhängige Überprüfung des mutmaßlichen Angriffs war ausdrücklich eingeschränkt. Die Angaben von Fire Point zu den FP-1-Drohnen und zur beschädigten Anlage bleiben Unternehmensangaben.
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