Damit können Händler und andere Produktanbieter über die reine Traffic-Optimierung hinausgehen. Die Funktion befindet sich allerdings noch in der Beta-Phase. Ihre Ergebnisse dürften unter anderem von der Qualität der Conversion-Events, der Vollständigkeit des Produkt-Feeds und der Menge verwertbarer Kampagnendaten abhängen.
Werbetreibende müssen bestehende Kampagnen nicht vollständig neu aufsetzen. Eine CPC-Kampagne lässt sich in eine neue oCPC-Kampagne klonen; außerdem können mehrere oCPC-Kampagnen gesammelt erstellt werden. Beim Klonen trägt der Ads Manager das Conversion-Event automatisch ein, wenn genau ein zulässiges Event vorhanden ist. Gibt es mehrere Möglichkeiten, muss der Werbetreibende eines auswählen.
Für Teams, die bereits mit Produkt-Feeds arbeiten, wird der Vergleich zwischen klick- und conversion-orientierter Auslieferung dadurch einfacher und weniger zeitaufwendig.
OpenAI testet außerdem ein Multi-Produkt-Karussell für Anzeigen aus Produkt-Feeds. Statt nur einen Artikel zu zeigen, kann das Format mehrere Produkte desselben Werbetreibenden in einer gemeinsamen Anzeigenansicht präsentieren. Berichte zum Test deuten darauf hin, dass die Produkte im Karussell derzeit auf das Portfolio eines einzelnen Werbetreibenden beschränkt bleiben.
Das passt zu typischen Einkaufsfragen in ChatGPT: Nutzer vergleichen häufig mehrere Optionen, statt nach genau einem Artikel zu suchen. Da sich das Format noch im Test befindet, können Verfügbarkeit und Funktionsweise sich allerdings ändern.
ChatGPT Ads unterstützt nun dynamische URL-Makros, die bei der Auslieferung Kennungen an die Abfrageparameter der Zielseite übergeben können. Genannt werden unter anderem {campaign_id}, {ad_group_id}, {ad_id} und {ad_account_id}. So lässt sich ein Besuch auf der Landingpage leichter der auslösenden Kampagne und Anzeige zuordnen, ohne jede Kennung manuell in der URL pflegen zu müssen.
Auch das Mess-Ökosystem rund um die Plattform wächst:
Diese Anbindungen beseitigen die Unsicherheiten der Attribution nicht. Sie erleichtern den Vergleich mit anderen Kanälen, doch die Aussagekraft hängt weiterhin von einheitlich definierten Events, sauberem Landingpage-Tracking und einem verlässlichen Messmodell ab.
Automatic Advanced Matching wurde für neue Web-Pixel zum Standard und sollte am 17. August 2026 auch für bestehende Pixel aktiviert werden, sofern Werbetreibende nicht widersprachen. Die Funktion verwendet gehashte Kundendaten, die über ein Pixel erfasst werden, um Conversions besser zuzuordnen – auch über verschiedene Sitzungen oder Geräte hinweg.
Unternehmen sollten deshalb ihre Pixel-Konfiguration, die Qualität der Events und die geltenden Einwilligungsanforderungen prüfen. Ein besseres Matching kann die Attribution verbessern, ist aber kein automatisch eintretender Performance-Schub. Zugleich wird wichtiger, welche Daten das Pixel sammelt und wie sie verarbeitet werden.
Das Werbeprogramm startete in den USA und wurde zunächst auf Kanada, Australien und Neuseeland ausgeweitet. Am 11. August 2026 erklärte OpenAI, ChatGPT Ads sei in fünf weiteren Märkten gestartet: im Vereinigten Königreich, in Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea. Damit umfasst der offiziell genannte Rollout neun Märkte.
Anzeigen richten sich an eingeloggte erwachsene Nutzer der Tarife Free und Go. Für Plus, Pro, Business, Enterprise und Education werden keine Anzeigen ausgespielt. Auch Konten, die Personen unter 18 Jahren zugeordnet werden, sind ausgeschlossen.
Wie viele wöchentliche Nutzer diese Bedingungen in den aktiven Märkten erfüllen, hat OpenAI nicht aufgeschlüsselt. Einige Branchen-Tracker nennen mehr als 1 Milliarde wöchentliche ChatGPT-Nutzer. Dabei handelt es sich jedoch um eine plattformweite Zahl beziehungsweise eine Schätzung – nicht um eine veröffentlichte Zahl der werbegeeigneten Free- und-Go-Nutzer.
Similarweb erweitert seine Datensammlung AI Ads auf Werbeplätze in ChatGPT, Google AI Mode und Google AI Overviews. Das Angebot soll zeigen, welche Marken Anzeigen schalten, welche Werbemittel und gesponserten Inhalte sie einsetzen, in welchem Prompt- oder Intent-Kontext sie erscheinen und welchen Share of Voice sie erreichen.
Das ist vor allem deshalb relevant, weil konversationelle KI-Oberflächen bisher nicht über eine öffentlich zugängliche Anzeigenbibliothek verfügten, wie sie etwa aus großen sozialen Netzwerken und Suchmaschinen bekannt ist. Similarweb zielt auf Wettbewerbsanalysen: Unternehmen sollen erkennen können, wo Konkurrenten auftauchen, welche Botschaften sie verwenden und welche Nutzungskontexte sie ansprechen.
Auch andere Anbieter arbeiten an dieser Transparenz. Adthena beschreibt beispielsweise Funktionen zur Beobachtung von Markenpräsenz, Prompts mit Anzeigen und konkurrierenden Werbetreibenden in ChatGPT-Platzierungen.
Omneky hat selbstverwaltete ChatGPT-Werbung in seine Kampagnenplattform integriert. Kunden können ChatGPT-Kampagnen nun neben Kanälen wie Meta, Google, LinkedIn, TikTok und Reddit erstellen, starten und optimieren.
Die Bedeutung liegt weniger in einem neuen Anzeigenformat als in der Arbeitsweise: Kreativerstellung, Kampagnenausführung, Budgetoptimierung, Tests und Reporting lassen sich kanalübergreifend in einem stärker vereinheitlichten Prozess verwalten. Über sein MCP-Angebot positioniert Omneky die Plattform außerdem als Möglichkeit, Werbekonten und Kampagnendaten mit KI-Assistenten zu verbinden.
Zusammengenommen zeigen die Updates eine klare Richtung. ChatGPT Ads entwickelt sich von einem begrenzten Test für konversationelle Anzeigen hin zu einem klassischeren Performance-Marketing-Stack:
Die stärkste Schlussfolgerung lautet daher nicht, dass ChatGPT Ads bereits die Reife oder Reichweite etablierter Werbenetzwerke erreicht hätte. Vielmehr baut OpenAI systematisch die Bausteine auf, die für Performance-Marketing-Budgets entscheidend sind: Conversion-Signale, E-Commerce-Formate, internationales Anzeigeninventar sowie Partner für Messung und Wettbewerbsanalyse.