Das Kernversprechen: Lokales vor Web. Endlich wird die tief verwurzelte Frustration der Windows-Nutzer angegangen, dass die Suche lieber Bing-Ergebnisse ausspuckte als die eigene Steuererklärung im Dokumentenordner . Ask Copilot nutzt denselben Suchindex wie die klassische Windows-Suche und listet daher zuerst Ihre lokalen Dateien, Apps, Einstellungen und Arbeitsinhalte aus OneDrive oder SharePoint auf
.
Doch Ask Copilot kann mehr als suchen: Es wird auch zum Kontrollzentrum für Microsoft 365 Copilot Agents – autonome KI-Helfer, die selbstständig mehrstufige Aufgaben im Hintergrund erledigen . Ob eine Marktanalyse durchführen oder eine Reisekostenabrechnung aus E-Mails prüfen – solche "Agenten" lassen sich über den Composer per "@" starten.
Was dann passiert, ist neu für Windows: In der Taskleiste erscheinen Fortschrittsbalken und Statusanzeigen der laufenden Agenten. Man kann zusehen, wie der KI-Prozess voranschreitet, ohne die aktuelle Anwendung zu verlassen . Die Taskleiste mutiert vom simplen Icon-Abstellgleis zum Cockpit für parallele KI-Workflows.
Ask Copilot ist kein zufälliges neues Gadget, sondern der Leuchtturm des "Windows K2"-Vorhabens – benannt nach dem zweithöchsten Berg der Welt . Intern geht es darum, die KI-Überpräsenz zurückzubauen und sich auf echten Mehrwert zu konzentrieren.
Seit Mai 2026 wird dies im System sichtbar: Der Copilot-Button aus dem Snipping Tool und der Fotos-App ist bereits verschwunden; im Notepad heißt die Funktion nicht mehr kryptisch "Copilot", sondern klar "Schreibwerkzeuge" (Writing Tools) .
"K2" ist das Eingeständnis, dass man die Nutzer überrumpelt hat. Das Motto lautet nun: Eine einzige, mächtige KI-Schnittstelle an einem hochfrequentierten Ort ist besser als zwanzig halbgare Buttons in Minitools, die keiner benutzt .
Entscheidend ist die Zurückhaltung bei der Einführung. Ask Copilot kommt Mitte 2026 und wird explizit zuerst für Geschäftskunden mit Microsoft 365 ausgerollt – intern heißen die Vorreiter "Frontier Firms" .
Das Feature wird nicht standardmäßig aktiviert sein und ist für Privat-PCs nicht vorgesehen . IT-Administratoren erhalten die volle Kontrolle: Über Microsoft Intune kann man festlegen, ob Ask Copilot für das ganze Unternehmen, einzelne Abteilungen oder gar nicht freigeschaltet wird
.
Im gleichen Atemzug enthüllt Microsoft mit "Click to Do" eine Funktion, die auf beeindruckende Weise zeigt, wohin die Reise bei lokaler KI-Verarbeitung geht. Sie ist exklusiv für Copilot+ PCs reserviert – also Geräte mit einer dedizierten neuronalen Recheneinheit (NPU) .
Das Prinzip ist simpel: Man sieht eine Tabelle auf dem Bildschirm, etwa in einer Bilddatei, einer PDF oder einem gesperrten Dokument. Ein Klick verwandelt diese statische Bildinformation in eine echte, bearbeitbare Excel-Tabelle . Der Clou: Bilderkennung, Auslesen und Formatierung passieren komplett lokal auf dem Gerät. Keine Daten wandern in die Cloud – ein wichtiges Argument für alle, die aus Datenschutz- oder Compliance-Gründen keine Geschäftsdaten an externe KI-Dienste senden wollen
.
Zwischen den Zeilen der offiziellen Dokumentation liest sich die neue Strategie wie eine Checkliste vergangener Fehler:
Für ein Betriebssystem, das viele seiner KI-Funktionen mit einem Achselzucken quittiert sah, ist Ask Copilot der überfällige Reifeschritt: weniger Lärm machen, das Opt-in des Nutzers verdienen und der IT-Abteilung echte Kontrolle geben.
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