Der Plan baut laut Blume auf bereits Erreichtem auf: Strukturierte Performance-Programme hätten in den vergangenen Jahren bereits Einsparungen im „zweistelligen Milliardenbereich“ gebracht . Doch die operative Marge fiel auf 2,8% im Jahr 2025 – weit unter den 5,9% von 2024. Blume sagte den Aktionären deshalb: „Die geplanten Kostensenkungen reichen nicht. Wir müssen uns fundamental verändern“
.
Das sichtbarste und politisch sensibelste Element ist der Stellenabbau in der Kernmarke VW in Deutschland. Blume bestätigte, dass 19.000 Stellen bis Ende 2026 wegfallen, mit einem verbindlichen Ziel von über 28.000 Stellenstreichungen bis 2030 . Der Abbau erfolgt vor allem über Altersteilzeit und Aufhebungsverträge, nicht über betriebsbedingte Kündigungen
.
| Meilenstein | Abbau | Quelle |
|---|---|---|
| Ende 2026 | 19.000 Stellen abgebaut | |
| Verbindliches Ziel 2030 | > 28.000 Stellen in der Kernmarke | |
| Konzernobergrenze 2030 | ~50.000 Stellen in allen deutschen Werken |
Blume betonte, dass VW die Produktionskosten in den deutschen Werken bereits um mehr als 20% gesenkt habe – teils durch Personalabbau, teils durch Prozessverbesserungen .
Der „Zukunftsplan“ setzt ambitionierte finanzielle Ziele – angetrieben durch ein Jahr 2025, das zu den schlechtesten in der jüngeren Bilanz von Volkswagen zählt .
Geschäftszahlen 2025 (das Problem):
Planziele (die Lösung):
Der Gewinneinbruch 2025 hat zwei Hauptursachen: US-Zölle und den sich verschärfenden Wettbewerb durch chinesische E-Auto-Hersteller. Die kombinierten Zoll- und Sondereffekte beliefen sich 2025 auf über 9 Mrd. € insgesamt, wobei die direkten US-Zollfolgen rund 5 Mrd. € pro Jahr in Nordamerika ausmachten .
Volkswagens einstige Vormachtstellung in China – jahrzehntelang der größte Einzelmarkt – hat rapide nachgelassen. 2025 fielen die Auslieferungen in China um 8% inmitten eines heftigen Preiskampfs mit heimischen Rivalen wie BYD . Die chinesischen Hersteller dringen nicht nur auf dem Heimatmarkt vor, sondern setzen Volkswagen auch in Europa zunehmend unter Druck
.
Dem setzt Volkswagen eine radikale Lokalisierungsstrategie entgegen, die „In China, für China“ genannt wird . Die wichtigsten Elemente:
Blume würdigte das chinesische Industrie-Modell als Wettbewerbsvorteil und kündigte an, dass Volkswagen seine chinesischen Aktivitäten zunehmend als globales Export-Drehkreuz nutzen werde .
Die Auswirkungen der US-Importzölle sind massiv. Die Auslieferungen in Nordamerika fielen 2025 um 10%, auch weil Zölle auf in Mexiko gebaute Fahrzeuge sie auf dem US-Markt deutlich verteuerten . Der Zoll-Effekt in Nordamerika allein betrug laut Vorstand rund 5 Mrd. € jährlich
.
Doch Volkswagen nimmt die Kosten nicht einfach hin. Der Konzern führt fortgeschrittene Gespräche mit der US-Regierung über substanzielle Investitionen vor Ort im Gegenzug für günstigere Zollkonditionen . Blume bezeichnete das US-EU-Handelsverhältnis als „asymmetrisch“ und „den Wettbewerb in Europa verzerrend“. Er setzt darauf, das US-Investitionsangebot in den Verhandlungen als Druckmittel zu nutzen
.
Trotz aller Kostensenkungen gibt Volkswagen seine Produktambitionen nicht auf. Der Konzern startete allein 2025 30 neue Modelle und spricht von der größten Modellkampagne seiner Geschichte . Die wichtigsten Meilensteine:
Blume formulierte den Umbau als eine Art Marathon: „Der Vorstand hat einen Zukunftsplan entwickelt und führt die Transformation in die nächste Phase – nicht als Projekt mit Anfang und Ende, sondern als eine permanente Aufgabe“ .
Ob der „Zukunftsplan“ die ehrgeizigen Margenziele auch dann erreicht, wenn der Wettbewerb aus China weiter tobt und die Handelspolitik volatil bleibt, ist die entscheidende Frage für Europas größten Autobauer. Die Prognose für 2026 von 4–5,5% Marge zeigt: Der Erfolg liegt noch in weiter Ferne.
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