Die gemeinsame Pressemitteilung vom 12. Januar 2026 fiel ungewöhnlich direkt aus: „Nach sorgfältiger Prüfung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Technologie von Google die leistungsfähigste Grundlage für die Apple Foundation Models bietet – und die neuen, innovativen Nutzererfahrungen werden unsere Kunden begeistern.“ Auf Googles Cloud-Event „Next ’26“ bekräftigte Google-Cloud-Chef Thomas Kurian die Zusammenarbeit und erklärte, man arbeite als „Apples bevorzugter Cloud-Anbieter an der Entwicklung der nächsten Generation von Apple Foundation Models auf Basis der modernsten Gemini-Fähigkeiten“.
Ein KI-Modell mit 1,2 Billionen Parametern in Apples Größenordnung für Millionen von Nutzeranfragen zu betreiben, erfordert gewaltige Rechenleistung. Apple setzt dafür auf die neuesten Blackwell-GPUs von Nvidia. Berichten zufolge hat der Konzern große Bestellungen bei Nvidia aufgegeben und nutzt die Chips, um die rechenintensiven Siri-Anfragen zu verarbeiten, die nicht lokal auf dem Gerät laufen können.
Komplexe Anfragen werden an Google Cloud weitergeleitet, wo das lizenzierte Gemini-Modell auf Nvidias Blackwell-Hardware läuft. Apple nutzt dabei die „Confidential Computing“-Technologie des Chip-Herstellers, um sämtliche Daten während der Cloud-Verarbeitung zu verschlüsseln. So behält Apple auch bei der Nutzung der Google-Infrastruktur die vollständige Kontrolle über die Nutzerdaten.
Obwohl Apple KI-Modelle und Cloud-Ressourcen von Google nutzt, verlässt keine Nutzeranfrage unkontrolliert das Apple-Ökosystem. Alle Siri-Anfragen durchlaufen die eigens entwickelte „Private Cloud Compute“-Infrastruktur. Statt die Daten direkt an Google zu senden, werden sie über diese Datenschutz-Schicht geroutet, die jene „On-Device First“-Sicherheitsgarantien aufrechterhält, die Apple stets betont. Kleinere, komprimierte Modelle auf dem Gerät selbst erledigen einfachere Aufgaben weiterhin lokal, während Gemini für komplexe Cloud-Anfragen herangezogen und zugleich zum Training dieser komprimierten Modelle genutzt wird.
Auf funktionaler Ebene macht die Überarbeitung aus dem Sprachassistenten Siri einen KI-Chatbot, der gegen ChatGPT, Claude und Googles eigene Gemini-App antreten soll. Laut dem gut vernetzten Bloomberg-Journalisten Mark Gurman und anderen Quellen bringt die neue Siri folgende Neuerungen:
Ein bemerkenswerter Strategiewechsel: Apple öffnet Siri in iOS 27 für Chatbots von Drittanbietern. Bisher konnte Siri lediglich bei Bedarf an ChatGPT übergeben. Künftig können Nutzer über ein neues Erweiterungssystem andere KI-Assistenten wie Claude oder Gemini direkt als bevorzugten Chatbot in Siri auswählen. Aus dem einst abgeschotteten Dienst wird so eine offene Vertriebsplattform für KI-Modelle. Tim Cook selbst bestätigte bereits im Herbst 2025, dass Apple über die Partnerschaften mit OpenAI und Google hinaus weitere KI-Kooperationen anstrebt.
Dieser radikale Umbau folgt keinem souveränen Masterplan, sondern ist das Ergebnis einer verkorksten Produkt-Roadmap. 2024 präsentierte Apple auf der WWDC mit großem Brimborium Apple Intelligence – inklusive eines Werbevideos, das eine Siri mit persönlichem Kontext, Bildschirmverständnis und tiefer App-Integration verhieß. Diese Funktionen wurden im März 2025 verschoben, auf der WWDC 2025 erneut versprochen, auf ein internes Ziel für iOS 26.4 vertagt und am Ende komplett gestrichen. Apple musste einsehen, dass die eigenen KI-Modelle nicht schnell genug Fortschritte machten.
Im November 2025 zog Apple die Reißleine und schloss die finale Vereinbarung mit Google. Das Projekt trägt intern angeblich den Codenamen „Campos“. Es läuft im Kern darauf hinaus, Siri von Grund auf neu aufzubauen, um jenes KI-Erlebnis zu liefern, das man allein nicht stemmen konnte. Der neue Assistent soll im September 2026 mit iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 ausgeliefert werden und auch breitere Apple-Intelligence-Funktionen im gesamten Geräte-Ökosystem antreiben.
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