| Bereich | Bedeutung für Nissans SDV-Plattform |
|---|---|
| Zentraler Fahrzeugcomputer | Red Hat In-Vehicle Operating System ist als Grundlage für Nissans nächsten Central Vehicle Computer ausgewählt . |
| Linux-Unterbau | Das Betriebssystem soll eine standardisierte, skalierbare Linux-Basis für die Nissan Scalable Open Software Platform bereitstellen . |
| Open-Source-Plattform | Red Hat beschreibt das In-Vehicle OS als Open-Source-Betriebssystemplattform für Automobilhersteller und Zulieferer . |
| Funktionale Sicherheit | Red Hat erklärte zuvor, das In-Vehicle OS habe eine Zertifizierung als Safety Element out-of-Context nach ISO 26262 Edition 2, 2018, Level ASIL-B erreicht . |
Der Kern der Meldung ist damit Standardisierung. Nissan setzt bei seiner nächsten SDV-Architektur auf eine gemeinsame Linux-basierte Basis, die von Red Hat kommt und mit der zentralen Rechnerarchitektur des Fahrzeugs zusammenspielen soll .
Dass Red Hat In-Vehicle OS ausdrücklich mit Nissans nächstem Central Vehicle Computer verbunden wird, ist mehr als ein technisches Detail. Es zeigt, dass das Betriebssystem nahe an der Kernarchitektur künftiger Fahrzeuge sitzen soll — nicht nur am Rand, etwa für eine einzelne Anzeige oder App .
Dazu passt Red Hats breitere Automotive-Strategie. Das Unternehmen beschreibt ein Partnerökosystem rund um Red Hat In-Vehicle Operating System, in dem Halbleiterplattformen, Middleware, Anwendungssoftware und Services für die nächste Generation softwaredefinierter Fahrzeuge vorintegriert werden sollen . Für eine Fahrzeugplattform ist das entscheidend, weil nicht nur das Betriebssystem funktionieren muss, sondern auch Chips, Zwischenschichten, Zulieferersoftware und Services zuverlässig zusammenspielen müssen .
Automotive-Software steht unter strengeren Anforderungen als gewöhnliche Unternehmens- oder Consumer-Software, weil einzelne Systeme im Fahrzeug mit sicherheitsrelevanten Funktionen zusammenhängen können. Red Hat sagt, sein In-Vehicle Operating System habe eine Zertifizierung für funktionale Sicherheit als Safety Element out-of-Context, kurz SEooC, nach ISO 26262 Edition 2, 2018, Level ASIL-B erreicht .
Das ist allerdings kein Freibrief für jedes künftige Nissan-Feature. Die genannte Zertifizierung bezieht sich auf das Betriebssystem als Safety Element out-of-Context — nicht automatisch auf ein komplettes Nissan-Fahrzeug oder jede Anwendung, die später auf dieser Plattform laufen könnte . Für einen Hersteller, der eine Betriebssystembasis für SDV-Entwicklung auswählt, ist ein solcher Nachweis dennoch ein relevantes Kriterium.
Die klare Botschaft: Nissan entscheidet sich für eine offene, Linux-basierte Grundlage seiner nächsten softwaredefinierten Fahrzeugarchitektur. Red Hat In-Vehicle OS soll die Nissan Scalable Open Software Platform unterstützen und eine standardisierte, skalierbare Basis für den Central Vehicle Computer liefern .
Offen bleibt, was Kundinnen und Kunden zuerst davon sehen werden. Die öffentliche Ankündigung nennt keine konkreten Nissan-Modelle, keinen Starttermin für erste Serienfahrzeuge und keine einzelnen Verbraucherfunktionen, die dadurch ermöglicht werden sollen . Fest steht vor allem die Architekturentscheidung: Nissan und Red Hat entwickeln gemeinsam eine nächste SDV-Plattform, in der Red Hats Automotive-Linux und Nissans zentralisierte Fahrzeugcomputer-Roadmap zusammenkommen .