Dieser Wandel erklärt den stärkeren Fokus auf Basismodelle, generative KI und kommerzielle Anwendungen, die auf diesen Modellen aufbauen. SenseTime richtet seine Ressourcen damit stärker auf das Training und den Betrieb großer Modelle sowie auf praxistaugliche KI-Lösungen aus – und weniger ausschließlich auf das frühere Kerngeschäft mit Computer-Vision-Technologie.
Die erwartete Ergebnisverbesserung dürfte jedoch nicht allein aus dem operativen Wachstum stammen. In der Gewinnmitteilung werden auch geringere Verluste in den wichtigsten Geschäftsbereichen sowie Gewinne aus Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts strategischer Beteiligungen im KI-Ökosystem genannt.
Bei der Mitteilung handelt es sich um einen positiven Ergebnisausblick auf Basis einer vorläufigen Einschätzung des Managements. Die Spanne von 500 bis 700 Millionen RMB kann sich noch verändern, während SenseTime den Rechnungsabschluss erstellt, Buchungsanpassungen vornimmt und die ungeprüften Zwischenkonten überprüft.
Die endgültige Zahl wird erst mit der Veröffentlichung der bestätigten Halbjahresergebnisse für die sechs Monate bis zum 30. Juni 2026 feststehen. Bis dahin ist die Prognose ein Hinweis auf eine mögliche Wende von hohen Verlusten zu einem Gewinn – aber noch kein Beleg dafür, dass der Umbau des Geschäftsmodells abgeschlossen ist.
Die offiziellen Ergebnisse dürften vor allem drei Fragen beantworten:
Die Schlagzeile ist vorerst klar: SenseTime erwartet nach einem Verlust von 1,489 Milliarden RMB im Vorjahr einen Gewinn von bis zu 700 Millionen RMB im ersten Halbjahr 2026. Das Ausmaß der möglichen Wende ist beträchtlich. Erst die endgültigen Zwischenberichte werden jedoch zeigen, wie viel davon auf eine nachhaltige Verbesserung des Geschäfts und wie viel auf Bewertungsgewinne aus Beteiligungen zurückgeht.