Neben den Hauptinvestoren beteiligte sich ein geografisch breit gefächertes Konsortium an der Runde. Dazu zählen unter anderem die regionalen Schwergewichte BrightCap Ventures und MFG Invest aus Bulgarien, der polnische VC SMOK Ventures sowie die britischen Portfolio Ventures. Ergänzt wird der Kreis durch BlackWood, SABAH.fund, Main Set und den Zahlungsverkehrsunternehmer Matt Doka .
Diese Finanzspritze baut auf einer Pre-Seed-Runde über 2 Millionen Euro auf, die das Unternehmen im Juli 2025 einwarb und die damals eine der größten ihrer Art für ein zahlungsorientiertes Startup in der CEE-Region darstellte .
Ein zentraler Aspekt dieser Finanzierungsgeschichte ist die rasante Produktentwicklung des vergangenen Jahres. In der Pre-Seed-Phase war Paypercut vor allem ein anbieterübergreifender Aggregator für „Buy Now, Pay Later“ (BNPL) – also Ratenkauf-Lösungen – und darauf ausgerichtet, kleinen Unternehmen die einfache Anbindung verschiedener BNPL-Optionen zu ermöglichen .
Seitdem hat sich das Unternehmen zu einer vollständigen Zahlungsplattform gewandelt . Händler erhalten nun über eine einzige technische Schnittstelle Zugang zu einem umfassenden Paket: Kartenakzeptanz, eine breite Palette lokaler Zahlungsmethoden und mehrere BNPL-Anbieter an der Kasse. Darüber hinaus stellt die Plattform flexible Werkzeuge wie Zahlungslinks und QR-Codes für Unternehmen ohne eigene Website sowie ein zentrales Dashboard bereit, über das sich Rechnungsstellung, Auszahlungen in mehreren Währungen und Abrechnungen in verschiedenen Märkten verwalten lassen
.
Mittlerweile vertraut Paypercut auf die Gunst von mehr als 200 Händlern und ist in acht Märkten Mittel- und Osteuropas aktiv . Die vollständige Liste hat das Unternehmen nicht öffentlich gemacht; die 2025 kommunizierte Expansionsstrategie umfasste jedoch Bulgarien, Rumänien, Griechenland, Tschechien, Polen und die Türkei
.
In diesem Quartal stellt das Unternehmen sein nächstes großes Produkt vor: den Express Checkout. Diese Funktion verlagert die Zahlung direkt auf die Produktseite, noch bevor der Kunde den Warenkorb erreicht. Sie ermöglicht Ein-Klick-Zahlungen über Apple Pay und Google Pay, wobei die biometrische Authentifizierung genutzt wird, um die umständliche manuelle Karteneingabe auf Mobilgeräten überflüssig zu machen. Das Ziel ist nicht nur ein schnellerer Bezahlvorgang, sondern auch eine spürbare Reduzierung von Rückbuchungen – ein notorisches Ärgernis im mobilen Handel .
Das frische Kapital ist für drei strategische Säulen vorgesehen. Erstens soll es die geografische Expansion in ganz Mittel- und Osteuropa vorantreiben und die Position in den bestehenden Märkten festigen . Zweitens investiert das Unternehmen in die Weiterentwicklung von Produkten und Infrastruktur
.
Ein wesentlicher Teil der Finanzierung dient jedoch einem entscheidenden Schritt: der Erfüllung der Kapitalanforderungen für die Beantragung einer Lizenz als E-Geld-Institut (Electronic Money Institution, EMI) bei der irischen Zentralbank . Eine EMI-Lizenz wäre ein transformativer Meilenstein für Paypercut, da sie es dem Unternehmen erlauben würde, selbst E-Geld auszugeben und ein breiteres Spektrum regulierter Finanzdienstleistungen direkt anzubieten, anstatt sich auf Drittinfrastruktur zu stützen. Die Genehmigung wird für das vierte Quartal 2026 erwartet
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Mit einem gestärkten Produkt, einer wachsenden Händlerbasis und einem klaren regulatorischen Kurs positioniert sich Paypercut als entscheidender Baustein der finanziellen Infrastruktur, die den Online-Handel in einer der am schnellsten wachsenden digitalen Volkswirtschaften Europas ermöglicht.
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