ArcelorMittal kann das größte Stahlwerk der Ukraine in Kryvyi Rih derzeit nicht wiederanfahren. Ausschlaggebend sind nach Angaben des Konzerns die Gefahr für die Beschäftigten und schwere Schäden an den Produktionsanlagen: Innerhalb von fünf Wochen wurde das Werk viermal von Raketen getroffen. Am 25. September 2026 teilte ArcelorMittal der ukrainischen Regierung mit, ein sicherer und dauerhaft tragfähiger Neustart sei unter diesen Bedingungen nicht möglich.
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Was steht einem Neustart im Weg?
Die vier Angriffe töteten fünf Beschäftigte und verletzten 17 weitere; einer der Verletzten befand sich weiterhin in kritischem Zustand. Der jüngste Angriff erfolgte am 21. September.
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14 Schon zuvor war die Wiederaufnahme der Stahlproduktion ungewiss. Nach einem Treffer im Bereich eines Hochofenkomplexes erklärte ArcelorMittal am 14. September, Fachleute prüften noch die Schäden und den Reparaturbedarf. Eine verlässliche Schätzung für die Dauer der Arbeiten sei nicht möglich.
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Bei den Daten ist eine Unterscheidung wichtig: In der Mitteilung vom 25. September nennt der Konzern Erklärungen vom 17. August und 14. September, die auf Raketenangriffe folgten. Er bezeichnet damit nicht beide Tage ausdrücklich als Angriffsdaten. Reuters berichtete, der Angriff im August habe sich in der Nacht zum 16. August ereignet.
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ArcelorMittal berät mit der ukrainischen Regierung über die Zukunft des Standorts. Vorerst will das Unternehmen die Infrastruktur erhalten, um die Möglichkeit eines späteren Neustarts offenzuhalten. Ein Termin oder eine Zusage für die Wiedereröffnung ist das nicht.
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Was bedeutet die Abschreibung von einer Milliarde Dollar?
Der Konzern rechnet mit einer nicht zahlungswirksamen Wertminderung von rund einer Milliarde US-Dollar, vor allem auf Anlagen und andere Sachwerte in Kryvyi Rih.
14 Vereinfacht gesagt: Der Wert dieser Vermögenswerte wird in der Bilanz herabgesetzt. Die Ankündigung löst nicht zusätzlich eine Zahlung von einer Milliarde Dollar aus.
ArcelorMittal hat eigenen Angaben zufolge während des Krieges bereits mehr als 700 Millionen US-Dollar zur Unterstützung des Betriebs der Tochtergesellschaft bereitgestellt. Diese bisherige Unterstützung und die erwartete Abschreibung sind unterschiedliche Größen – sie lassen sich nicht als neue Barausgaben zusammenzählen.
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Warum ist die Entscheidung über das Werk hinaus bedeutsam?
Kryvyi Rih ist das größte Stahlwerk der Ukraine. Laut Reuters produzierte es 2025 1,7 Millionen Tonnen Stahl; Interfax bezifferte die Belegschaft auf etwa 17.000 Menschen. Die Zahlen zeigen, wie viel Produktion und Beschäftigung von einer längeren Unterbrechung betroffen sein könnten. Wie viele Arbeitsplätze tatsächlich verloren gehen, lässt sich daraus nicht ableiten.
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Auch andere ukrainische Stahlwerke stehen unter Druck: Bei einem Angriff auf das Werk Zaporizhstal im August starben sieben Beschäftigte, der Betrieb wurde zeitweise eingestellt.
28 In Kryvyi Rih hatte ArcelorMittal bereits früher im Jahr 2026 die Schließung weiterer Betriebsteile angekündigt – unter anderem wegen hoher Stromkosten infolge von Angriffen auf die Energieversorgung und wegen Kosten europäischer Umweltvorgaben.
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32 Für die Entscheidung vom September waren jedoch unmittelbar die wiederholten Angriffe auf das Werk und die fehlende Möglichkeit eines sicheren Neustarts ausschlaggebend.
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