Die Browser-Erweiterung von Phia war so konzipiert, dass sie während des Bezahlvorgangs auf Einzelhandelswebsites Affiliate-Tracking-Cookies einfügte – selbst dann, wenn ein Nutzer keinen Phia-Coupon angeklickt oder die Erweiterung gar nicht verwendet hatte . Das bedeutete: Selbst wenn ein Käufer ein Geschäft eigenständig oder über ein anderes Affiliate-Programm wie Wirecutter besuchte, konnte Phia dennoch die Provision für den Einkauf beanspruchen . Der unabhängige Forscher Ben Edelman identifizierte in Phias eigenem Code ein Feature-Flag namens enable_coupon_auto_drop, das laut Bloomberg am 10. Dezember 2025 aktiviert und am 7. Juli 2026 deaktiviert wurde .
Rechtsexperten, die von der New York Post zitiert werden, erklären, dass diese Taktik als Bundesbetrugsdelikt (Wire Fraud) gewertet werden kann, das mit einer Höchststrafe von 20 Jahren Gefängnis geahndet wird .
Phia hatte im Juli 2026 zunächst behauptet, man habe erst „innerhalb der letzten 24 Stunden“ von den Fehlzuordnungen erfahren und machte einen „Softwarefehler“ dafür verantwortlich . Die Bloomberg-Recherche vom August 2026 widerspricht dieser Darstellung direkt .
Durchgesickerte interne Slack-Nachrichten zeigen, dass die Mitgründerinnen Phoebe Gates und Sophia Kianni bereits im Dezember 2025 – also mindestens sieben Monate vor Bloombergs erster Anfrage – mit Entwicklern und Führungskräften über die Cookie-Stuffing-Funktion diskutierten .
In einem Nachrichtenaustausch im Dezember forderte Gates die Entwickler auf, zu bestätigen, dass das automatische Einfügen von Cookies funktioniere. Sie schrieb, die Funktion solle „jede Transaktion erfassen“ . Kianni wurde in internen Nachrichten mit den Worten zitiert: „Was auch immer wir tun können, damit diese Cookies weiterhin platziert werden, wäre fantastisch“ .
Die internen Kommunikationen zeigen, dass beide Gründerinnen die Funktionen vorantrieben, die diese Praxis ermöglichten – es handelte sich nicht um einen versehentlichen oder nicht genehmigten Fehler, sondern um eine absichtlich entwickelte und überwachte Funktion .
Die Cookie-Stuffing-Praxis war kein Randphänomen – sie war zentral für das von Phia gemeldete Wachstum .
Bloomberg berichtete, dass das Cookie-Stuffing mehrere große Einzelhändler betraf, darunter:
Diesen Unternehmen wurden Affiliate-Provisionen von Phia in Rechnung gestellt, die das Startup gar nicht generiert hatte . Keiner der Einzelhändler hat sich bisher öffentlich zu dem Skandal geäußert .
Nach der neuen Bloomberg-Berichterstattung erklärte Phia, man werde jede Transaktion überprüfen und Verkäufe, die Phia fälschlicherweise zugeordnet wurden, rückgängig machen. Das Unternehmen gab an, bereits mit der Rückabwicklung von Transaktionen gegenüber Affiliate-Partnern begonnen zu haben .
Bereits Monate vor den Bloomberg-Berichten hatten Verbraucherbeschwerden bei der FTC (Federal Trade Commission) über Phia vorgelegen, was darauf hindeutet, dass die Aufsichtsbehörde bereits frühzeitig Hinweise auf die Praktiken des Unternehmens erhalten hatte .
Durchgesickerte Slack-Nachrichten offenbaren interne Spannungen. Berichten zufolge äußerten Mitarbeiter intern Bedenken gegen die Praxis . Im Anschluss an den Skandal berichtete Futurism, dass Gates der Meinung war, es gebe einen „Verräter im Unternehmen“, der Informationen nach außen trage .
Bereits im November 2025 berichtete Fortune, dass vier Cybersicherheitsforscher herausgefunden hatten, dass die Browser-Erweiterung von Phia Schnappschüsse jeder von einem Nutzer besuchten Webseite erstellte – einschließlich Seiten mit hochsensiblen Informationen wie Kontoauszügen und privaten E-Mails. Dies ging weit über die vom Unternehmen offengelegten Daten hinaus .
Nach dem ersten Bloomberg-Bericht im Juli 2026 wurde Phia von Impact.com, einer großen Affiliate- und Influencer-Marketing-Plattform, suspendiert .
| Schlüsselfakt | Detail |
|---|---|
| Praxis | Cookie-Stuffing (Platzieren von Affiliate-Cookies ohne eine tatsächliche Verkaufsvermittlung) |
| Kenntnis der Gründerinnen | Mindestens seit Dezember 2025 (7+ Monate vor dem öffentlichen Dementi) |
| Umsatzanteil | ~51 % des GMV im Juni 2026 wurden durch diese Praxis erzielt |
| Betroffene Einzelhändler | Nike, Nordstrom, The Gap und andere |
| Strafrechtliches Risiko | Bis zu 20 Jahre Haft wegen Wire Fraud |
| Ursprüngliche Darstellung | „Softwarefehler“, erst „innerhalb von 24 Stunden“ entdeckt |
| Spätere Reaktion | Überprüfung und Rückabwicklung falsch zugeordneter Transaktionen |
| Weitere Probleme | FTC-Beschwerden, Personalfluktuation, nicht offengelegte Datensammlung, Suspendierung von Impact.com |
Die Browser-Erweiterung von Phia war so konzipiert, dass sie während des Bezahlvorgangs auf Einzelhandelswebsites Affiliate-Tracking-Cookies einfügte – selbst dann, wenn ein Nutzer keinen Phia-Coupon angeklickt oder die Erweiterung gar nicht verwendet hatte . Das bedeutete: Selbst wenn ein Käufer ein Geschäft eigenständig oder über ein anderes Affiliate-Programm wie Wirecutter besuchte, konnte Phia dennoch die Provision für den Einkauf beanspruchen . Der unabhängige Forscher Ben Edelman identifizierte in Phias eigenem Code ein Feature-Flag namens enable_coupon_auto_drop, das laut Bloomberg am 10. Dezember 2025 aktiviert und am 7. Juli 2026 deaktiviert wurde .
Rechtsexperten, die von der New York Post zitiert werden, erklären, dass diese Taktik als Bundesbetrugsdelikt (Wire Fraud) gewertet werden kann, das mit einer Höchststrafe von 20 Jahren Gefängnis geahndet wird .
Phia hatte im Juli 2026 zunächst behauptet, man habe erst „innerhalb der letzten 24 Stunden“ von den Fehlzuordnungen erfahren und machte einen „Softwarefehler“ dafür verantwortlich . Die Bloomberg-Recherche vom August 2026 widerspricht dieser Darstellung direkt .
Durchgesickerte interne Slack-Nachrichten zeigen, dass die Mitgründerinnen Phoebe Gates und Sophia Kianni bereits im Dezember 2025 – also mindestens sieben Monate vor Bloombergs erster Anfrage – mit Entwicklern und Führungskräften über die Cookie-Stuffing-Funktion diskutierten .
In einem Nachrichtenaustausch im Dezember forderte Gates die Entwickler auf, zu bestätigen, dass das automatische Einfügen von Cookies funktioniere. Sie schrieb, die Funktion solle „jede Transaktion erfassen“ . Kianni wurde in internen Nachrichten mit den Worten zitiert: „Was auch immer wir tun können, damit diese Cookies weiterhin platziert werden, wäre fantastisch“ .
Die internen Kommunikationen zeigen, dass beide Gründerinnen die Funktionen vorantrieben, die diese Praxis ermöglichten – es handelte sich nicht um einen versehentlichen oder nicht genehmigten Fehler, sondern um eine absichtlich entwickelte und überwachte Funktion .
Die Cookie-Stuffing-Praxis war kein Randphänomen – sie war zentral für das von Phia gemeldete Wachstum .
Bloomberg berichtete, dass das Cookie-Stuffing mehrere große Einzelhändler betraf, darunter:
Diesen Unternehmen wurden Affiliate-Provisionen von Phia in Rechnung gestellt, die das Startup gar nicht generiert hatte . Keiner der Einzelhändler hat sich bisher öffentlich zu dem Skandal geäußert .
Nach der neuen Bloomberg-Berichterstattung erklärte Phia, man werde jede Transaktion überprüfen und Verkäufe, die Phia fälschlicherweise zugeordnet wurden, rückgängig machen. Das Unternehmen gab an, bereits mit der Rückabwicklung von Transaktionen gegenüber Affiliate-Partnern begonnen zu haben .
Bereits Monate vor den Bloomberg-Berichten hatten Verbraucherbeschwerden bei der FTC (Federal Trade Commission) über Phia vorgelegen, was darauf hindeutet, dass die Aufsichtsbehörde bereits frühzeitig Hinweise auf die Praktiken des Unternehmens erhalten hatte .
Durchgesickerte Slack-Nachrichten offenbaren interne Spannungen. Berichten zufolge äußerten Mitarbeiter intern Bedenken gegen die Praxis . Im Anschluss an den Skandal berichtete Futurism, dass Gates der Meinung war, es gebe einen „Verräter im Unternehmen“, der Informationen nach außen trage .
Bereits im November 2025 berichtete Fortune, dass vier Cybersicherheitsforscher herausgefunden hatten, dass die Browser-Erweiterung von Phia Schnappschüsse jeder von einem Nutzer besuchten Webseite erstellte – einschließlich Seiten mit hochsensiblen Informationen wie Kontoauszügen und privaten E-Mails. Dies ging weit über die vom Unternehmen offengelegten Daten hinaus .
Nach dem ersten Bloomberg-Bericht im Juli 2026 wurde Phia von Impact.com, einer großen Affiliate- und Influencer-Marketing-Plattform, suspendiert .
| Schlüsselfakt | Detail |
|---|---|
| Praxis | Cookie-Stuffing (Platzieren von Affiliate-Cookies ohne eine tatsächliche Verkaufsvermittlung) |
| Kenntnis der Gründerinnen | Mindestens seit Dezember 2025 (7+ Monate vor dem öffentlichen Dementi) |
| Umsatzanteil | ~51 % des GMV im Juni 2026 wurden durch diese Praxis erzielt |
| Betroffene Einzelhändler | Nike, Nordstrom, The Gap und andere |
| Strafrechtliches Risiko | Bis zu 20 Jahre Haft wegen Wire Fraud |
| Ursprüngliche Darstellung | „Softwarefehler“, erst „innerhalb von 24 Stunden“ entdeckt |
| Spätere Reaktion | Überprüfung und Rückabwicklung falsch zugeordneter Transaktionen |
| Weitere Probleme | FTC-Beschwerden, Personalfluktuation, nicht offengelegte Datensammlung, Suspendierung von Impact.com |