Der Erfolg der PlayStation-Neuauflagen von Call of Duty: Black Ops und Black Ops 2 ist für Gavin Goslin ein Grund zur Freude – und zugleich ein Anlass für Kritik. Der frühere Treyarch-Leveldesigner, der an beiden Spielen mitgearbeitet hat, freut sich, dass die Titel weiterhin ein Publikum finden. Doch er findet es schwer mitanzusehen, wenn die Unternehmen mit mehr als zehn Jahre alter Arbeit erneut Geld verdienen, während die ursprünglichen Entwickler nach seiner Darstellung keinen Anteil erhalten.
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Goslins Forderung: Beteiligung an Neuveröffentlichungen
In einem Beitrag auf LinkedIn sprach Goslin davon, dass es „schwer mitanzusehen“ sei, wie Führungskräfte mit der Arbeit von damals Geld verdienten, während „die eigentlichen Schöpfer keinen Cent“ sähen. Seine Forderung: Die ursprünglichen Teams sollten an den Einnahmen aus Neuveröffentlichungen beteiligt werden – besonders dann, wenn die neuen Versionen kaum wesentliche Änderungen gegenüber den Originalen bieten.
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Für Goslin geht es dabei nicht allein um die Rückkehr der Spiele auf aktuelle Konsolen. Er erinnerte auch an die anstrengende Entwicklungszeit und die damaligen Crunch-Phasen – also Zeiten mit besonders langen Arbeitsstunden. Dass die Spiele noch immer erfolgreich sind, sei deshalb ein zwiespältiges Gefühl: Die gemeinsame Arbeit werde weiterhin geschätzt, sagt er, aber die Entwickler profitierten nicht von den neuen Einnahmen.
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Sein Appell ist eine Forderung nach einem anderen Vergütungsmodell. Die vorliegenden Berichte belegen jedoch weder, dass Activision oder Microsoft eine vertragliche Pflicht verletzt haben, noch welche Vereinbarungen für einzelne Entwickler galten.
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Der Verkaufserfolg rückt die Debatte ins Rampenlicht
Activision veröffentlichte die PS4- und PS5-Versionen beider Spiele am 9. Juli 2026. Black Ops 2 führte anschließend im Juli die US-Verkaufsrangliste von Circana an, wie Berichte über die Chart-Ergebnisse meldeten.
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Auch die geschätzten Verkaufszahlen sind bemerkenswert: Schätzungen von Alinea Analytics, auf die mehrere Medien verweisen, beziffern den gemeinsamen Absatz im Juli auf rund 11,2 Millionen Exemplare und den Umsatz auf etwa 435 Millionen US-Dollar. Dabei handelt es sich um Schätzwerte, nicht um von Activision bestätigte Geschäftszahlen. Umsatz ist außerdem nicht gleich Gewinn – und die Zahlen zeigen nicht, ob einzelne Entwickler an den Einnahmen beteiligt wurden.
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Goslin sieht in der Resonanz einen Beleg dafür, dass ältere Spiele auch Jahre später noch einen erheblichen kommerziellen Wert haben können. Zugleich zeige der Erfolg, dass Spielerinnen und Spieler weiterhin kompakte, hochwertige Spielerlebnisse wollten, sagte er.
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Wem gehört der Wert eines langlebigen Spiels?
Die Verkäufe werfen eine grundsätzliche Fairnessfrage auf: Sollte die Vergütung der Entwickler enden, sobald die ursprüngliche Entwicklungsarbeit abgeschlossen ist – selbst wenn ein Spiel Jahre später erneut hohe Einnahmen erzielt? Goslin spricht sich dafür aus, die ursprünglichen Entwickler an den Erlösen aus Neuveröffentlichungen zu beteiligen, statt den neu entstehenden Wert allein bei den Rechteinhabern und Herausgebern zu belassen.
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Die Berichte dokumentieren Goslins Position und den gemeldeten kommerziellen Erfolg der Neuauflagen. Sie beantworten aber nicht, wie ein faires und praktikables Beteiligungsmodell aussehen könnte. Auch die konkreten Verträge hinter Black Ops und Black Ops 2 sind nicht belegt. Es geht daher um Goslins vorgeschlagenes Prinzip – eine Beteiligung an den Einnahmen älterer Spiele –, nicht um einen nachgewiesenen Anspruch aus den damaligen Verträgen.