Der vielleicht folgenreichste Einzelvertrag der Woche war ein 15-jähriger Kauf- und Liefervertrag für Erdgas aus dem Offshore-Feld Absheron. Der Deal bringt vier Akteure an einen Tisch: den aserbaidschanischen Staatskonzern SOCAR, den türkischen Pipeline-Betreiber BOTAŞ, den französischen Energieriesen TotalEnergies und die Investment-Tochter XRG des emiratischen ADNOC-Konzerns . Die Unterzeichnung fand im Beisein von Präsident Ilham Aliyev statt.
Der Vertrag regelt die Lieferung von insgesamt 33 Milliarden Kubikmetern (bcm) Erdgas an die Türkei über einen Zeitraum von 15 Jahren, wobei mit den ersten Lieferungen im Jahr 2029 gerechnet wird . Die finale Investitionsentscheidung (FID) für die zweite Phase des Absheron-Projekts wird noch in diesem Jahr erwartet. Das Abkommen stärkt den südlichen Gaskorridor, jenes Pipeline-Netzwerk, das für die europäische Energiesicherheit seit dem Ukraine-Krieg unverzichtbar geworden ist
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BP gelang im ACG-Feld – einem der größten Ölfelder der Welt – ein technischer Meilenstein: Erstmals überhaupt wurde dort mit der Förderung von erdölunabhängigem Gas (non-associated gas, NAG) begonnen, das nicht an die Ölförderung gekoppelt ist . Die erste Gasbohrung erfolgte von der bestehenden Plattform West Chirag und zielt auf Sandstein-Reservoire in der oberen und unteren Qirmaki-Formation
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Das Ressourcenpotenzial ist enorm: Das NAG im ACG-Feld birgt schätzungsweise rund 4 Billionen Kubikfuß (113 bcm) an förderbaren Reserven, mit einem möglichen Aufwärtspotenzial von 6 Billionen Kubikfuß (170 bcm) . Die erste Bohrung dient dabei nicht nur der Produktion, sondern soll vor allem Daten über Reservoir und Fließverhalten liefern, die in die Planung einer großflächigen Erschließung einfließen.
Giovanni Cristofoli, BPs Regionalpräsident, beließ es nicht bei der bloßen Förderankündigung. Gegenüber Reportern sagte er am Rande der Konferenz, BP plane eine weitere Bohrung und die daraus resultierenden Daten könnten zu einer „Investition in Höhe mehrerer Milliarden Dollar“ in das Gas unterhalb des ACG-Reservoirs führen . Dies signalisiert eine neue Ära für eines der größten Ölfelder der Welt.
Cristofoli bestätigte zudem einen geplanten Wechsel bei den strategisch wichtigsten Exportpipelines der Region. BP wird die operative Kontrolle über die Baku-Tiflis-Ceyhan (BTC)-Ölpipeline mit Wirkung zum 1. Juli 2026 planmäßig an SOCAR übergeben .
Er stellte dabei klar, dass es sich nicht um eine Veräußerung der Anteile handelt: BP behält seine 30,1-prozentige Beteiligung am BTC-Konsortium. SOCAR, das über seine Tochter AzBTC bereits 32,97 Prozent hält und damit größter Einzelaktionär ist, übernimmt lediglich die Rolle des Operators . Auch die Übergabe der Baku-Tiflis-Erzurum (BTE)-Gaspipeline an SOCAR verlaufe planmäßig mit demselben vertraglichen Stichtag 1. Juli
. Für BP bedeutet diese vertragliche Verpflichtung das Ende einer Ära als operativer Strippenzieher der kaspischen Exportrouten.
Die Baku Energy Week 2026 war ebenso eine Technologie-Schau wie ein Rohstoff-Event. Auf der Caspian Oil & Gas-Messe und dem Baku Energy Forum beherrschten die Themen Künstliche Intelligenz (KI) und Emissionsreduktion die Agenda . Aussteller zeigten KI-gesteuerte Bohrausrüstung, vorausschauende Analysesysteme für Anlagenausfälle und automatisierte Überwachungstools, die auf Kostensenkung und Effizienzsteigerung abzielen
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Konkrete Fortschritte gab es beim Thema Methan, einem extrem klimaschädlichen Gas. SOCAR schloss eine Vereinbarung mit der Boston Consulting Group (BCG) zur Umsetzung des Caspian Methane Emissions Abatement Accelerator. Diese Initiative soll durch verstärkte regionale Zusammenarbeit die Methanemissionen in der Kaspischen Region bis 2030 deutlich senken .
Zahlreiche Panels und Sessions widmeten sich den Themen Energiewende, Investitionen in erneuerbare Energien und grüne Wasserstoff-Korridore, die Zentralasien mit Europa verbinden sollen . Die Messe führte programmatisch neben den klassischen Kohlenwasserstoffen auch Sektoren wie „grüne Energie, Digitalisierung und KI“ auf
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Während auf der Bühne über konkrete Projektvolumina – wie die 740-Millionen-Dollar-Investition von ACWA Power oder den Windpark Khizi-Absheron – diskutiert wurde, lassen die verfügbaren Quellen keine endgültige Überprüfung der Vertragsdetails zu. Der Fokus der Woche blieb deutlich auf der Absicherung fossiler Energiequellen, während die grünen Großprojekte mehrheitlich im Planungsstadium zu stecken scheinen.
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